Karriere-Ende ab 2019


Lazergirl

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Bis auf Kenny einmal hat das eigentlich noch kein Springer geschafft. Ich würde die Erwartungen bei Siegel und Wellinger auch nicht zu hoch schrauben. Da ist auch Geduld gefragt jetzt...
 
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Bis auf Kenny einmal hat das eigentlich noch kein Springer geschafft. Ich würde die Erwartungen bei Siegel und Wellinger auch nicht zu hoch schrauben. Da ist auch Geduld gefragt jetzt...
Ein paar mehr gibt es da schon noch....ich werde mal versuchen die Situation Springer für Springer zu analysieren. Dabei sag ich aber vorab, dass es sich dabei nur um Einschätzungen handelt, die auf dem Karriereverlauf, den Platzierungen vorher und nachher und weiteren Verletzungen basieren. Genauere Einblicke habe ich ja leider nicht.


Freund: Vor dem Kreuzbandriss (bis 2016) absolute Weltklasse. Aber auch damals schon unter anderem durch Bandscheibenvorfall durch Verletzungen geplagt. Zum ersten Mal Richtig beeinträchtigt wurde er aber bereits durch die Hüft OP vor der Saison 16/17 wodurch er trotz Sieg in Ruka nicht mehr/noch nicht auf Top Niveau war. In diesem Winter kam es zu Kreuzbandriss 1. Im Sommer 2017 kam es dann zum zweiten Kreuzbandriss. Rückkehr: 2018/2019 mit Platzierungen in den Punkterängen, dann aber nach der Tournee Meniskus OP. Vor und während der Saison 19/20 bremsten ihn Rückenprobleme aus. Danach eher so um Platz 40 rum unterwegs.
Fazit: Die zwei Kreuzbandrisse haben der Karriere erheblich geschadet, allerdings kamen auch andere Faktoren dazu, die eine Rückkehr verhindert haben. Für eine abschließenden Bewertung ist es noch zu früh, da es seit dem Kreuzbandrissen noch keine Saison mit kompletter Vorbereitung für ihn gab.

Neumayer: Bei Neumayer ist es ein wenig einfacher. 04/05 22. im Weltcup, 05/06 24. Dann zog er sich 06/07 nach Platz 5 in Ruka einen Kreuzbandriss zu. 07/08 dann mit einer seiner besten Saisons mit Gesamrang 16 und Platz 3 bei der Tournee. Im Anschluss meist um Platz 20 platziert, nur 2012/2013 sogar 9.
Fazit: Hier würde ich sagen, dass die Verletzung eigentlich gar keine Auswirkungen hatte. Die beste Zeit kam eigentlich danach. Glaube auch nicht, dass Top 5 in der Saison 06/07 ohne Verletzung dauerhaft gewesen wäre.

Späth: Vor der Verletzung die Gesamtränge 9. 11. 18. 69. und 36. Unmittelbar vor dem Kreuzbandriss im Sommer GP aber richtig gut unterwegs, unter anderem mit einem Sieg. Kam in den Weltcup zurück, belegte aber nur Rang 54 im Gesamt Weltcup. Danach war die Karriere vorbei.
Fazit: Kreuzbandriss hat schon erheblich geschadet. Ob er aber die Leistungen des Sommers angesichts der Leistungen aus den letzten Saisons hätte umsetzen können ist ungewiss. Von daher hat auch die generelle Unkonstanz wohl mit eine Rolle gespielt.
Herr: In der langen Kariere vor der Verletzung von 1995 bis 2003 nie unter den Top 30. Danach Gesamtrang 26 und 24. Seine Verletzung kam wohl zu dem Zeitpunkt, als Herr die besten Leistungen seiner Karriere gezeigt hat und ist bei einem Top Sprung (148,5) in Willingen passiert. 2005/2006 etwas schwächer, aber immerhin 28. im Gesamt Weltcup.
Fazit: Hat sich seine Karriere eher durch den Eklat bei Olympia 2006 verbaut. Hatte bis dahin zumindest ansatzweise seine Form wiedergefunden. Comeback Versuche hinterher zum scheitern verurteilt und nichts mit dem Kreuzbandriss zu tun.

