Wo rangiert Mike Tyson in der HW-Geschichte?


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gongylophid

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Nun wie ist Tyson einzuordnen, ein in allen Boxforen der Welt immer aktuelles und stetig heiß diskutiertes Thema! Er hatte beeindruckende Jahre gegen Gegner die zu der Zeit das Beste waren, das verfügbar war, historisch gesehen aber eher B-Klasse. Da kann er nix für, was nicht da ist kann man nicht kämpfen. Er hätte aber die Möglichkeit gehabt sogar der Goat zu werden, Bowe, Lewis und Holyfield standen in den 90ern ja als mögliche Signaturewins zur Verfügung. Hier liegt für mich genau der Knackpunkt, um unter die Top 5 Schwergewichte zu kommen oder sogar als der Größte aller Zeiten anerkannt zu werden, hätte Tyson nach dem Knast die genannten Boxer bzw. zumindest Holyfield und Lewis überzeugend schlagen und die Titel nochmals vereinigen müssen. Das hätte Ihn wohl ziemlich sicher an die Spitze katapultiert. Das Mindset hierfür hatte er aber nicht und auch das „ war nicht mehr in seiner Prime“ Argument zieht hier nicht, willste in einem Atemzug mit Ali,Louis,Foreman & Co genannt werden musste halt genau das bringen. So bleibt für mich je nachdem wie man seine Siege gegen Berbick,Smith,Tucker & Co bewertet, ein Platz 10-15 über.
 
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Drago

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Ein anderes Problem ist , dass tyson keine seiner Niederlagen wieder ausgebügelt hat, im Gegensatz zb zu Lennox Lewis , der die überraschenden Niederlagen gegen McCall und Rahman wieder gerade gerückt hat. Tyson war als Boxer ein Traum und ein Kämpfer genau nach meinem Geschmack. Da passte halt alles, sogar der Look und die Attitüde, aber über die gesamte Karriere betrachtet steht er halt nicht in der vordersten Reihe in der Geschichte des HW-Boxens. Da sehe ich zb einen Holmes oder Lewis , die ja nicht so ganz den Bekanntheitsgrad haben , den sie verdienen würden.
Nun wie ist Tyson einzuordnen, ein in allen Boxforen der Welt immer aktuelles und stetig heiß diskutiertes Thema! Er hatte beeindruckende Jahre gegen Gegner die zu der Zeit das Beste waren, das verfügbar war, historisch gesehen aber eher B-Klasse. Da kann er nix für, was nicht da ist kann man nicht kämpfen. Er hätte aber die Möglichkeit gehabt sogar der Goat zu werden, Bowe, Lewis und Holyfield standen in den 90ern ja als mögliche Signaturewins zur Verfügung. Hier liegt für mich genau der Knackpunkt, um unter die Top 5 Schwergewichte zu kommen oder sogar als der Größte aller Zeiten anerkannt zu werden, hätte Tyson nach dem Knast die genannten Boxer bzw. zumindest Holyfield und Lewis überzeugend schlagen und die Titel nochmals vereinigen müssen. Das hätte Ihn wohl ziemlich sicher an die Spitze katapultiert. Das Mindset hierfür hatte er aber nicht und auch das „ war nicht mehr in seiner Prime“ Argument zieht hier nicht, willste in einem Atemzug mit Ali,Louis,Foreman & Co genannt werden musste halt genau das bringen. So bleibt für mich je nachdem wie man seine Siege gegen Berbick,Smith,Tucker & Co bewertet, ein Platz 10-15 über.
Auf den ersten Blick sind diese Punkte von Euch alle richtig. Aber werft mal nen zweiten Blick drauf:

"Lewis hat Niederlagen wieder gerade gerückt":

Ja, hat er.
Das mit Rahman in Afrika war ein Ausrutscher. Jeder weiss, dass er vorher "Oceans 11" mit George Clooney und Julia Roberts drehte und nicht wie normal trainieren konnte.
Rahman hat zwei mal gegen Maskaev verloren. Klar hat auch auch den Sniper Sanders geschlagen, aber er war jetzt auch kein Überboxer. Sehr gut und vor allem widerstandsfähig, ja, aber auch begrenzt. Ein Zenit Lewis ist für Rahman zwei Nummern zu groß.
Bei McCall aber vergingen gute drei Jahre und der war als die sich wieder trafen reif für die Psychatrie, lief im Ring rum und heulte. Dieser McCall hätte auch gegen Luan und Axel verloren, ich würd sogar sagen gegen die Eiche Timo. Ein Sieg gegen diesen McCall zählt überhaupt nichts.



