So überraschend ist das nicht wirklich. Mit Whyte hat Itauma nun mal einen "Topmann im Ranking" besiegt, was ihn aufsteigen ließ. Ähnlich durch den Sieg über Balagoun. Er gewann außerdem ua. gegen erfahrere Boxer wie Wach und relativ früh einen WBO-Titel, was sich meist gut auf das jeweilige Verbandsranking auswirkt, wenn man diesen hält und verteidigt. Dazu natürlich ein strategisch gutes Matchmaking in Verbindung mit politischer Lobby/Verbandspolitik.
Die Sache ist eben, was genau können das für neue Regeln sein, die neutral, gerecht und fair sind und praktisch umsetzbar?
Itauma z.B. ist jung, hat Talent, war bei den Amateuren erfolgreich, zeigte Aktivität. Eigentlich eher ein positives Zeichen, wenn Verbände gerade eben junge Boxer mit Talent hochstufen in ihren Rängen.
Gerechtigkeit im Sinne eines rein sportlichen Leistungsprinzips (wie in der Bundesliga, wo jeder gegen jeden spielt) gibt es nunmal leider im Boxen nicht. Daher muss man hier mit Subjektivitöt und der Leistungs-Lobby-Mischung leben. Natürlich ist Itaumas Nr. 1 das Ergebnis von entsprechend gutem und klugen Management, aber rein objektiv kann man Itauma ausreichend sportliche Leistungen und Talent zugestehen für seine Position. Auch nicht verwerflicher oder ungerechter als die zig WM-Chancen, die z.B.ein mehrfach durch unsportliches Verhalten aufgefallener und wegen Gewalt gegen Frauen vorbestrafter Chisora, überführte Dopingsünder wie Fury, Whyte usw. erhalten. Bessere, transparente, klare Ranking-Regeln wären sicher sinnvoll, stimme ich zu, aber dann bitte auch konsequent mehrfaches unsportliches Verhalten, sei es im Ring oder auch außerhalb für Rankingbewertungen/Titelkämpfe "bestrafen". Sofern es wirklich rein um Sportlichkeit gehen soll.