Bei allem, was beim Zuschauen derzeit so viel Spass macht wie lange nicht mehr, aber zur Einordnung gehört auch, dass Werder noch gegen keinen der letztjährigen Top6 gespielt hat.
Das ist korrekt und da sieht man eben auch, wie viel ein Spielplan so ausmachen kann. Es steht völlig außer Frage, dass Kohfeldt das beste ist, was Werder in den letzten Jahren passiert ist und die Mannschaft auch seit Anfang des Jahrzehnts vermutlich nicht mehr so qualitativ stark gewesen ist. Aber in den letzten Saisons hatte Werder immer ein brutales Auftaktprogramm, sowieso quasi immer den ersten Spieltag auswärts und hat in den ersten drei, vier Spielen kaum Punkte geholt. Werder hat sich ja sogar mal öffentlich beklagt, dass die Ansetzungen doch teilweise sehr bescheiden gewesen sind. Und wenn du dann erstmal da unten stehst, dann landest du halt schnell in einem Negativstrudel, verlierst Selbstvertrauen und weitere Spiele und steckst dick und fett im Abstiegskampf. So war es bei Dutt, so war es bei Skripnik und so war es bei Nouri.
In diesem Jahr hat es dann der Spielplan mal wirklich exzellent mit uns gemeint. Hannover (H), Frankfurt (A), Nürnberg (H), Augsburg (A), Hertha (H), Stuttgart (A) - ein viel angenehmeres Auftaktprogramm hätte man ja kaum kriegen können. Habe schon im Juni gesagt, dass man das eigentlich mal ausnutzen und endlich mal gut starten muss - damit man eben mal in diesen positiven Flow kommt, wo man dann auch plötzlich Spiele gewinnt, die eigentlich nicht so gut sind. Wie gesagt, natürlich ist das Werder 2018/2019 unter Kohfeldt so stark wie lange nicht - aber Gott sei Dank hat man den Spielplan auch ausgenutzt. Es wäre ja sogar noch mehr drin gewesen, eigentlich waren die Punktverluste gegen Hannover, Nürnberg und Stuttgart allesamt überflüssig wie ein Kropf. Zugegebenermaßen waren die Auswärtssiege in Augsburg und Frankfurt aber natürlich auch glücklich.
Lange Rede kurzer Sinn: Wenn ich im Zuge der Spielplanveröffentlichung Leute höre, dass es ihnen "völlig egal sei, weil man eh gegen jede Mannschaft zweimal ran muss", kann ich nur müde lächeln. Es ist eben nicht völlig egal.