"Tyson hätte Lewis und Holyfield schlagen müssen. Das past Prime Argument zieht nicht da Ali gegen Foreman auch past Prime war."

Hier mal ein Direktvergleich vom 22-25 jährigen Foreman zum 34 jährigen Holyfield bzw. 36 jährigen Lewis:
Foreman war fair! Er war ein absoluter Zerstörer mit beidseitiger KO Power, aber er hielt sich an die Regeln und tat nichts ilegales.
Ganz anders als der Kopfstoßer Holy und der "Rechtsanwalt" Lewis.
Der 32 jährige Ali war natürlich past Prime, aber er war schlau genug den sieben Jahre jüngeren Foreman hinter s Licht zu führen. Nicht nur, dass er alle Leute gegen Foreman aufbrachte, sondern auch dass er die Ringseile grotesk weit lockern ließ, um sich fast nen Meter zurück lehen zu können da die viel zu weich waren.

Hätte Ali solche Tricks gegen den Rechtsanwalt Lewis probiert, er wär sang und klanglos gescheitert! Lewis war viel cleverer als Foreman und hätte solche Spielchen nie mit sich machen lassen.
Und Holyfield hätte Ali ebenealls mit seinen Kopfnüssen zur Verzweiflung bringen können.

Wie gesagt der 25 jährige Foreman war ein Killer, aber er hielt sich im Gegensatz zu Hoyfield an die Regeln (keine Kopfnüsse etc.!) und im Gegensatz zu Lewis war er nicht clever genug um Alis Regelverletzungen ausserhalb des Rings (Ringseile viel zu locker machen) zu vermeiden.
Lennox war halt wie ein Rechtsanwalt der vorher alles genau checkte, genauer als 99% der anderen HW Champs.


Will damit sagen solche 1-1 Vergleiche sind einfach nicht möglich.

Ein 32 jähriger Ali hätte durchaus gegen einen Kopfnuss-Holy oder Anwalt-Lewis verlieren können, da er bei Holy im Gegensatz zu Foreman mit Regelversößen (Kopfnüssen) zu dealen gehabt hätte, und bei Leiws wäre z. B. diese Seilmanipulation niemals geglückt da Lewis und sein Team sie im Vorfeld entdeckt hätten (genau wie Team Fury Wladis Matratzen-Ring frühzeitig erkannten).
 

Lamotta

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Auf den ersten Blick sind diese Punkte von Euch alle richtig. Aber werft mal nen zweiten Blick drauf:

"Lewis hat Niederlagen wieder gerade gerückt":

Ja, hat er.
Das mit Rahman in Afrika war ein Ausrutscher. Jeder weiss, dass er vorher "Oceans 11" mit George Clooney und Julia Roberts drehte und nicht wie normal trainieren konnte.
Rahman hat zwei mal gegen Maskaev verloren. Klar hat auch auch den Sniper Sanders geschlagen, aber er war jetzt auch kein Überboxer. Sehr gut und vor allem widerstandsfähig, ja, aber auch begrenzt. Ein Zenit Lewis ist für Rahman zwei Nummern zu groß.
Bei McCall aber vergingen gute drei Jahre und der war als die sich wieder trafen reif für die Psychatrie, lief im Ring rum und heulte. Dieser McCall hätte auch gegen Luan und Axel verloren, ich würd sogar sagen gegen die Eiche Timo. Ein Sieg gegen diesen McCall zählt überhaupt nichts.



"Tyson hätte Lewis und Holyfield schlagen müssen. Das past Prime Argument zieht nicht da Ali gegen Foreman auch past Prime war."

Hier mal ein Direktvergleich vom 22-25 jährigen Foreman zum 34 jährigen Holyfield bzw. 36 jährigen Lewis:
Foreman war fair! Er war ein absoluter Zerstörer mit beidseitiger KO Power, aber er hielt sich an die Regeln und tat nichts ilegales.
Ganz anders als der Kopfstoßer Holy und der "Rechtsanwalt" Lewis.
Der 32 jährige Ali war natürlich past Prime, aber er war schlau genug den sieben Jahre jüngeren Foreman hinter s Licht zu führen. Nicht nur, dass er alle Leute gegen Foreman aufbrachte, sondern auch dass er die Ringseile grotesk weit lockern ließ, um sich fast nen Meter zurück lehen zu können da die viel zu weich waren.

