Ich hab jetzt nicht alle 150+ Seiten hier gelesen, also auf die Gefahr dass ich nur Dinge wiederhole:
Selbst ich als Bayern-Fan finde es Kacke, wenn mein Verein jedes Jahr Meister wird.
Es klingt kitschig, aber im Sport gilt natürlich schon "Konkurrenz belebt das Geschäft". Heißt für mich, es muss in der Liga einen tatsächlichen Wettbewerb geben.
Die Frage ist für mich, wie kommt man da hin, ohne zu versuchen den FC Bayern gezielt auszubremsen?
Wenn es nur einen nationalen Wettbewerb gäbe, könnte man natürlich über so was nachdenken oder über Dinge wie salary cap etc. sprechen.
Aber es muss doch auch unser Ziel sein, dass möglichst viele Vereine der Bundesliga auch international eine Rolle spielen.
Nur so werden die großen Gelder erspielt und somit auch die großen Stars angelockt, was wiederum die Attraktivität der Liga erhöht.
Ich will mich jetzt auch nicht in Fan-Kämpfen verstricken wie "Bayern wurde schon durch die Olymp. Spiele ungerecht bevorteilt" oder "Verein X hätte ja das Geld, ist aber einfach schlecht gemanaged".
Stellt sich für mich also die Frage, wie kann man entweder die restlichen Teams "stärker" machen oder muss man akzeptieren, dass es im Fußball mind. eine 2-Klassen-Gesellschaft gibt?
Wäre es nicht wirklich sinnvoll, wenn die europ. Top-Clubs ihre eigene Meisterschaft ausspielen würden, eben weil sie national konkurrenzlos sind?
In diesem Jahrhundert wurden in Spanien auch fast nur Barca und Real Meister (2x Athletico, 2x Valencia)
Ja, in Frankreich waren die Verhältnisse andere, aber seit 2000 sind halt auch PSG 11x und Lyon 7x Meister geworden.
In England ist die Spitze breiter mit 8x ManCity, 7x ManU, Chelsea, Arsenal und Liverpool mit jeweils ein paar Titeln.
Für mich ist es im Grunde ein klassisches Kapitalismus-Problem wo die Schere arm/reich jedes Jahr weiter auseinandergeht.
Wer es nicht jedes Jahr in den CL schafft, verliert sofort den Anschluss.
Wer reich ist, wird noch reicher und der Abstand zu den anderen Teams jedes Jahr noch größer.
Es ist halt auch ein Fußball-spezifisches "Problem" dass oft aus Marketing-Gründen die "Traditionskarte" gespielt wird.
Klingt romantisch. Aber für die Top-Clubs in ganz Europa ist das doch mMn wirklich nur noch ein Narrativ für die eigenen Fans.