Zauner: Nach seinem verspäteten Saisonstart 2009/2010 mit einer sehr starken ersten Saison als Skispringer. Platz 13 in der Gesamtwertung, aber phasenweise klarer Top 10 Springer. Dann mit der Kreuzbandverletzung die kommende Saison ausgefallen. 2011/12 dann immerhin mit einem Podestplatz in Harrachov, aber nur Rang 23 im Gesamtweltcup. ANschließend Kreuzbandriss 2, von dem er sich nicht erholt hat.
Fazit: Kreuzbandriss 1 hat der Karriere geschadet, prinzipiell ist die Rückkehr aber einigermaßen geglückt. Der zweite war dann leider zu viel.

Schlierenzauer: Bereits vor der Verletzung 2016 hat es bei Schlierenzauer mental und springerisch nicht mehr gepasst und er hat sich eine Pause vom Weltcup verschafft. Bei seinem Comeback in Wisla allerdings schon wieder auf Platz 8, den er auch in Willingen bestätigte. Dann aber vom Sturz in Oberstdorf zurückgeworfen, wie auch vor der Saison 2017/2018 durch eine weitere Verletzung. Mittlerweile wieder einigermaßen dabei.
Fazit: Der Kreuzbandriss war eher das geringste Problem. Die kleineren Verletzungen haben aber immer wieder seinen Rhythmus unterbrochen und technische Probleme kamen erschwerend dazu. Die Kreuzbandverletzung sollte aber kein Hindernis sein, nochmal vorne anzugreifen. Sein Ziel, das Knie so hinzubekommen, dass es einen Weltrekord stand hält hat er in Planica ja mehr oder weniger erreicht.

Poppinger: War immer eher ein COC SPringer. 2015/2016 aber gerade beim Fliegen recht ansprechend unterwegs und mit Platz 27 beste Saison im Weltcup. Nach dem Kreuzbandriss musste er die Saison 2016/17 auslassen und kam in der kommenden Saison zurück. Dort immerhin bei der Skiflug WM mit den Plätzen 5 im Team und 23 im Einzel dabei. Im März noch mit einem Sieg beim COC. Im Gesamtweltcup wurde er 37. Konnte das Niveau allerdings nicht halten und beendete 2019 seine Karriere.
Fazit: Kreuzbandriss hat die Karriere negativ beeinträchtigt, aber eher im geringen Maße.

Gangnes: Kreuzbandriss 1 (2010) und 2 (2013) haben seinen Aufstieg zur Weltklasse lange verhindert. 2015/16 schaffte er es dennoch in die absolute Weltspitze mit Rang drei in der Gesamtwertung. Im Sommer 2016 dann mit Kreuzbandriss Nummer drei. Im Sommer GP 2017 aber wieder gut unterwegs mit Rang 6 in der Gesamtwertung. Kreuzbandriss 4 im November 2017 war dann leider zu viel.
Fazit: Gangnes ist der einzige, der es nach zwei Kreuzbandrissen geschafft hat in die Weltspitze zu erlangen. Sein Talent und sein noch immer junges Alter halfen wohl dabei erheblich. Es schien sogar so, dass er den dritten auch noch verkraftet hätte. Karriere hat dennoch gelitten. Zwar wurden seine springerischen Leistungen nicht beeinträchtigt, aber das Knie immer instabiler.

Hvala: 2012/2013 einer der ganz großen Versprechungen für die Zukunft. 2013/2014 dann aber schon nicht mehr so stark (50. im Gesamt Weltcup) und mit eklatanten technischen Problemen mit der permanenten Schrittstellung beim Absprung. 2014/15 dann nur im COC unterwegs. Die Saison 2015/16 dann mit Rang 46 im Weltcup und einem COC Sieg etwas besser, 2016/2017 dann ohne Punkte. Im Mai 2017 dann mit dem Kreuzbandriss worauf er 2017/18 verpasste. 18/19 dann zumindest nochmal 2. beim COC. Weltcup-Punkte gab es keine mehr.
Fazit: Woran Hvala letztendlich gescheitert ist, ist mir nicht ganz klar. Der Kreuzbandriss war es wohl eher nicht, zumal er davor schon vier schwache Saisons hatte. Vermutlich hätte er ohnehin den Anschluss nicht gefunden.

