Noch ist sie nicht tot, aber es fühlt sich an, wie ein Sterben auf Raten. Ich kann auch aktuell nichts machen. Ständig erwarte ich neue Hiobsbotschaften aus dem Krankenhaus. Meine Schwester ist dort. Ich selbst traue mich nicht, dort hinzufahren, weil ich meine Mutter lieber so in Erinnerung haben möchte, wie sie noch vor ein paar Tagen drauf war. Ansprechbar und mit einem Lächeln im Gesicht.
Meine Schwester akzeptiert das. Mir würde es noch viel mehr weh tun, wenn ich eine sterbende Mutter vor mir sehe und Abschied von ihr nehmen muss. Das würde mich zerreißen.
Hab mir jetzt für diese Woche Krankenschein genommen. Jeden Tag oder jede Stunde kann es vorbei sein, und dann muss ich reagieren können. Meine Schwester braucht auch meine Hilfe, die kann nicht alles alleine machen.
Dann heißt es "stark sein". Alles mögliche erledigen.
Für heute lege ich mich ins Bett und morgen fahre ich ins Krankenhaus, meine Schwester unterstützen. Bin auf alles gefasst.
Sitze hier wie paralysiert und meine Gedanken drehen sich im Kreis. Woran soll ich denken? Dass die Antibiotika anschlagen und Mutter nochmal knapp dem Sensenmann entkommt? Bis zum nächsten mal? Sie wird sowieso in jedem Fall ein Pflegefall bleiben. Ob sie noch ein paar einigermaßen zufriedene Tage, Wochen, Monate?? hat, kann niemand sagen.
Oder soll ich so tun, als wäre schon alles vorbei? Damit ich gefasster bin, wenn die Nachricht tatsächlich kommt?
Ich weiß es nicht. Im Moment weiß ich gar nichts.
btw. ich bin froh, dass ich dieses Forum habe.