Wie geht es weiter mit England?


Chancho

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Tuchel macht sich nach dem er für die Nichtnominierung von Bellingham schon von der Presse zerrissen wurde weiter beliebt und legt sich nun auch mit den Fans an.

Das nehme ich anders wahr. Er hat von der englischen Presse auch viel Lob für die Nichtnominierung Bellinghams (was ausdrücklich kein Aussortieren war!) bekommen und auch nach dem Sieg gegen Wales war der Tenor der englischen Presse sehr positiv. Bei den Fans kam er damit auch gut an, weil viele Bellingham als arrogante Primadonna sehen und stattdessen Tuchels Teamgedanken teilen. Grundsätzlich ist er derzeit auf einem guten Weg, auch wenn man es der englischen Presse, zumal als deutscher Trainer, niemals ganz recht machen kann.
 

thedoctor46

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Das nehme ich anders wahr. Er hat von der englischen Presse auch viel Lob für die Nichtnominierung Bellinghams (was ausdrücklich kein Aussortieren war!) bekommen und auch nach dem Sieg gegen Wales war der Tenor der englischen Presse sehr positiv. Bei den Fans kam er damit auch gut an, weil viele Bellingham als arrogante Primadonna sehen und stattdessen Tuchels Teamgedanken teilen. Grundsätzlich ist er derzeit auf einem guten Weg, auch wenn man es der englischen Presse, zumal als deutscher Trainer, niemals ganz recht machen kann.
Das ist komplett gegensätzlich zu dem was ich gelesen habe.
 

gentleman

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Unglaublich, dass Tuchel nur 18 Punkte aus 6 Spielen geholt hat, dazu mit einer miesen Tordifferenz von 18:0. Mal wieder grandios gescheitert...
ich finde diese Analyse von Henry Winter trifft es recht gut:
Thomas Tuchel can’t be judged properly until the knockout stages next summer when England face more heavyweight opposition - like France or Spain - but he’s doing what’s asked of him. Senegal was poor but since then Tuchel has made England a strong unit, organised and attractive, players delivering and he probably knows 9 of his starters. England heading in the right direction. And off to the World Cup. Tuchel’s real worth will be seen in crunch moments in knockout games when he has to make the right decisions to change a game. He’s shown in the past - with clubs - he can do that. But, for now, he’s certainly quietened a lot of the criticism of his appointment. No doubting Thomas now. Injury or fatigue to any of England’s spine a concern, obviously. Plus there will be the inevitable focus and drama over who he leaves out of the squad for the World Cup. But that’s partly because he’s got a wealth of talent to draw from. Headlines tend not to faze him. Tuchel’s got too much self-belief. He handled the silence of the Lions well. Made his point (a legitimate one) at Wembley and reacted well - in Riga with a smile - when England’s loyal, noisy away fans had a humorous pop back. Tuchel is very likeable. But then he is winning.
Noch mehr Details auch zur englischen Mannschaft hier:
 

torben74

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Unglaublich, dass Tuchel nur 18 Punkte aus 6 Spielen geholt hat, dazu mit einer miesen Tordifferenz von 18:0. Mal wieder grandios gescheitert...
giphy.gif
 

Chancho

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Ist das hier irgendwo untergegangen oder warum finde ich nirgendwo die Meldung, dass Tuchel seinen Vertrag vorzeitig bis 2028 verlängert hat?


Es gibt sicher gute Argumente für die Verlängerung. Trotzdem bleibt die Frage, was passieren mag, wenn England weit hinter den hohen Erwartungen bei der WM zurückbleibt?
 

Savi

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Bei einem Turnier kann es in der KO Runde schnell Mal passieren, dass man (zu) früh ausscheidet. Seit 2018 ist England aber bei Turnieren konstant weit gekommen. Nur ein Titel fehlt Ihnen. Bei fast allen Betrachtungen im Sport geht es um Wahrscheinlichkeiten und die sind sehr hoch, dass Tuchel mit dem Team wieder weit kommt.
 

Sports Almanac

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Seit 2018 Southgate ist England aber bei Turnieren konstant weit gekommen.
Ich habe es mal verbessert. ;) Das Halbfinale und die beiden Finals des angeblich so schlechte Southgate sind die Messlatte, mit KO Runden musste dieser so limitierte Trainer laut Volksmund auch leben. Daher sollte dies kein Argument bei der Bewertung des Erfolgs eines angeblichen Supertrainers sein.
 

brownbomber

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Ich trau England mit Tuchel auch wieder ein Halbfinale zu. Das dürfte für Tuchel reichen um nicht gefeuert zu werden😉
 

JL13

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Ich habe es mal verbessert. ;) Das Halbfinale und die beiden Finals des angeblich so schlechte Southgate sind die Messlatte, mit KO Runden musste dieser so limitierte Trainer laut Volksmund auch leben. Daher sollte dies kein Argument bei der Bewertung des Erfolgs eines angeblichen Supertrainers sein.

