O-Scoring EMANUEL NAVARRETE VS. O'SHAQUIE FOSTER | 25.10.26 | San Antonio, Texas | DAZN


Fakt ist aber auch, dass ausweichen und Kontern, einfacher ist als eine Lösung beim Angriff zu finden.
Auch wenn vermutlich eine rein sachliche Diskussion über diesen "Fakt" scheitern wird, versuche ich es trotzdem mal:
Ganz allgemein, von der Trainingslehre und vom praktischen Standpunkt aus gesehen: Ausweichen/kontern ist nicht einfacher als eine Lösung beim Angriff zu finden. Für viele Boxer ist der eigene Angriff "leichter" zu steuern, weil sie so ihr eigenes Konzept durchziehen, das Timing/Tempo ua. bestimmen können. Kontern dagegen hat eben den Reaktionsnachteil inne und ist von vielen Abläufen her sehr komplex, anspruchsvoll und z.B. allein mental oft anstrengender/fordernder.
Genauso braucht man für den Angriff generell nicht immer mehr Schläge als bei der Abwehr. Manchmal reicht z.B. eine einfache Finte, um eine komplette Abwehrreaktion wie beispielsweise eine 12 auszulösen.
Wirklich Fakt ist: im Grunde ist keines von beiden pauschal „einfacher“ – es kommt immer auf den Stil/das Können des Boxers, die Physis, die Taktik/den Kampfverlauf, die Kondition/Schlagwirkung usw. an. Nicht zuletzt sind Abwehr und Angriff untrennbar miteinander verknüpft bzw. voneinander abhängig.
 
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Auch wenn vermutlich eine rein sachliche Diskussion über diesen "Fakt" scheitern wird, versuche ich es trotzdem mal:
Ganz allgemein, von der Trainingslehre und vom praktischen Standpunkt aus gesehen: Ausweichen/kontern ist nicht einfacher als eine Lösung beim Angriff zu finden. Für viele Boxer ist der eigene Angriff "leichter" zu steuern, weil sie so ihr eigenes Konzept durchziehen, das Timing/Tempo ua. bestimmen können. Kontern dagegen hat eben den Reaktionsnachteil inne und ist von vielen Abläufen her sehr komplex, anspruchsvoll und z.B. allein mental oft anstrengender/fordernder.
Genauso braucht man für den Angriff generell nicht immer mehr Schläge als bei der Abwehr. Manchmal reicht z.B. eine einfache Finte, um eine komplette Abwehrreaktion wie beispielsweise eine 12 auszulösen.
Wirklich Fakt ist: im Grunde ist keines von beiden pauschal „einfacher“ – es kommt immer auf den Stil/das Können des Boxers, die Physis, die Taktik/den Kampfverlauf, die Kondition/Schlagwirkung usw. an. Nicht zuletzt sind Abwehr und Angriff untrennbar miteinander verknüpft bzw. voneinander abhängig.
Ok, ich versuche mich mich mal so auszudrücken das du mich verstehst.

Die Grundkampfhaltung beim Boxen dürfte klar sein. Füße ein wenig weiter als Schulterbreit auseinander. Die Ferse des hinteren Beins bleibt zumeist angehoben. Kann sich aber auch je nach Boxsystem anders verhalten. Die Hände sind je nach Boxsystem in einer enstprechenden Haltung. Die Führhand bleibt locker und entspannt und sollte mit ein Schutz für das Kinn bieten. Die Schlaghand sollte möglichst locker in Position gehalten werden und ebenfalls, ja nach Auslage, offene Rückhandseite zum Körper (speziell die Leber) und den Kopf abdecken können. Der Kopf ist je nach Auslage leicht zur Seite gedreht und das Kinn sollte nach unten Richtung Brust geneigt sein.

