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Wie haltet ihr euren Glauben am Leben?


Ich bin zwar katholisch getauft, werde aber zeitnah aus der Kirche austreten. Für viele Menschen mögen Religionen wichtig sein und ihnen in schweren Situationen halt geben, ich halte aber relativ wenig davon. Nach meinem Gottesbild soll man sich nicht an Regeln wie das Fasten halten, um Gott zu ehren. Ich bin eher der Auffassung das Gott möchte, dass man das Beste aus seinem Leben machen und so gut es geht moralisch korrekt handeln soll. Wir haben im Gegensatz zu Tieren ein moralisches Gewissen geschenkt bekommen, aber müssen dieses selber verwenden können. Das ganze Leid der Welt gibt es nur deshalb, da viele Menschen genau dies nicht können und viel zu egoistisch handeln. Gott hat uns die Möglichkeit zu einem harmonischen Zusammenleben gegeben, aber wir müssen dieses Geschenk selber zu nutzen wissen.

Außerdem glaube ich noch an das Karma im Leben. Hinter allem schlechten, was im Leben passiert, steht ein Sinn. Man kann jetzt erst was schlechtes erleben, um danach was viel schöneres zu erleben, oder weil man sich davor selber schlecht verhalten hat, erlebt man jetzt was schlechtes. Alle Handlungen im Leben fallen auf dich zurück.
 
Ich hole mal diesen 10 Jahre alten Thread hervor. Ursprung ist der Post aus dem Detroit Pistons Thread, wo Cade einen Instagram Post abgelassen hat.

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Das passt wunderbar zu dem, was damals @sonic00 schon anmerkte.

Ich habe mich damit abgefunden nur für einen sehr kurzen Zeitraum auf diesem Planeten zu sein. Das eigene Ich ist dabei so unbedeutend, dass ich versuche die Welt und das was darum und darin passiert nicht allzu Ernst zu nehmen. Und ich glaube jeder einzelne Mensch sollte versuchen sich mehr "unbedeutend " zu verhalten. Das würde jedem auf diesem Planeten weiterhelfen.

Ich finde es faszinierend, dass eben ein Cade Cunningham (und er ist stellvertretend gemeint) meint, dass Gott ausgerechnet sein Leben lenkt und mit einer gewissen Absicht steuert. Ich frage mich dann immer, ob diese Menschen dann die andere Seite der Medaille auch wirklich mitdenken. Nämlich das Menschen, denen (grundlos) schlechtes widerfährt, das also auch "bewusst" von Gott initiiert wird?
Und da ich gerade Lust habe zitiere ich mal noch zwei weitere, 10 Jahre alte Aussagen.

Zur Frage, warum Gott soviel Leid "zulässt". Man stellt hier einfach die falsche Frage. Es geht nicht darum, wo Gott ist. Es geht darum, wo der Mensch ist. So im Beispiel eines Krieges. Der Mensch hat einen freien Willen. Er kann frei entscheiden, ob er jemanden umbringt oder nicht. Würde Gott eingreifen, wäre der freie Wille dahin.

Den Ansatz verstehe ich nicht ganz. Es ist ja gut dokumentiert, dass Gott im Alten Testament und im Neuen Testament durch Jesus eingegriffen hat. Aber ab dann hat er entschieden: Ok, ab jetzt gibt es den freien Willen komplett, ich greife nicht mehr ein?

Ich bin zwar katholisch getauft, werde aber zeitnah aus der Kirche austreten.

Und hast du es hinbekommen? :clowns:

Ich habe mittlerweile vor ca. 4 Jahren geschafft, dann mal "endgültig" auszutreten. Bislang habe ich den Weg zurück (wenn man überhaupt im Alter so bis ca. 12 benennen kann) zum Glauben nicht geschafft. Auch auf offene Fragen auf der Welt ist Gott einfach keine befriedigende Antwort für mich. Erst Recht, wenn es so viele unterschiedliche Religionen auf der Welt gibt.
 
Ich hole mal diesen 10 Jahre alten Thread hervor. Ursprung ist der Post aus dem Detroit Pistons Thread, wo Cade einen Instagram Post abgelassen hat.

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Das passt wunderbar zu dem, was damals @sonic00 schon anmerkte.



