Also...
...Innauer findet es zumindest mal bemerkenswert, dass die FIS die Norweger doch noch vor dem König direkt während der großen Feierstimmung disqualifiziert hat. Da wusste er, es müssen sehr starke und deutliche Beweise vorgelegen sein.
...Stecher findet es ziemlich arrogant, wie Aalbu die PK gestern abgehalten und welche Erklärungen geliefert wurden. Er kaufe den Norwegern keinesfalls ab, dass das nur ein kleiner erlesener Kreis gewusst haben sollte und würde sich wünschen, dass man alles auf den Tisch legt.
...Wellinger sagt auch er könne die Sicht von Lindvik und Forfang nur "sehr schwer" glauben. Jede Änderung am Material/Anzug merkt man als Springer sofort, die Verantwortung für Veränderungen am Anzug liege am Ende auch beim Springer.
...ein Eingriff am Anzug ohne den Athleten zu informieren könne auch sehr gefährlich für den Springer sein, so Innauer, weil jede kleine Veränderung große Auswirkungen auf den Flug haben könne. Auch daher sei die Aussage die Springer hätten nix gewusst, unglaubwürdig.
...Wellinger bestätigt, bei der Prüfung macht sich jeder Springer etwas "lang" damit der Anzug gut gestretcht wird und eng anliegt. Mit dem starren Band das eingenäht wurde, wird das Spannungsverhältnis des Anzugs sowie die Aerodynamik und die Spannweite verändert. Stecher betont auch, dass die Schrittlänge mitentscheidend sei und diese eben wie beim Wingsuit deutlich vergrößert werde.
...zu den Forderungen der Aberkennung anderer Bewerbe meint Stecher, der Verdacht liege eben sehr nahe, dass nicht nur bei einem einzigen Springen manipuliert wurde, sondern bei allen Bewerben. Es sei ganz schwer nachvollziehbar dass jemand, der drei große Erfolge hatte, dann beim letzten vierten Mal so viel Risiko gehe und erst da den Anzug für mehr Erfolg manipuliere.
...Wellinger sah sich bspw. in Planica damals haltungstechnisch benachteiligt weshalb er nur Zweiter und nicht Erster wurde. Das musste er schweren Herzens akzeptieren. In Trondheim habe er sich über Silber sehr gefreut und er habe Lindvik für Gold gratuliert und seinen Erfolg anerkannt. Bis eben zum Samstag.. jetzt sei es auch für ihn kaum zu glauben, dass der Betrug erst beim allerletzten Springen hätte stattfinden sollen. Selbst wenn er die Goldene noch nachgeschickt bekommt, sei das Erlebnis mit der Siegerehrung weg und ihm genommen worden. Wobei er auch nicht glaube, dass Lindvik rückwirkend die Goldmedaille noch aberkannt wird.
...die NoKos haben es auch kaum glauben können sagt Lamparter. Auch die Graabak-Bindungsstory sei schwer zu glauben. Ein Riiber springe seit zig Jahren in einer eigenen Liga, da glaubt Lamparter nicht dass dieser es nötig hätte "was zu machen". Trotzdem habe das alles jetzt einen faden Beigeschmack und man weiß nicht mehr so ganz, was man an den norwegischen Leistungen insgesamt noch glauben kann.
...Stecher wirft auch ein dass diese asymmetrische Bindung ein großer Vorteil sein könne beim Springen. Die Jury habe dreimal nachgefragt ob das Graabaks Ski gewesen sei, das sei dreimal bejaht wurde. Die Bindung sei fotografiert worden, nach 10 Minuten sei man zurückgekommen und habe Graabak bzw. die Norweger gefragt, ob das nun der besagte Ski sei und das wurde dreimal bejaht. Da wurde erwidert, dass dies nicht sein könne, da zuvor ein Foto gemacht wurde und das eben nicht übereinstimme.
...Innauer wirft ein die Beweisbarkeit sei sehr schwierig nachträglich. Sportrechtlich sei es ebenso schwierig dies rückwirkend noch zu ändern. Es sollte aber Strafen für den Verband geben.
...Stecher betont die Wichtigkeit einer unabhängigen Schiedskommission die nun alles prüfen solle. Die Aufarbeitung durch die Norweger selbst halte er für zu wenig.
...Wellinger zu Frage ob es während der WM Gerüchte gab: Das Ausmaß am Samstag sei schon ein Hammer auf den Kopf gewesen. Das hatte man sich in dem Umfang nie erwartet. Er selbst habe auch erst alles nach dem Wettkampf erfahren, auch vom Video. Nach dem Wettkampf kam der Pressesprecher zu ihm und sagte ihm, was der aktuelle Stand sei. Das gesamte Ausmaß komme aber erst jetzt langsam raus und du stehst als Betroffener daneben und man weiß nicht, wer was wusste. Auch fordert Wellinger Konsequenzen für die Norweger, er habe auch keine große Lust die norwegischen Athleten an der Schanze in Oslo zu treffen. Nicht weil es einen kleinen Regelverstoß gab, sondern weil es eben umfangreicher Betrug war und das "eine Verarsche" ist.
...Lamparter auf die Frage, ob es ein Geschmäckle auch in der Kombi gibt: Man wisse das nicht. Eigentlich vertraue man den Kontrolleuren und er will davon ausgehen, dass die Wettkämpfe fair waren. Ganz egal wie es jetzt ausgeht, es solle fair ablaufen.
...zu Konsequenzen für die Zukunft sagt Stecher, es sei wichtig noch mehr Personal für Kontrollen an den Schanzen zu haben. Die jetzige Manipulation sei aber sehr gefinkelt gemacht und schwer zu erkennen. Man könne da auch Kathol keinen großen Vorwurf machen, weil es sehr schwer erkennbar war und man dafür auch deutlich mehr Zeit brauche, als es bei den Wettkämpfen im Stress möglich sei derzeit. Es müsse auch mehr über digitale Kontrollen ablaufen.
...Der Imageschaden für den Sport sei enorm, so Innauer. Die Zuschauerzahlen entwickeln sich gut, und ausgerechnet beim Großereignis in der Heimat des nordischen Sports passiert sowas.
...Wellinger und Lamparter wünschen sich für die Zukunft eigentlich nur, dass der Beste gewinnen möge.