Jetzt verhält es sich bei Angriffen folgendermaßen. Bei der Vorwärtsbewegung nach Vorne oder zur Seite, muss man die Grundkampfstellung verlassen. Zumeist tut man das mit der Führhand als vorderste Front Waffe, bewegt den Oberkörper und den Kopf in leicht wippenden Bewegungen, um den zentralen Fokus nicht zu verlieren und zieht dabei die Beine entweder im Pass- oder im Diagonalgang mit. Will man eine gewisse Schlagwirkung beim Gegner erreichen, muss man den Abstand zwischen sich selbst und seinem Gegner verkürzen, um in die eigene Schlagdistanz zu gelangen. Zier ist es den Scheitelpunkt für die höchste Eischlagsgskraft pro angewandten Schlagwinkel auszuüben.

Um dieses Ziel zu erreichen öffnet man pro Aktion bestimmte Winkel des Kopf/Oberkörper Bereiches. Je nach den technischen Fähigkeiten des Boxers, fallen diese Winkel mal größer und mal kleiner aus. Diese enstehenden Schwachpunkte werden zumeist bersicht mit für die jeweiligen Aktionen einstudierten Schrittfolgen, in Kombination mit Oberkörper Bewegungen auszugleichen. Damit wird der Versuch unternommen, entsprechend entstehende Winkel zu vergrößern oder zu verkleinern.

Bei den devensiven Handlungsabläufen zum auskontern des Gegners benötigt man ein gutes Timing, ein ausgezeichnetes Distanzgefühl und die entsprechende, geistige Handlungsgeschwindigkeit, um auf die Aktionen des Angreifers zu reagieren, oder womöglich schon antizipierend, eine Haltung entsprechend der Haltungsignale des Gegners einzunehmen. Dabei muss der Angreifer mehre aktive Komponenten der Kampfführung bedienen um die Distanz zum Gegner zu verkürzen, wie z.B. den Angriff einleiten, zumeist mit der Führhand in Kombination mit Oberkörperbewegungen, um einen Weg vorbei an der Defensivstruktur des Gegners zu finden. Ein Ziel ist es dabei den Finalen Akt des/der Wirkungstreffer/s einzuleiten und auszuführen. Dabei hat der verteidigende Part die Möglichkeit, die eigenen Bewegungsabläufe auf ein Minimum zu Reduzieren und sich speziell auf die entstehende Lücken beim Vorwärts agieren in der Kampfhandlung zu konzentrieren. Das nennt man im allgemeinen Konterboxen oder in die Aktion hinen Pottshotten.

Meister dieser Kunst sind/waren unteranderem Pernel Whittaker, Floyd Mayweather, Guillermo Ringondeaux, Erislandi Lara, Shakur Steven und eben O'Shaquie Foster.
 
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Ok, ich versuche mich mich mal so auszudrücken das du mich verstehst.