Hätte Ali solche Tricks gegen den Rechtsanwalt Lewis probiert, er wär sang und klanglos gescheitert! Lewis war viel cleverer als Foreman und hätte solche Spielchen nie mit sich machen lassen.
Und Holyfield hätte Ali ebenealls mit seinen Kopfnüssen zur Verzweiflung bringen können.

Wie gesagt der 25 jährige Foreman war ein Killer, aber er hielt sich im Gegensatz zu Hoyfield an die Regeln (keine Kopfnüsse etc.!) und im Gegensatz zu Lewis war er nicht clever genug um Alis Regelverletzungen ausserhalb des Rings (Ringseile viel zu locker machen) zu vermeiden.
Lennox war halt wie ein Rechtsanwalt der vorher alles genau checkte, genauer als 99% der anderen HW Champs.


Will damit sagen solche 1-1 Vergleiche sind einfach nicht möglich.

Ein 32 jähriger Ali hätte durchaus gegen einen Kopfnuss-Holy oder Anwalt-Lewis verlieren können, da er bei Holy im Gegensatz zu Foreman mit Regelversößen (Kopfnüssen) zu dealen gehabt hätte, und bei Leiws wäre z. B. diese Seilmanipulation niemals geglückt da Lewis und sein Team sie im Vorfeld entdeckt hätten (genau wie Team Fury Wladis Matratzen-Ring frühzeitig erkannten).
Du hast zwar nicht unrecht, aber Tyson hatte trotzdem keine wirklichen Schlachten im Ring bestritten! Auch durch grosse Niederlagen wird man unsterblich
 

Devil

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Drago: Inwieweit spielt das jetzt eine Rolle dass das gegen Rahman ein Ausrutscher war? :confuse:
Tyson gegen Douglas war abgesehen davon sicher auch einer.
Gegen Mc Call stimmt dass Mc Call in einem schlechten Zustand war, is halt die Frage ob Lewis wusste wie schlecht es um ihn steht. Ich hatte Lewis ja auch nur als ein Beispiel genannt. Tatsache bleibt so oder so, dass Tyson keine Niederlage hat ausbügeln können.

Und ob sich Foreman so wirklich an die Regeln hielt , weiss ich nicht. Ich glaube in seinem Buch schreibt er davon dass er versucht hat den Ringrichter des Alikampfes zu bestechen. Hab das so in Errinnerung. Muss aber nochmal nachgucken ob ich da nicht was durcheinander bringe.
 

Harman

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Du hast zwar nicht unrecht, aber Tyson hatte trotzdem keine wirklichen Schlachten im Ring bestritten! Auch durch grosse Niederlagen wird man unsterblich
Ruddock I und II waren durchaus Schlachten bei welchen Tyson ordentlich nehmen musste. Er nahm Ruddocks gefürchteten Uppercut mehrmals und hatte es alles andere als leicht. Der spätere Tyson hätte gegen Ruddock von 90/91 vermutlich verloren.
 
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fancyklopädist

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Tyson hatte in seiner Prime keine Niederlage und musste das daher auch nicht ausbügeln.
Aber das ist es vielleicht auch, was eine Bewertung von Tyson so schwierig macht, warum man bei ihm auch länger diskutieren kann als bei anderen: Devils Punkt ist ja valide, nämlich dass Tyson keine Revanche-Triumphe aufzuweisen hat, aber dass genau diese Niederlagen, gegen Holyfield oder Lewis (die gegen Douglas würde ich mal ausklammern), deutlich nach seiner Prime kamen. Das nährt ja die Spekulation, dieses Tyson-typische "Was wäre, wenn". Tyson in seiner Prime gegen Holyfield, gegen Lewis, und man hätte eine ganz andere Grundlage. Die Frage ist, stuft man ihn deshalb herunter, 'bestraft' man ihn quasi, weil er sie nicht in seiner Prime gefaced hat. Und ich bin da selber unentschieden - die ganz großen Fights hatte er nicht, aber bei anderen nehmen wir das als Bewertungskriterium. Andererseits hänge ich selber an dieser magischen Phase, in der er mit einer Attitude durch die Szene gepflügt ist wie kaum einer vor ihm und nie einer nach ihm. Die Frage ist, wäre er da von irgendjemandem zu stoppen gewesen. Und vielleicht liebt man die Vorstellung, er wäre da von keinem zu stoppen gewesen, etwas zu sehr. Ich jedenfalls neige dazu, in diese Falle zu tappen.
 

