Nachdem das Turnier beendet ist kann man ein Fazit ziehen.
Meines Erachtens eine unterhaltsame, aber technisch und taktisch schwache WM. Unterhaltsam wegen einer Menge Favoritensterben und teilweise engen Spielen mit vielen Elfmeterschießen in der KO-Phase. Kroatien immer ein Spaß und die Mannschaft des Turniers. Technisch und taktisch aber insgesamt ein müdes Turnier bei dem ganz klar die Defensivreihen dominierendes Element waren. Außer den Belgiern und teilweise Brasilien hat da niemand irgendeinen wirklich guten Fußball gespielt. Keine neuen Stars, die sich ins Rampenlicht spielten. Mbappe und Griezmann kannte man vorher und die dominierenden Stars waren die auch nicht immer. Der Weltmeister sehr effizient, aber kaum schön anzusehen. Deutschland, Spanien, Argentinien, Portugal gehören dringend in die Reparaturwerkstätte und England, Kolumbien, Schweden, Rußland sind entweder noch nicht so weit oder zu bieder ohne jegliches Kreativelement. Die Urus hatten ihre Chance dieses Turnier, in 2022 sind die Stars zu alt. Pech dass sie Gruppensieger wurden, im anderen Baum wären sie wohl sehr weit gekommen.
Neue Taktikerkenntnisse bei diesem Turnier Fehlanzeige, außer, das Ballbesitzfußball irgendwie ziemlich tot ist und die defensive Disziplin-Ausrichtung a la Atletico Madrid mittlerweile auch von den "Kleinen" gut beherrscht wird. Die Offenbarung gab es aber nicht, was an Stelle des Ballbesitzes tritt. Französischer Effiezienzfußball? Irgendwie braucht es meines Erachtens eine neue Idee.
Dadurch dass durch diese WM mehr als ein halbes Dutzend "Fußballgroßmächte" unter Erneuerungsdruck stehen (Deutschland, Spanien, Italien, Holland, Portugal, Argentinien....) dürfte die Zukunft sehr interessant werden. Da wird sich vielleicht einiges tun.