Ich finde es faszinierend, dass eben ein Cade Cunningham (und er ist stellvertretend gemeint) meint, dass Gott ausgerechnet sein Leben lenkt und mit einer gewissen Absicht steuert. Ich frage mich dann immer, ob diese Menschen dann die andere Seite der Medaille auch wirklich mitdenken. Nämlich das Menschen, denen (grundlos) schlechtes widerfährt, das also auch "bewusst" von Gott initiiert wird?
Und da ich gerade Lust habe zitiere ich mal noch zwei weitere, 10 Jahre alte Aussagen.



Den Ansatz verstehe ich nicht ganz. Es ist ja gut dokumentiert, dass Gott im Alten Testament und im Neuen Testament durch Jesus eingegriffen hat. Aber ab dann hat er entschieden: Ok, ab jetzt gibt es den freien Willen komplett, ich greife nicht mehr ein?



Und hast du es hinbekommen? :clowns:

Ich habe mittlerweile vor ca. 4 Jahren geschafft, dann mal "endgültig" auszutreten. Bislang habe ich den Weg zurück (wenn man überhaupt im Alter so bis ca. 12 benennen kann) zum Glauben nicht geschafft. Auch auf offene Fragen auf der Welt ist Gott einfach keine befriedigende Antwort für mich. Erst Recht, wenn es so viele unterschiedliche Religionen auf der Welt gibt.

Das Posting von Cade müsste ein Beispiel einer ursprünglich calvinistischen Sichtweise sein, die in den USA verbreiteter ist. Wenn man an (optimistische) Prädestination glaubt, dann muss so ein Rückschlag ja Teil des Plans sein.

Ein Katholik würde Gott wahrscheinlich nun eher als begleitenden Beschützer, der einem Kraft geben soll, anrufen.

PS: guter alter Thread.
 
Ich hole mal diesen 10 Jahre alten Thread hervor. Ursprung ist der Post aus dem Detroit Pistons Thread, wo Cade einen Instagram Post abgelassen hat.

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Das passt wunderbar zu dem, was damals @sonic00 schon anmerkte.



Ich finde es faszinierend, dass eben ein Cade Cunningham (und er ist stellvertretend gemeint) meint, dass Gott ausgerechnet sein Leben lenkt und mit einer gewissen Absicht steuert. Ich frage mich dann immer, ob diese Menschen dann die andere Seite der Medaille auch wirklich mitdenken. Nämlich das Menschen, denen (grundlos) schlechtes widerfährt, das also auch "bewusst" von Gott initiiert wird?
Und da ich gerade Lust habe zitiere ich mal noch zwei weitere, 10 Jahre alte Aussagen.



Den Ansatz verstehe ich nicht ganz. Es ist ja gut dokumentiert, dass Gott im Alten Testament und im Neuen Testament durch Jesus eingegriffen hat. Aber ab dann hat er entschieden: Ok, ab jetzt gibt es den freien Willen komplett, ich greife nicht mehr ein?



Und hast du es hinbekommen? :clowns:

Ich habe mittlerweile vor ca. 4 Jahren geschafft, dann mal "endgültig" auszutreten. Bislang habe ich den Weg zurück (wenn man überhaupt im Alter so bis ca. 12 benennen kann) zum Glauben nicht geschafft. Auch auf offene Fragen auf der Welt ist Gott einfach keine befriedigende Antwort für mich. Erst Recht, wenn es so viele unterschiedliche Religionen auf der Welt gibt.

Zunächst einmal: Wer aus seiner Religion Kraft schöpft und positive Sachen für sich und Andere hervorbringt respektiere ich. Und ohne Religion geht das auch. Man muss eventuell etwas für sich finden.

Ich selber bin nicht wirklich religiös. Auch wenn ich manchmal überlege wie ich mich genau einschätzen soll.

Jedoch ist dieses "Gott gab mir eine Prüfung, die ich überwinden muss" aus meiner Sicht auch nur eine Methode mit etwas umzugehen. Und die ewige Frage wieso ein (liebender?) Gott so viel Leid zulässt. Das allein mit freiem Willen zu erklären ist für mich nicht haltbar. Eine Totgeburt ist kein freier Wille.
 