Danke zwar für die Mühe, aber verstehe jetzt beim besten Willen nicht, was das mit dem angeblichen Fakt "dass ausweichen und Kontern, einfacher ist als eine Lösung beim Angriff zu finden" zu tun hat bzw. dies damit belegen soll?
Deine Beschreibung gilt im Grunde genauso für die Defensive, außer, dass man z.B. überwiegend rückwärts und nicht vorwärts agiert, einfach ausgedrückt. Man hat hier ebenfalls eine Grundstellung, man braucht den Pass und Diagonalgang, ein bestimmtes Deckungsverhalten etc.
Dabei muss man sich als Verteidiger genauso aktiven Komponenten der Kampfführung bedienen wie ua. Beinarbeit, Tempo/Richtungswechsel, Finten, Paraden, Fallen stellen, Führhand/Distanzkontrolle und und und. Mit einer Verringerung der eigenen Bewegungsabläufe kommt man da nicht weit bzw. diese Möglichkeit hätte der Angreifer genauso.
Wie geschrieben: sowohl Offensive als auch Defensive sind gleich schwierig, wenn gleich man in der Trainingslehre zuerst das Angriffsboxen lernt, weil es motorisch einfacher zu steuern ist. Konterboxen ist in der Praxis der nächste, höhere Meilenstein. Dennoch würde ich umgekehrt deswegen auch nicht sagen, dass Angriffsboxen einfacher ist als Konterboxen. Kommt eben alles auf viele andere Faktoren an wie Gegner, Kampfverlauf, Veranlagung usw.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke zwar für die Mühe, aber verstehe jetzt beim besten Willen nicht, was das mit dem angeblichen Fakt "dass ausweichen und Kontern, einfacher ist als eine Lösung beim Angriff zu finden" zu tun hat bzw. dies damit belegen soll?
Deine Beschreibung gilt im Grunde genauso für die Defensive, außer, dass man z.B. übewiegend rückwärts und nicht vorwärts agiert, einfach ausgedrückt. Man hat hier ebenfalls eine Grundstellung, man braucht den Pass und Diagonalgang, ein bestimmtes Deckungsverhalten etc.
Dabei muss man sich als Verteidiger genauso aktiven Komponenten der Kampfführung bedienen wie ua. Beinarbeit, Tempo/Richtungswechsel, Finten, Paraden, Fallen stellen, Führhand/Distanzkontrolle und und und. Mit einer Verringerung der eigenen Bewegungsabläufe kommt man da nicht weit bzw. diese Möglichkeit hätte der Angreifer genauso.
Wie geschrieben: sowohl Offensive als auch Defensive sind gleich schwierig, wenn gleich man in der Trainingslehre zuerst das Angriffsboxen lernt, weil es motorisch einfacher zu steuern ist. Konterboxen ist in der Praxis der nächste, höhere Meilenstein. Dennoch würde ich umgekehrt deswegen auch nicht sagen, dass Angriffsboxen einfacher ist als Konterboxen. Kommt eben alles auf viele andere Faktoren an wie Gegner, Kampfverlauf, Veranlagung usw.
Bitte gerne geschehen.

Ich denke persönlich dein Unverständnis bezüglich Kampftaktik und Ausführung liegt wahrscheinlich daran, dass du deinen Boxer für 3x3 Minuten ballern auf regionalem Niveau vorbereitest. Da zählt nur so viele Treffer in so kurzer Zeit wie möglich zu setzten. Aktion/Reaktion

Einen Gegner mit einer tight Guard zu öffnen, der nur darauf zu wartet in die Aktion zu schlagen, ist wesentlich aufwändiger, als der Boxer zu sein der hinter der Guard wartet. Sven Ottke und Artur Abraham haben es vorgelebt, wie Doppel Deckung eng am Mann, für viele Boxer ohne den nötigen Arbeitsaufwand und taktische Stilmittel, über die mittleren und langen Distanzen, nur schwer zu überwinden sind.

Devesive Kampf-Taktik ist bei Boxern mit weniger technischem Können und Talent, nicht umsonst das bevorzugte Kampfsystem. Es garantiert zumindestens einige Treffermöglichkeiten während des Gefechts.
 
Würde es gleichfalls an Foster geben, aber 118-108? C'mon. So deutlich war der Kampf nicht; vielleicht wurde im Kampf deutlich, wer der versiertere Boxer ist oder der mit den besseren Anlagen; aber die Unterschiede in der Frage wurden im Kampf selber nicht so geltend gemacht wie es diese Punktevergabe insinuiert. Auch ich würde die Trefferquote an sich höher werten als die reine Schlaganzahl, finde letztere aber nicht irrelevant, ich halte sie durchaus für einen zumindest Soft-Faktor, der auch mal den Ausschlag geben kann, wenn beide Boxer in der Trefferquote ungefähr gleichauf sind. Hier waren die Unterschiede in der Trefferquote allerdings zu signifikant, in diesem Fall spricht das m.E. dann schon für Foster. Aber ist jetzt auch nicht so, als hätte Navarrete durchgehend kein Land gegen Foster gesehen; finde auch bemerkenswert, wie oft Foster, wenn es brisant für ihn wurde und er nicht entscheidend raussliden konnte, wie ein Magnet an Navarrete gepitcht ist, was nicht immer der Form, aber der Sache nach schlicht Klammern war. Ich würde eben sagen: Ja, prämiere das versierte Defensivverhalten, wenn es sich in absoluter Dominanz niederschlägt; aber maßlos dominant fand ich Foster keineswegs. Trotzdem besser, nur eben nicht so märchenhaft wie 118-108.
 
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