Devil

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Ich finde diese extreme prime-fixierung irgendwie merkwürdig. nach der meinung vieler user zählt also ausschließlich die prime und wenn ein kampf außerhalb der prime verloren geht, hat es scheinbar keine bedeutung :confuse: und das ergebnis muss auch nicht korrigiert werden. Die Dauer der Prime ist scheinbar auch egal. Abgesehen davon ist es ja auch garnicht so einfach zu sagen wann oder ob ein Boxer in seiner Prime ist. Als Tyson gegen Douglas boxte war er ja noch blutjung, bis heute der jüngste Schwergewichtler, der je einen WM-Titel verlor. Natürlich war er nicht in Topform, aber das war ja hauptsächlich sein eigenes Verschulden. Außerdem ist es ja ziemlich spekulativ zu sagen dass Tyson Lewis oder Holyfield in seiner Prime geschlagen hätte. Ich denke, man sollte sich da lieber auf die Kämpfe konzentrieren, die tatsächlich stattgefunden haben und nicht auf die "mythical matchups"
. Wie gesagt ich halte Tyson auch für ein Jahrhunderttalent im Schwergewicht , aber er hatte halt nicht den langen Atem und die dauerhafte Disziplin um eine Karriere hinzulegen wie Lewis oder Holyfield. Vielleicht wäre es anders gekommen, wenn er nicht in den Knast gemusst hätte. Und vielleicht war er ja auch unschuldig im Knast. Das werden wir wohl nicht mehr erfahren. Ich denke halt, dass es unterm Strich nicht ganz für die Top10 reicht, wobei ich Harmann zustimmen muss, dass Die Ruddock-Kämpfe eigentlich schon 2 Schlachten auf hohem Niveau waren, die Tyson für sich entscheiden konnte. hier ein artikel , der einen ähnlichen tenor hat wie der thread hier :: Mike Tyson: Eine unbesiegbare Maschine – bis zur Selbstdemontage - REP ONE
 

gongylophid

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Die Ruddock-Kämpfe eigentlich schon 2 Schlachten auf hohem Niveau waren, die Tyson für sich entscheiden konnte.
Ja die Ruddock-Kämpfe waren Schlachten, da hat Mike auch bewiesen das er ein gutes Kinn hat, aber letztlich war Ruddock ein einarmiges One-Trick-Pony. Ich finde er wird überschätzt.
 

Devil

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Ich kenne Ruddock zugegebenermaßen nicht so gut, aber soweit ich weiss wurde er zu mdamaligen zeitpunkt zumindest sehr hoch eingestuft, ich glaube zb höher als Lewis und galt vielleicht, abgesehen von Tyson, als der gefährlichste Puncher.
 

Harman

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ich weiss wurde er zu mdamaligen zeitpunkt zumindest sehr hoch eingestuft, ich glaube zb höher als Lewis und galt vielleicht, abgesehen von Tyson, als der gefährlichste Puncher.
genauso war das auch. Ruddock war aber auch nach den beiden Kämpfen gegen Tyson nie wieder der gleiche. Sein "Smash" uppercut war auch legendär.. nie wieder sah ich so einen Schlag von der Motorik her..
 

Drago

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Drago: Inwieweit spielt das jetzt eine Rolle dass das gegen Rahman ein Ausrutscher war? :confuse:
Es spielt deshalb eine Rolle, weil ein top Lewis einem top Rahman 1-2 KLassen überlegen war. Gegen so jemanden dann ein Rematch zu gewinnen sagt wenig aus.
Genau so wie das mit McCall, der wie gesagt damals in die Psychiatrie gehört hätte. Ich will nix falsch behaupten, aber soweit mir bekannt ist, hatte er sogar eine Einweisung und die Therapie quasi schon angetreten, als der geldgeile King auftauchte und ihn mehr oder weniger aus der Klinik in s Training und den Rückkampf gegen Lennox schickte.

Wenn man es Lewis als Plus anrechnet gegen einen total unterlegenen Rahman nen dirkten Rückkampf zu machen, bei McCall aber - genau wie Wladi und Brewster - 3 Jahre zu warten, müsste man es als Minus rechnen dass er Vitali keinen gab.

