Auf den ersten Kilometern habe ich es zunächst etwas ruhiger angehen lassen, um zum Ende hin noch genug Kraft für das Finale zu haben. Bei einem solchen Zeitfahren ist es besonders wichtig, sich seine Kräfte gut einzuteilen.
Nach circa zehn Kilometern ging mir permanent einer der Kamera-Hubschrauber auf die Nerven. Er flog so nah an mich heran, dass ich mich vom Wind behindert fühlte. Wenig später begann er auch noch mehrmals die Strecke zu kreuzen, was meiner Konzentration nicht gerade zuträglich war.
Auf der bereits erwähnten Abfahrt habe ich versucht, sehr vorsichtig zu fahren. Lieber ein paar Sekunden verlieren als stürzen. Doch dann geschah genau das, was ich hatte vermeiden wollen. Mario Kummer hatte mich gerade über Funk vor der Kurve gewarnt, da merkte ich auch schon, wie mein Vorderrad wegrutschte und ich die Kontrolle über mein Zeitfahrrad verlor.
Glücklicherweise gab es keine größeren Schäden und mein Mechaniker war umgehend zur Stelle und half mir die Kette wieder einzuspannen.
Die restliche Abfahrt war danach buchstäblich im Eimer. Ständig fuhr ich mit dem Gefühl, es könnte gleich wieder passieren. Unten angekommen war ich erstmal völlig aus dem Rhythmus und habe einige Kilometer gebraucht um halbwegs wieder meinen Tritt zu finden.
Die letzten fünfzehn Kilometer waren die reinste Schinderei. Da ich mich beim Sturz am Ellenbogen verletzt hatte, konnte ich meinen Arm nicht wie gewünscht auf den Aufleger des Lenkers stützen.
Dennoch war ich nach der Etappe mit dem dritten Platz recht zufrieden. Nach solch einem chaotischen Rennverlauf kann ich damit gut leben.