Ich bin jetzt auch mit der Veranstaltung durch. Ich werde wohl kein Zuffa-Fan mehr. Ich finde die ganze Berichterstattung und das Matchmaking einfach sehr unangenehm: Sie haben klare A-Seiten und eine Agenda und dann muss das ganze Team so tun, als sehe man eine neutrale Boxliga, und gleichzeitig die A-Seiten extrem pushen, ohne dass es der Zuschauer merkt. Das fühlt sich extrem manipulativ an. Das sieht man schon am "neutralen" Kommentator-Scoring, das immer in Richtung A-Seite geht oder am Matchmaking, das genauso gewählt ist, um die A-Seiten zu verschleiern. Die Kämpfe sind so gematcht, dass sie eng aussehen, aber die B-Seite eigentlich doch keine Chance hat:
Bei anderen Veranstaltungen gibt es nur a-sides, da meckert man hingegen nie - hier wird aber ein besonderer Maßstab erwartet, was irreführend ist.
Die Veranstaltung am Sonntag bot auf den Prelims 2 Draws, hinzu hat mit Palma ein Löffler-Schützling den Opener der Maincard verloren.
Im Main-Event der Prelims waren mit Panin und Bunch zwei Zuffa-Signings direkt gematcht worden, wo soll dort groß eine klare a-side gegeben haben? Beim Mexiko-Duell im Co-Mainevent zwischen Salas und Saracho konnte ich im Vorfeld auch keine klare a-side erkennen.
Ausgerechnet bei der Card nun davon zu kommen, dass es nur klare a-sides gibt, das ist quatsch.
Dass es a-sides durchaus gibt, keine Frage. Man hat viel Geld in Opetaia sicherlich gepumpt, den will man nun pushen. Die Prospects wie Alvarado müssen ebenfalls aufgebaut werden. Das kann man nun vielleicht gut oder schlecht finden, aber bei einem Opener einer Veranstaltung nun so hohe 50/50 Erwartungen zu besitzen, das ist unsinnig.
Zuffa muss ein 18-Jähriges Prospect auch Raum für Entwicklung geben, deshalb werden dort auf den Prelims auch bessere Aufbaukämpfe stattfinden, ansonsten kann ein Prospect dort nicht unterschreiben, wenn es Gefahr läuft nach 1-2 Niederlagen sofort aussortiert zu werden.
Wie stellt man sich das denn bei einem 18-Jährigen vor? Es war sein zweiter Kampf innerhalb von 3 Wochen.
Da habe ich echt lieber ein Promoter-Team als klare A-Seite mit Fans im Hintergrund, wo es klar ist, wer gewinnen soll und man auf ein überraschendes Upset hoffen kann. Das ist dann leider doch einfach transparenter und ich fühle mich nicht so verschaukelt.
Die Casuals verstehen nicht einmal, was eine a oder b-side ist. Die werden sich jetzt nicht die Mühe machen irgendwelche Promoterzugehörigkeiten jeweilig abzuchecken und sich dann zugleich noch auf Erfahrungswerte zu berufen, dass man als b-side gnadenlos beschissen wird. Mit solch einer Einstellung geht ein casual überhaupt nicht heran.
Von daher sind normale Promoter absolut nicht besser. Diese ganzen DAZN-Experten scoren immer nur quatsch für die a-sides und selbst hierzulande haben wir viel Parteilichkeit beim Bildungsauftrag des öffentlichen Rundfunks gesehen, die irgendwelche Märchenstunden plapperten, wenn mal die b-side zurück schlug: "Abraham, bekannt für seine Schlagstärke, hat sicherlich die härteren Aktionen vorzuweisen, was in einem engen Gefecht den Unterschied ausmachen kann bei den Punktrichtern. Nicht ohne Grund wird es ehrfürchtig als Abrahammer bezeichnet, bei einer Schlagmessung wurde in der Rechten eine halbe Tonne gemessen, blabla"
Zuffa muss am Ende ihre Fighter wie jede andere Promotion auch hypen, damit sie im Mittelpunkt stehen. Es ist unfair zu sagen, dass man es bei anderen Promotions einfach so annimmt - aber hier in dem Fall plötzlich einen anderen Standard fährt, den man sonst nie besitzt.