Als jemand, der Southgate oft kritisiert hat, möchte ich gern ein paar differenzierte Gedanken zwischen „Southgate kann gar nichts” und „Southgate ist der beste Mensch ever” reinstreuen.

WM und EM mit ihrer Art des K.O.-Runden-Modus ist eigentlich immer reiner Ergebnisfussball. Ich lege mal ein bisschen Kohle auf den Tisch, denn das Phrasenschwein wird gleich viel Futter kriegen. „Das bessere Team setzt sich in 9 von 10 Spielen durch” yada yada mag stimmen und bringt dem "besseren" Team in einer „Best-of-X”-Serie wie im US-Sport was, und kann sicher auch in der CL-K.O.-Phase hilfreich sein, wo man ein Rückspiel zum "reparieren" hat. Bei einer WM/EM ist es eine Glückskeksweisheit, die man sich an die Unterhose sticken kann, weil sie einem einen Dreck nutzt, wenn man am Tag X das eine von zehn Spielen erwischt, in dem sich das „schlechtere” Team durch einen Lucky Punch durchsetzt.

Aus dieser Perspektive hat Southgate viel richtig gemacht. Nicht alles, denn sonst hätte er alle Turniere gewonnen. Aber zweimal EM-Finale und einmal Rang 4 bei WM, ist doch deutlich mehr, als die meisten seiner Vorgänger gebacken bekommen haben. Und auch 2022 – war halt klar, dass ein Grosser früh tschüss sagt, wenn FRA und ENG schon im VF aufeinander treffen – war solide.

Aber wir sind ja hier alle zum Diskutieren im Forum. Da darf man auch mal ein bisschen in die Tiefe gehen und nicht nur den Output ansehen. Wenn ich z. B. Kroatien als Vergleich nehme: 2018 und 2022 ist das mit Silber und Bronze beides komplett im Soll. Nein, eigentlich beides weit über Soll. Aber selbst wenn man sich 2018 in der K.-o.-Phase ebenfalls schwergetan hat und dreimal in die Verlängerung bzw. Elfmeterschiessen musste, würde ich den Run damals als deutlich souveräner betrachten als 2022.

So sehe ich es z. B. bei England auch. Das Finale 2021 kann man nicht meckern. Die Gruppe wurde souverän gemeistert. Das 0:0 gegen Schottland, für die das das Spiel der Spiele war, ist verschmerzbar. Deutschland rausgekegelt, Ukraine abgeschossen, gegen die „auf einer Mission”-Dänen in die Verlängerung und dann gegen Italien auf Augenhöhe im Elfmeterschiessen verloren – das kann man so machen. Vier Jahre später war die Gruppenphase miefig und gefühlt ist man in jedem K.-o.-Spiel dem Aus im allerletzten Moment von der Schippe gesprungen. Also: Finale ungleich Finale, wenn man es sich genauer anschaut.

Dazu darf man auch betrachten, wann z. B. welche Kritik fällt. Wenn ich sehe, wie sich Leute wie Kane, Bellingham, Foden, Saka etc. gegen Slowenien den Ball zuschieben und keiner den Eindruck macht, als wüsste er, was die Idee des Spiels ist, ist es legitim, sich in dem Moment die Frage zu stellen: „Wie sieht das aus, wenn da plötzlich ein Gegner gegenübersteht, der aus bisschen mehr Qualität besteht als Oblak, Sesko und neun Leute, die bestimmt auch nette Menschen sind?“

Abgesehen davon – um die Brücke zu Kroatien wieder zu schlagen – darf man von England auch mehr Firepower erwarten als von einem Land, das fünfmal weniger Einwohner hat als friggin London allein. Ich habe mehr Verständnis dafür, wenn ein Team, das aus den 200-jährigen Modric, Perisic und Kramaric besteht und durch Spieler mit weniger Qualität ergänzt wird, gegen Brasilien den Bus parkt, als wenn der Torschützenkönig der Bundesliga, der beste Spieler der spanischen La Liga und ein paar Giganten der Premier League versuchen, gegen die Schweiz ein 0:0 über die Zeit zu bringen. Klar, hier kommt wieder der Satz von weiter oben zur Geltung: „WM und EM mit ihrer Art des K.O.-Runden-Modus ist eigentlich immer reiner Ergebnisfussball.“ Ich weiss nicht, ob Southgate und sein französisches Pendant, „Luftpumpen-Didi”, jedes Mal in der Gruppenphase ausgeschieden wären, wenn sie die Handbremse nur ein bisschen gelöst hätten. Zumal sie ja auch mit Handbremse in dem Zeitraum, seit der erste von ihnen ins Amt kam (Franzosen-Dietrich nach der EM 2012), zusammen gleich viele Titel geholt haben wie die Spanier, bei denen es ein bisschen weniger hässlich aussah.
 
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