@gentleman
Danke für die Frage!
Vorab: Das Verhältnis in der Wichtigkeit von mündlicher und schriftlicher Kommunikation ist bei uns anders als in Japan (wahrscheinlich ganz Ostasien). Dort wird mehr visuell aufgenommen als bei uns. Nicht umsonst schreiben Japaner und Chinesen mit Schriftzeichen, deren Bedeutung man sieht (nicht lautiert, obwohl sie natürlich auch einen Lautwert/mehrere Lautwerte repräsentieren) und nicht umsonst ist die Manga-Kultur genau in Japan entstanden.
In Japan spielt Englisch natürlich eine Rolle in der Schulbildung, es ist wohl fast überall die einzige Fremdsprache. Warum entsprechen die Ergebnisse nach unserem Verständnis nicht der Stundenzahl beim Lernen und nicht dem Fleiß und dem Aufwand, den die Schüler betreiben? 1. Die Lehrmethoden und die Lehrer sind nicht gut genug. 2. Es wird sehr viel Gewicht auf das Leseverständnis gelegt, einschließlich Lexik- und Grammatikerwerb, die mündliche Kommunikation, vor allem das Hörverständnis (die Mutter allen Spracherwerbs!) kommt viel zu wenig vor. Das Ergebnis ist, dass Japaner sehr viel besser englische schriftliche Texte als mündliche verstehen. Und sie können wahrscheinlich auch viel besser schriftliche Texte verfassen als bei einem Interview Fragen zu beantworten.
Eine gewisse Schüchternheit, die daraus resultiert, dass sie sich dieser Schwäche bewusst sind, kommt hinzu.
Ich verstehe nicht, warum man ihnen das immer wieder vorhält und als Arroganz oder sonst etwas Negatives auslegt.
Wie wäre es, wenn hier alle Kinder in der Schule Arabisch, Chinesisch, Japanisch oder Koreanisch lernen würden? Wie weit würden sie kommen?