Meiner Ansicht nach muss man dabei allerdings auch sehen, dass Österreich bei den Herren in der Summe der letzten Jahrzehnte die mit Abstand stärkste Skisprungnation war - und dennoch hatte man dort in vielen Jahren lediglich zwei Wettkämpfe, weil es eben in Innsbruck und Bischofshofen nur jeweils ein Einzelspringen gab und Bad Mitterndorf nicht jedes Jahr vertreten war. Im Vergleich beispielsweise zu Deutschland oder Norwegen war das recht wenig. Da verstehe ich schon ein Stück weit, dass man bei einer weitgehenden Zusammenlegung der Kalender von Damen und Herren die Sorge hat, dass ihnen bei den Damen nun Ähnliches blüht und dass man das mit aller Macht vermeiden will.
Die Zuschauerzahlen von Villach vor Ort sind auch aus meiner Sicht schwer zu beurteilen; wenn Villach am selben Tag wie das Tourneefinale stattfindet, ist auch verständlich, wenn die Zuschauer eher dorthin gehen.
Eine weitere Reduktion des Starterfeldes auf weniger als 50 Starter fände ich auch nicht gut. Der Wettkampf hat, so wie er ist, eine optimale Länge von ungefähr einer Stunde und 45 Minuten; man sieht mehrere Springer aus den größeren Nationen, ein paar aus den kleineren, und das Verhältnis zwischen der Anzahl der Starter und der Anzahl der Springer in den Punkten passt auch ganz gut.
Die Qualifikation wurde ja einst gerade geschaffen, um die ursprünglich sehr großen Starterfelder tvgerecht zu verkleinern. Dass das Skispringen dann nach einigen Jahren so viel ein Attraktivität gewonnen hatte, dass man auch die Qualifikationen begonnen hat zu übertragen, war ja fürs Springen durchaus positiv. Anschauen muss man sie aber nicht unbedingt, wenn man nicht mag. Für mich sind sie auch immer ein schöner Auftakt ins Wochenende; wenn man sich auch für einige nicht so starke Springer interessiert, ist es auch durchaus spannend zu sehen, wer sich qualifiziert.