Ich bin tatsächlich ein sehr gläubiger Mensch, was aber wenig mit der Institution Kirche zu tun hat. Die hat für mich im Laufe der Jahrtausende viel zu viel weltlichen Machtanspruch entwickelt und zu viele, eigentlich gute Prinzipien über Bord geworfen.

Dass es mehr gibt, als wir sehen, verstehen und erklären können, ist für mich völlig klar und beruht auf persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Letztendlich ist das erst mal die entscheidende Frage: Kann ich akzeptieren, dass es eine übergeordnete Kraft gibt, wie auch immer man die nennt, (oder vielleicht auch zwei, einmal gut, einmal böse) und kann ich akzeptieren, dass ich nicht alles mit dem Verstand erfassen kann?

Letztendlich ist es zwar ein Thema, über das viel diskutiert wird, über das sich aber im Grunde nicht gut diskutieren lässt. Ich sage, es gibt einen Gott. Warum ist es für andere so wichtig, dass es ihn nicht gibt und warum müssen sie mich unbedingt davon abbringen, an ihn zu glauben? Oder, warum muss ich andere überzeugen, dass es ihn gibt?

Fest steht, würden sich alle Menschen nach dem Prinzip der Nächstenliebe richten, hätten wir keine Probleme. Ansonsten gilt wie immer: Fanatismus und Extremismus ist nie gut. Was im Grunde auch eine extreme Position ist ;)
 
Warum ist es für andere so wichtig, dass es ihn nicht gibt und warum müssen sie mich unbedingt davon abbringen, an ihn zu glauben? Oder, warum muss ich andere überzeugen, dass es ihn gibt?

Weil du ohne diese Logik heute nicht an Gott glauben würdest. Ohne Kirche und ohne Missionierung wäre eben der Glaube an den christlichen Gott nicht überliefert worden. Und das gilt ja nicht nur fürs Christentum. Aber um eben die Bibel in die Hand zu bekommen, hat es Institutionen gebraucht, die diese "zielstrebig" überliefern.

Fest steht, würden sich alle Menschen nach dem Prinzip der Nächstenliebe richten, hätten wir keine Probleme.
Absolut.
 
Weil du ohne diese Logik heute nicht an Gott glauben würdest. Ohne Kirche und ohne Missionierung wäre eben der Glaube an den christlichen Gott nicht überliefert worden. Und das gilt ja nicht nur fürs Christentum. Aber um eben die Bibel in die Hand zu bekommen, hat es Institutionen gebraucht, die diese "zielstrebig" überliefern.
OK, so gesehen hast Du Recht. Mir ging es aber eher um den Blick auf heute, wo Glaube und Religion "etabliert" sind.
 
Dieses Problem habe und hatte ich nie, da ich so etwas wie Glauben, im spiritistischen Sinne, nie besessen habe und auch nichts erhalten muss.

Kirchensteuer habe ich trotzdem immer brav gezahlt. Weil ich abseits des ganzen Klimbims, einige EInrichtungen der Kirchen bzw. in deren Umfeld
für gesellschaftlich sehr wichtig und unverzichtbar halte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hab’s immer wieder aufgeschoben, weil ich ja eh noch keine Kirchensteuer zahlen musste. Aber jetzt nach der ersten Gehaltsabrechnung habe ich direkt einen Termin gemacht. :clowns:
Service Hinweis:
Kirchensteuer ist eine Jahressteuer, d.h. du musst Anteilig Kirchensteuer pro Monat zahlen, in der du Mitglied warst. D.h. du warst 2026 noch bis April Mitglied, dann musst du für 4 Monate Kirchensteuer auf dein Jahreseinkommen zahlen, selbst, wenn du in den Monaten noch nicht gearbeitet hast. Du wirst also irgendwann einen Brief bekommen, der dir eine Nachzahlung auf Kirchensteuer bescheinigt....
Been there, done that :(
 