Kranjec: In seiner Paradezeit einer der besten Flieger und auch ein sehr guter Springer. Von 2011 bis 2014 die Gesamtränge 9,6 und 11. 2015 dann nur 26, 2016 aber wieder auf Platz 13. In der Saisonvorbereitung auf 2016/2017 dann mit dem Kreuzbandriss. Schaffte 2018 dann nur noch 26 Punkte und diese meines Wissens in Planica. Ansonsten nicht im Weltcup-Team der Slowenen. 2019 dann mit dem Abschied in Planica ohne Punkte gesammelt zu haben.
Fazit: Hier war der Kreuzbandriss mehr oder weniger das Ende, auch wenn seine Prime-Time vermutlich vorbei war. Zim Zeitpunkt des Kreuzbandrisses war Kranjec auch schon 35 Jahre alt, bei seinem Comeback 36. Der Kreuzbandriss hat vielleicht zwei ordentliche ABschluss-Jahre versaut, das Problem war aber mehr das Alter.

Larinto: 2008/2009 phasenweise Weltspitze (Rang 14 im Gesamt Weltcup), 2009/2010 als 67. ganz schwach und 2010/2011 bis zu seinem Kreuzbandriss in GaP Weltklasse. Im Sommer 2011 dann mit weiterer Knie OP und in den Folgejahren bemüht den Anschluss zu schaffen. Das gelang jedoch nie. Zwar schaffte er es ab und an in die Punkte, aber mehr kam nicht mehr. Gesamtränge 73. 65. 53. 60. und 56. beweisen das. Vor der Saison 2017 dann mit dem finnischen Meistertitel, allerdings vor Saisonstart 17/18 durch eine Kreuzbandüberdehnung gestoppt. Im Anschluss verkündete Larinto sein Karrierenende.
Fazit: Die Verletzung hat seine Karriere deutlich beeinträchtigt. Zwar war er auch davor schon etwas instabil, aber doch auf einem guten Weg konstant in der Weltspitze zu sein. Das sein Comeback nie geglückt ist kann aber auch mit der generell schwierigen Situation in Finnland zusammenhängen. Vermutlich eine Kombination aus beidem.

Happonen: Auch eine der tragischten Gestalten im Weltcup. 2008 in der Weltspitze angekommen (unter anderem mit Sieg in Kuopio) zog er sich im Juni 2018 einen Oberschenkelhalsbruch zu. Erst im Sommer 2009 kam er auf die Schanze zurück, wobei er auch 2009/2010 erst gegen Ende einigermaßen in Fahrt kam. (Platz 19 bei Olympia, Platz 15 bei der Skiflug WM). 2010/2011 dann kurzzeitig in Top Form. Bei seinem 240 Meter Sprung in Vikarsund zog er sich aber seinen ersten Kreuzbandriss zu. 2011/2012 dann nicht mehr so stark (Platz 31 im Gesamt Weltcup). Zu Saisonbeginn 12/13 dann mit dem zweiten Kreuzbandriss. 2013 dann immerhin mit dem finnischen Meistertitel un einem Sieg beim internen Testwettkampf. Die Saison verlief mit nur 11 Punkten aber dennoch schlecht (warum, weiß ich jetzt auch nicht genau). Im Herbst 2014 dann Kreuzbandriss Nummer drei, wovon er sich nicht mehr erholte.
Fazit: Auch hier war die Gesamtanzahl an Verletzungen mitentscheidend. Von dem einen Kreuzbandriss hätte er sich wohl erholt, Nummer zwei und drei waren aber zu viel. Auch hier haben die Probleme in Finnland sicherlich nicht positiv beigetragen.

Vassilev: 2008/2009 mit seiner besten Saison und Gesamtrang 5. Dann eher mäßig in die Saison 2009/2010 gekommen. Bis Bischofshofen gelangen ihm nur zwei Top-10-Plätze, wobei die Tendenz steigend war. Dann durch eine Knieverletzung ausgebremst und wenig später mit einem Kreuzbandriss. Danach tat sich Vassilev schwer und belegte 11/12 nur Rang 39. Im Anschluss nie mehr konstant gut unterwegs, wobei er immer wieder mal auftrumpfen konnte. 2012/13 sprang er in Ruka auf Platz 2, in Oberstdorf auf Platz 4, in GaP auf Platz 6 und Bischofshofen auf Platz 7. Nach der Tournee ging dann nicht mehr so viel. 2015 dann in Vikarsund mit dem weitesten Flug aller Zeiten, den er leider nicht stehen konnte. Allerdings plagten ihn auch immer wieder Knieprobleme. Die können aber auch von seinem hohen Gewicht begünstigt worden sein. Mitlerweile alt und nicht mehr wirklich Weltcup-tauglich.
Fazit: Extrem schwer zu beurteilen. Prinzipiell hatte er es auch nach der Verletzung drauf Top-Leistungen abzuliefern. Ohne die Verletzung wäre da sicher noch mehr gegangen. Generell war aber auch das Alter sowie die Gewichts- und Knieprobleme alles Faktoren. Rein von der Sprungtechnik hat ihm der Kreuzbandriss denke ich nicht dauerhaft geschadet.


