Nur was die Nachvollziehbarkeit angeht: Die 100:90 finde ich genauso übertrieben, aber den Kampf hat Scotney mehr oder weniger klar gewonnen. Werden manche zwar anders sehen und können sie auch, aber dann sind wir eben wieder beim Thema subjektive Bewertung in Verbindung mit Scoringregeln und dem Begriff der Gerechtigkeit.
Ja, der Kampf z.B. verlief "eng" und "ausgeglichener", als es die 100:90 spiegeln, stimmt. Dennoch kann es genauso "ungerecht" sein, wenn man praktisch darum abwechselnd in engen Kämpfen die Runden gleichmässig verteilt, weil jemand z.B. weiter tapfer angreift, Herz zeigt, aber dennoch die entscheidenden, klar sichtbaren und zählenden Treffer fehlen oder untergehen. Gleichmässige Verteilung mag zwar gut und gerecht gemeint sein und den Ausgang offen halten, wäre aber dem Boxer gegenüber ungerecht, der eben in jeder Runde hauchdünn den einen klaren Treffer mehr setzt, dabei effektiver in der Aggressivität ist, die eben nicht nur im Vorwärtsgehen besteht sowie der die "bessere" Ringbeherrschung, Defensive zeigt, nach eigener zulässiger Bewertungssicht.
Durchaus also nach den Regeln und der eigenen "Boxsichtweise" vertretbar, wenn man hier z.B. Scotney in allen Runden konsequent und knapp vorwärts sieht. Schaut dann auf dem Papier "schlecht" für den Verlierer aus, aber der Sinn eines Boxscoring ist ua., dass man jede Runde einzeln für sich bewertet, damit das Ergebnis am Ende "gerecht" ist und nicht, um das Kämpferherz uä. wiederzugeben.
Finde ich für den Verlierer gerade solcher Kämpfe natürlich genauso sch...e, aber letztendlich hilft ein enges Ergebnis hier nicht weiter oder besser, ausser vielleicht in Sachen PR, Ego. Letztendlich weiß man aber als Aktiver, dass man seine Schläge/Treffer den PR auch immer gut verkaufen muss und hier viele Faktoren entscheidend sein können, es sei denn man hat 3 PR, die wirklich in der Lage sind alle klaren Treffer zu zählen, was live am Ring ein Ding der Unmöglichkeit ist und selbst geschulte Augen nicht erkennen können.