Ohne Kirche und ohne Missionierung wäre eben der Glaube an den christlichen Gott nicht überliefert worden. Und das gilt ja nicht nur fürs Christentum. Aber um eben die Bibel in die Hand zu bekommen, hat es Institutionen gebraucht, die diese "zielstrebig" überliefern.
Ich weiß nicht, ob ich dich da richtig verstehe, deshalb versteh meinen Post jetzt nicht als Kritik an deinem. Ich benutze diese Zeilen lediglich als Aufhänger:
Ich bin nicht der Meinung, dass es "die Kirche" als Institution für die Überlieferung eines Glaubens gebraucht hätte.
Religöse Vorstellungen existieren seit tausenden von Jahren.
Die Kreuzigung von Jesus ist zeitlich näher an uns heute, als am Bau der großen Pyramiden.
D.h. auch vor Christus gab es seit Jahrtausenden Religion, doch die war menschheitsgeschichtlich mit ein paar wenigen Ausnahmen polytheistisch. Es gab unzählige lokale Kulte, Bräuche, Gottheiten. Andere Standard-Götter, meist zuständig für grundsätzliches wie Blitze/Donner, Meer, Regen, Wachstum/Ernte/Jagd waren so gut wie überall verbreitet, halt z.T. unter unterschiedlichen Namen. Und natürlich abhängig von den geographischen Begebenheiten. Ursprünglich wurden diese Götter in lokalen Heiligtümern verehrt. Die Idee den Göttern Häuser (Tempel) zu bauen, kam dann in großem Stil mit der griechischen Kolonisation der Mittelmeerwelt auf (so um 500 v. Chr.)
Missionierung in heutigen Sinn gab es also für tausende von Jahren nicht. Multi-Kulti war der absolute Normalfall.
Ja, bei den Ägyptern gab es eine Epsiode unter Echnaton, wo quasi der Sonnengott zur alleinigen Gottheit erhoben werden sollte. Das führte zu massiven Konflikten, scheiterte und wurde wieder zurückabgewickelt. (Ich habe hier bewusst vereinfacht und verkürzt).
Was diese Art von Religion deutlich friedlicher machte, als die heutigen Varianten ist, dass es eben nicht den EINEN wahren Gott gab und auch nicht den EINEN Text, an den man sich zu halten hatte. So waren diese Religionen viel anpassungsfähiger an lokale Präferenzen.
(Alleine die Tatsache ob ein "heiliger Text" in verschiedene Sprachen übersetzt werden darf oder nicht, macht für seine Anpassungsfähigkeit schon einen riesen Unterschied. Ein deutscher Katholik kann also mittlerweile sagen, ja, das steht so in der Bibel, aber es ist ja nur so und so bzw als Metapher gemeint, wohingegen so etwas anderen Religionsgemeinschaften schwerer fällt)
Es ist mMn einfach einer Folge von - mMn höchst unglücklichen - Zufällen zu verdanken, dass der Monotheismus der Juden in seiner reformierten Jesus-Variante sich im Imperium Romanum verbreiten konnte und dann dort aus Machtgründen von Kaisern zur Staatsreligion erhoben wurde.
Und "die Kirche" ist seit jeher einfach ein Herrschaftsinstrument.
Warum zahlen wir heute noch Kirchensteuer? Wann und weshalb wurde sie eingeführt? Wenn man sich das vor Augen hält ist das eine ziemliche Frechheit.
Und wie immer zur Sichheit ein Disclaimer: Ich will hier keineswegs irgendwen von irgendwas überzeugen. Kann jeder glauben an was er will. Jesus, irgendwelche Heilige, die im Mittelalter dazu erfunden wurden, Spaghetti Monster oder Steve Jobs. Nur muss man aufpassen, dass man den Pfad der Fakten nicht verlässt, wenn man für seine Religion argumentieren will. Ich bin in einer provinziellen Welt aufgewachsen, wo der Katholizismus als alleinig seeligmachende Religion und alleinige Wahrheit gesehen wurde. Historisch gesehen ziemlicher Käse.
Am liebsten würde ich jetzt vor Ostern wieder damit anfangen, dass wenn man sich schon eine Auferstehung nach Kreuzigung ausmalt, man doch zumindest in der Erzählung nicht bei der Kreuzigung selber hätte cheaten sollen. Normalerweise hingen die Opfer tagelang und idR wurden ihnen als Gnadentod die Beine gebrochen. Wenn man aber einen Typen nach ein paar Stunden schon runternimmt und dann noch ein "Ne, lass gut sein, musst ihm nicht die Beine brechen. Der ist schon tot" dazupackt, dann verliert das ganze "Wunder" schon arg an Größe. :clowns:

Having said all of that:
würden sich alle Menschen nach dem Prinzip der Nächstenliebe richten, hätten wir keine Probleme
dem will ich explizit zustimmen. Ganz ohne christlicher Begründung.
 