Das waren jetzt die Springer, die mir auf Anhieb eingefallen sind. Man kann das ganze jetzt natürlich auch noch mit Skispringerinnen und Kombinierer erweitern.


Fazit: Kreuzbandrisse sind im Skispringen schwerwiegende Verletzungen, die schon die ein oder andere Karriere versaut haben. Generell scheint es so, als könnten die meisten den ersten Riss noch einigermaßen gut verkraften, allerdings steigt die Gefahr einer erneuten Verletzung. Mehren sich die Kreuzbandrisse wird es enorm schwierig. Dazu ist auch oft das Alter ein entscheidender Faktor. Je älter der Athlet ist, desto schwieriger wird es und auch sonstige Verletzungen spielen eine entscheidende Rolle. Bei den meisten Beispielen, die ich hier genannt habe wird deutlich, dass auch ganz andere Dinge der Kariere geschadet haben und nicht nur der Kreuzbandriss selbst der Hauptgrund war. Um mehrfache Risse zu verhindern ist wohl eine sorgfältiges Auskurieren wichtig.
Ein Problem sind oft auch nicht die Verletzungen alleine, sondern die Schnelllebigkeit im Skispringen. Sowohl technisch als auch im Material kann sich in einem Jahr viel verändern. Da ist es zwangsläufig schwer den Anschluss zu finden. In einer Sportart, bei der Kleinigkeiten über Podest und Platz 30 entscheiden ist das natürlich problematisch.

Ich denke aber trotzdem, dass gerade ein Wellinger noch alle Chancen hat. Ist von den Anlagen her Weltklasse, ist noch jung, hat keine große Verletzungshistorie und hatte alle Zeit der Welt die Verletzung auszukurieren. Die Aussagen von Horngacher und Eisnbichler verheißen auch schon mal Gutes. Leyhe ist natürlich ein wenig älter, aber auch da sehe ich die grundsätzlichen Voraussetzungen gegeben. Am meisten macht mir da Siegl sorgen, bei dem ja wohl wirklich alles kaputt war und die Pause auch wesentlich länger gedauert hat. Aber auch er ist noch jung und kann seinen Weg gehen. Die Medizin wird ja auch immer fortschrittlicher und man hat immer mehr Erfahrung mit solchen Verletzungen umzugehen.
 
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Benjamin

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Tja, schade drum. Sie hat ja vor einigen Jahren dadurch aufmerksam gemacht, dass sie als eine der jüngsten Springerinnen überhaupt in einem Weltcupspringen auf dem Podest gelandet ist (wenn sie nicht sogar die jüngste war, aber dazu finde ich keine offizielle Statistik): Mit noch nicht einmal 15 Jahren belegte sie am 7.12.2013 in Lillehammer den zweiten Platz. Da hofft man dann natürlich schon auf eine große Karriere, aber in den folgenden Jahren ist sie dann immer weiter in der Versenkung verschwunden, wobei die angesprochenen Verletzungen natürlich ein Grund dafür waren.
 

Benjamin

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Wenn ich diesen Artikel hier richtig deute, dann beendet der Brite Sam Bolton seine Karriere.


Da offenbar auch die Lock-Brüder nicht mehr springen, gibt es somit keinen britischen Skispringer mehr - nur noch eine Skispringerin namens Mani Cooper.
 

Lazergirl

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Rok Justin beendet seine Karriere.

“Since I have always been a professional, I decided to finish the season professionally until the end. The plan is to do one or two farewell flights on Saturday, then go into sports retirement. For the weekend, I have such motivation even greater than usual.
 

Domen4Fan

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Jahrgang 2001...
Mein lieber Mann ist das bitter für Frankreich. Auch wenn es zuletzt nicht so lief, sie hatte Potenzial...

Das mit Sarah Hendrikson ist ja völlig an mir vorbei gegangen :eek:
Auch schade, aber angesichts ihrer Verletzungen verständlich...
 
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