Seitdem gab es meines Wissens die Neuregelung, dass der Testosteronwert über einen längeren Zeitraum unter 5 nmol/l liegen soll. Das ist aber die IOC Regelung, welche nicht bindend für die Fachverbände sind bei Olympia sind.
(...)
Da der Fachverband im Boxen ausgeschlossen ist, dürften die beiden Boxerinnen unter die IOC-Regelung fallen, auch wenn in vielen Berichten davon die Rede ist, dass der Eintrag im Pass reichen würde und es diesbezüglich auch ein Zitat eines ranghohen IOC-Funktionärs gibt.
Nochmal ein Nachtrag:
Ich gehe mittlerweile denn doch davon aus, dass maßgeblich der Eintrag im Pass ist und die Testosteronobergrenze nur für Transfrauen gilt, nicht für Intersexuelle.
In den meisten Artikeln hieß es auch, der Eintrag im Pass sei maßgeblich (so lange keine Verdachtsmomente bestehen).
Ist halt wirklich ein schwieriges Thema und kein Wunder, wenn Journalisten schon mal überfordert.
Hier mal ein Beispiel:
Doch während bei Semenya die höheren Testosteronwerte nachgewiesen sind, ist das bei Khelif nicht so. Im Gegenteil: Mit der Zulassung zu den Olympischen Spielen ist auch klar, dass
Khelifs Testosteronspiegel aktuell und mindestens in den vergangenen zwölf Monaten unter den geforderten zehn nmol/L liegt. Auch, dass sie "biologisch" ein Mann sei, wie Halmich behauptete, ist nicht wahr. Sie ist auch nicht trans, sondern wurde als Mädchen geboren und hat nie eine Transition durchgemacht - was in Algerien noch zumal verboten ist. Khelifs Vater verbot ihr Berichten zufolge als Kind, Sport zu machen, weil er Boxen nicht für angemessen für Mädchen hielt.
q: ntv
Zum einen wäre dazu zu sagen, dass wenn man auf die Verlinkung klickt, dies die Regelungen für
transsexuelle Sportlerinnen sind. Das ist Khalif eben nicht. Zum anderen handelt es sich um ein Dokument von 2015. Seitdem ist die Empfehlung auf 5 nmol/l verschärft worden.
Bei Sportlerinnen mit Androgeninsuffizienz (Körper kann Testosteron nicht verarbeiten) würde es auch wenig Sinn machen zu verlangen, dass der Wert gesenkt werden muss.
Es ist aber ganz sicher keine Frage einer "neuen Ideologie", dass intersexuelle Sportlerinnen an olympischen Spielen teilnehmen dürfen. Das hat es schon immer gegeben, wenn vielleicht auch nicht bei jeder Olympiade. Gab vor 1967 auch keine Chromosomentests.
Einen oft als entwürdigend empfundenen "Genitaltest" hatte die bereits erwähnte Ewa Klobukowska beispielsweise überstanden, ein Jahr später den neu eingeführten Chromosomentest nicht.
1968 wäre sie laut englischer Wikipaedia wohl wieder startberechtigt, weil der zuverlässigere Barrtest angewendet wurde, welcher die Anwesenheit von Barrkörpern in ihren Zellen nachgewiesen hätte. Im gleichen Jahr gebar sie ihr Kind.
Kłobukowska isn't seen in the public eye often because of the controversy.
[16] The reasoning behind this is that it has taken a significant toll on her mental health, almost resulting in suicide.
[3] As of 2017, she had still received no formal apology.[16]