Service Hinweis:
Kirchensteuer ist eine Jahressteuer, d.h. du musst Anteilig Kirchensteuer pro Monat zahlen, in der du Mitglied warst. D.h. du warst 2026 noch bis April Mitglied, dann musst du für 4 Monate Kirchensteuer auf dein Jahreseinkommen zahlen, selbst, wenn du in den Monaten noch nicht gearbeitet hast. Du wirst also irgendwann einen Brief bekommen, der dir eine Nachzahlung auf Kirchensteuer bescheinigt....
Been there, done that :(
Was für ein BS. Aber wieso wundert es mich nicht.. Danke für den Hinweis.
 
Jaden Ivey ist imho ein passendes, aktuelles Beispiel, warum man extreme und diskriminierende Interpretationen eines Glaubens nicht gebrauchen kann. Evangelikale in den USA sind da oft die reformierte Ausprägung. Bei den Katholiken geht mir bis heute nicht in den Kopf, warum z.B. Frauen nicht Priester werden dürfen. Sowieso sehe ich den Umgang der Kirche mit Verbrechen (Missbrauch von Kindern u.a.) extrem kritisch. Ich bin als Katholik getauft, aber dann irgendwann ausgetreten, auch bewusst um mein Missfallen auszudrücken.

Dennoch und immerhin:
Jesus war imho ein guter Typ, der gegen Despotie und Aggression eingetreten ist und ich finde es sehr uncool, wenn man Diskriminierung aus dem Neuen Testament ableitet (looking at you, Jaden)
Die Katholische Kirche hat imho in den letzten 70 Jahren einige Schritte unternommen, um sich an die moderne Welt anzupassen, Fortschritt zu akzeptieren. Die "historisch-kritische" Auslegung der Bibel aus dem 18/19. Jahrhundert wird an katholischen Universitäten ebenfalls gelehrt, d.h. die Bibel als Dokument seiner Zeit zu sehen und nicht alles wortwörtlich zu nehmen (wobei das natürlich seine Grenzen hat, die werden niemals die Auferstehung als symbolisch betrachten, z.B.).
Ich habe in Summe festgestellt, dass ich die katholische Interpretation des Christentums (mit einigen Abstrichen, wie o.a. teilweise aufgeführt) gar nicht mal so schlecht finde und bin in dieser Hinsicht viel gutmütiger als noch vor 20 Jahren. Wichtig: alles relativ. Ich hatte nur mal eine sehr viel schlechtere Meinung gegenüber Katholizismus und habe für mich festgestellt, dass andere institutionalisierte Religionen keinesfalls besser sein müssen

Ich habe im Verlauf meines Lebens versucht, meinen Umgang mit Spiritualität zu finden und glaube, dass das ein fortlaufender Prozess ist. Ein paar Dinge, die ich dabei für mich bislang so definiert habe:
  • Ich glaube, dass auch ein maximaler Umgang mit Rationalität und einem faktenbasierten Leben, eigentlich nur vereinbar mit der Akzeptanz ist, dass man nicht alles erklären kann. Stephen Hawking hat zwar verschriftlicht, dass es für das Universum keinen Gott geben muss, aber ich sehe das halt anders ;)es ist Interpretation von "Leben" an sich vielleicht und meiner Wahrnehmung, dass wir immer mehr neue Dinge über dieses Universum erfahren werden
  • Dieser Glaube ans Leben geht nicht so weit, dass ich an Schamanistische Riten glauben würde, oder mit Tieren zu sprechen. Keineswegs. Der Fokus ist auch nicht unsere direkte Natur und Umgebung (wobei ich da gerne bin, und glaube das Heimat was besonderes und vielleicht auch Spirituelles ist), sondern ist eine allgemeine Faszination für das Wunder des Lebens auf universeller Ebene
  • Jeder soll das glauben, was er mag. Ich erwarte wiederum Toleranz von anderen und keine diskriminierenden Interpretationen ihres Glaubens
  • Ich glaube, ein positiver Umgang mit Glauben hat positive Auswirkungen auf das eigene Glück. Zum Beispiel durch Gemeinsamkeit beim Singen oder durch meditative Einkehr beim Beten (ich gehe allerdings nicht zur Messe, ich bete auch nicht, aber ich verstehe schon, warum Verhaltensforscher zu solchen Schlüssen kommen)
  • Wenn man das so zusammennimmt, bin ich tendenziell auf individueller Ebene eher pro Religion, auch wenn ich der organisierten Religion als Institution und Machtinstrument ablehnend gegenüber stehe
 
