Es sollte der Weserberglandweg werden. Waren nur ca. 15-16 Km auf den ersten beiden Etappen, hatte auch nur wenige Anstiege. In erster Linie war es für den Körper halt ungewohnt und ich habe mich schlecht vorbereitet. Bin aktuell in Lüneburg und spüre die Schmerzen immer noch, wenn ich durch die Stadt Spaziere.
Meine Vermutung ist, dass es ein Fehler war, nur einen einzelnen Wanderstock mitzunehmen. Die Seite, die nicht entlastet wurde, ist die, auf welcher die Hüfte weh tut. Möglicherweise bin ich aber auch einfach zu schlecht trainiert und das ist bloße Überlastung.
Wie schon erwähnt, ich mach seit Jahren solche mehrtägigen Touren und schon auf Grund meines unfassbar hohen Alters (ich hab das WM Finale 74 schon live gesehen, Vater hatte sich dafür sogar einen Farbfernseher gekauft) bin ich jetzt auch nicht die Sportrakete oder bombe...
Erst mal - a bissl Training gehört dazu. Versuch einfach mal vor der Tour regelmäßig die 10.000 Schritte/Tag zu erreichen. Dazu a bissl Kraft-Training - gerade für Waden und Oberschenkel, ist schon die halbe Miete.
2 Stöcke sind natürlich Pflicht. Oder keiner. Einer geht gar nicht.
Dazu vernünftiges Schuhwerk, das ist extrem wichtig. Wer Wandern geht, braucht Wanderschuhe. Nix anderes.
Rucksack möglichst leicht packen, gibt 1000 Tipps im Internet, wie man hier möglichst viel einspart, kann ich bei Bedarf gerne dazu was sagen.
Blasenbildung: Neben dem Tipp von Angliru bezügl. der Socken - Füsse vor und nach dem Wandern (ggf. auch in einer Pause) mit Hirschtalkcreme einreiben. Hilft wirklich.
Und mein persönlicher Tipp: Versuche, nicht alleine zu gehen. Ich mach das seit Jahren mit meinem besten Kumpel. Ok, wir kennen uns über 30 Jahre und wissen über die Eigenheiten des Anderen Bescheid und können damit umgehen, das ist wichtig. Aber - es kommen immer irgendwelche Tiefs, wenn du zu zweit bist, hilft dir der andere schon darüber hinweg. Sei es durch gutes Zureden, Blödeln, Hilfe oder Motivation (komm Bombe, denk an das Bier heute Abend oder so ähnlich). Eigentlich hatten wir auf jeder Tour einen Durchhänger, ich glaube, dass ich alleine schon das ein oder andere Mal das Handtuch geschmissen hätte.
15 km sind ok, 20 sind auch als kaum Trainierter zu schaffen. Mein Kumpel geht meist fast unvorbereitet rein und schafft die 20 auch. Und das gerne auch in den Bergen, d.h. kommen schon ein paar Höhenmeter zusammen. Wichtig ist, dass du durch das erste Tief kommst, anschließend geht man praktisch von selbst. Da kommt in einen Flow und meinst, gar nicht mehr aufhören zu können. Ist echt so, wir haben sogar an die Tour noch was dran gehängt, weil der Körper einfach gehen will. Ist echt faszinierend. Leider lässt man das nach der Rückkehr wieder schleifen, fährt wieder Auto, Bahn usw. - klar, schon aus Zeitgründen.
Also, viel Erfolg beim nächsten Mal. Und berichte bitte wieder.
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Falls es interessiert, hier meine nächste Tour:
Wir hatten den
Lechweg geplant. Fällt leider flach, das sich mein Kumpel im Frühjahr das Bein gebrochen hat. Er traut sich das nun einfach nicht zu (was auch vernünftig ist). Und somit fahren wir in den Bayerischen Wald, zum Arber. Dort gibt es eine Ansammlung von 1000er Bergen, und ich werde mal versuche, 8 Stück zu besteigen, um mir dann selbst zu sagen, ich hätte einen 8000er bezwungen.

Er kann halt mitgehen wenn er es packt, wenn er Pause braucht, gehe ich alleine.
Wir machen das seit Jahren, ohne Frauen, ohne Handy (nur für den Notfall zur Navigation), ohne Fernsehen, ohne Musik, ohne alles. Einfach totales abschalten. Angefangen vor Jahren auf dem Münchner Jakobsweg (von München zum Bodensee). Das war mir aber zu viel Kirche, zu viel christliches Geschwafel. Und somit suchen wir uns seit Jahren eine Fernwanderung nach der Anderen raus und dann geht's halt los.
Ist echt faszinierend, wie "befreit" man nach einer Woche oder 10 Tagen oder 14 Tagen ist. Man redet viel, man schweigt viel (was mindestens genauso wichtig ist, gemeinsames Schweigen, das nicht befremdlich wirkt, ist echt was schönes), man trinkt abends sein Bierchen, man feiert die Ankunft - für mich immer eines der Highlights des Jahres. Vieles was ich in meinem Leben geändert habe, hatte seinen Ursprung in dieser Wanderung.
Tja, und so werde ich in Kürze also einen 8000er besteigen...
Hab aber schon a bissl trainiert. War dieses Jahr schon mit Frau auf Kreta beim Wandern (dort wurde nicht so viel geschwiegen...) und hab die ein oder andere Bergtour schon hinter mir. Es kann also losgehen. Ich lass einfach mal den Messner in mir raus...