Ich hoffe, da kommt jetzt nicht sowas wie die Caritas. Die wird nämlich zum Großteil vom Staat und nicht von der Kirche getragen.
Ich meine eher sowas wie Jugendtreffs, Kinderbetreuung, Seelsorge, Adhoc lebenshilfle in Notsituationen vor Ort bis hin zu sportförderung örtlicher Vereine, wenn die Kassen leer sind.
Vor allem natürlich in evangelischen Gemeinden.
Brot für die Welt ist auch nicht verkehrt
 
Zuletzt bearbeitet:
Die wohl erfolgreichste Drückerkolonne der Menschheitsgeschichte, die katholische Kirche - was bin ich froh, da keinen weiteren Cent mehr für zu zahlen. (y)
 
Hab vor ein paar Wochen den Austritt jetzt auch mal durchgezogen. Ich war jahrelang einer von denen, die im Frühjahr den Brief mit der Kirchensteuer kriegen, sich ärgern und "warum eigentlich?" denken, aber dann trotzdem zahlen ("weil ist halt so") und dann wieder ein Jahr nicht dran denken. Diesmal wollte ichs nicht mehr länger aufschieben.
 
Ich meine eher sowas wie Jugendtreffs, Kinderbetreuung, Seelsorge, Adhoc lebenshilfle in Notsituationen vor Ort bis hin zu sportförderung örtlicher Vereine, wenn die Kassen leer sind.
Vor allem natürlich in evangelischen Gemeinden.
Brot für die Welt ist auch nicht verkehrt
Das wird alles zum größten Teil vom Staat finanziert, sprich die Kirche ist eigentlich eher ein beauftragter Dienstleister der diese Aufgaben übernimmt (und dabei oft Kirchenrecht über die normalen Gesetze stellt), aber die Finanzierung leistet zum größten Teil der Staat.

Aber man entkommt auch mit Austritt der Kirche eh nicht, Stichwort die nie enden wollenden staatlichen Reparationszahlungrn an die Kirche (jährlich über 600 Mio) werden aus dem Steuersäckel (nicht Kirchensteuer) bezahlt. Ebenso wie die Bischofsgehälter.
 
Ich habe im Musikbereich und beim Grand Prix ja schon öfters meine christliche Prägung kundgetan. Aufgewachsen bin ich streng christlich. Keine Disco, keine weltliche Musik, kein Sex vor der Ehe, anfangs auch kein Fernseher. Besonders für Frauen war es streng: Nur mit Rock zur Kirche, kein Schmuck, nur Männer durften das Wort verkündigen. Rückblickend würde ich sagen, es war Sektenhaft und hatte mit dem richtigen christlichen Glauben nicht viel zu tun. Wobei ich auch in dieser strengen christlichen Gemeinschaft den einzelnen nicht ihren echten Glauben absprechen mag und es auch darunter herzensgute Menschen gab.

Mein Glaube ist mir geblieben und ein wichtiger Teil meines Lebens, aber ich versuche ihn für mich neu zu definieren. Mehr Jesus als Vorbild (wie @Mahoney_jr schrieb, war ein guter Typ). Das was meiner Meinung nach viele falsch machen, wenn sie mit dem christlichen Glauben brechen ist, dass sie den Glauben mit der Institution Kirche gleichsetzen. Kreuzzüge, Inquisition, Kindesmissbrauch, Machtmissbrauch, oder wie ich es erlebt habe falsche Gesetzlichkeit, das alles sind Dinge die durch Menschen geschehen sind, die die Institution Kirche/Religion für ihre eigenen Zwecke missbraucht haben. Es widerstrebt aber komplett dem Religionsstifter Jesus Christus.
 
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