Ich tu weder das Eine noch das Andere, sprich weder die Rückkämpfe mit Rahman und McCall sind ein Plus, noch der nicht gemachte gegen Vitali ist ein Minus.
 

fancyklopädist

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Ich denke, man sollte sich da lieber auf die Kämpfe konzentrieren, die tatsächlich stattgefunden haben und nicht auf die "mythical matchups".
Ich finde diesen Einwand, wie deinen gesamten Beitrag, sehr vernünftig - auch da, wo er meinen eigenen Eindrücken widerspricht. Zwar spricht viel dafür - und du hast es gut ausgeführt -, nur die tatsächlichen Kämpfe in eine Karriere-Bewertung einzubeziehen, weil das eine solche Bewertung auf ein festeres, vielleicht tragfähigeres Fundament stellt. Trotzdem glaube ich, dass wir nicht nur die Resultate bewerten, sondern auch das Potenzial - und das ergibt sich, glaube ich, aus den Gründen, weshalb wir das Boxen eigentlich lieben: nämlich die Kombination aus Eigenschaften, Fähigkeiten, aus Skillset und Psyche im 'Konflikt' mit einer anderen Kombination aus denselben Kategorien. Wir spekulieren immer, wenn wir die Größten miteinander vergleichen. Gerade die, die einander nie im Ring gegenüberstanden. Das machen wir, glaube ich, weil es uns fasziniert, wie das Skillset des einen mit dem Skillset des andern korrelieren würde. Und ich verstehe jeden, der nur Tysons tatsächliche Kämpfe bewerten will, die Resultate und Leistungen, die er erbracht oder nicht erbracht hat. Aber gerade der junge Tyson war in seinem damaligen Gesamtpaket so unendlich faszinierend, dass ich mich nie von der Vorstellung lösen kann, wie er damals z.B. gegen einen Holyfield ausgesehen hätte. Ich nehme an, besser als in den Neunzigern, post-prime. Und für mich spielt es deshalb in die Gesamtbewertung mit ein, was ein Boxer in seiner Prime zu leisten imstande war. Weil gerade diese Peak-Phasen, in denen ein Boxer sein ganzes Potenzial auf dem Höhepunkt gezeigt hat, uns faszinieren. Mich fasziniert der Roy Jones Jr. gegen James Toney, nicht der Roy Jones Jr. gegen Denis Lebedew. Weil die Prime das Potenzial eines Boxers herauskristallisiert. Aber ich sehe auch, dass es freilich Gründe gibt, weshalb die Prime mancher Boxer nur eine kurze ist - und dass das auch am Potenzial oder der Boxweise selber liegen kann. Und ich sehe Tyson deshalb auch nicht in den Top 5 - eben weil seine Art des Boxens auch limitiert war, was sich in seiner Post-Prime gezeigt hat: er brauchte die absolute Athletik, um so dominant wie anfangs sein zu können. Und ich finde auch, dass das, was nach der Prime kommt, in eine Gesamtbewertung einbezogen werden muss - trotzdem halte ich dafür, die jeweilige Prime so hoch wie möglich und so niedrig wie nötig zu gewichten: weil sie dasjenige Boxen zeigt, das uns fasziniert, weil sie das Potenzial eines Boxers final verkörpert. Und Prime-Tyson war ein derart faszinierender Boxer, dass gerade er m.E. den Beweis dafür erbringt, weshalb die Prime in der Gesamtbewertung eines Boxers so entscheidend ist. Nicht alleinentscheidend, aber wesentlich mitentscheidend. Denn gerade Tyson catcht uns doch noch heute vor allem aufgrund seines Beast-Modes in seiner Prime.
 

Harman

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Ich würde sogar behaupten das Tyson nie eine Prime hatte. In die wäre er vermutlich unter einem länger lebenden Cus mit mitte 20 gekommen, aber so ging es mit ihm ja bereits ab 89 abwärts. Der rauswurf von Rooney hatte gravierende folgen und das war schon vor der Douglas Niederlage zu erkennen. Gegen Bruno sah er nicht gut aus und nahm mehr als in seinen Kämpfen zuvor.. Ok Carl Williams hat er dann noch spektakulär weggeknallt, aber 89 hat er nur 2 mal gekämpft. Die Nacht vor dem Douglas Kampf hat mal ein Rapper mit dem er die Nacht durchmachte beschrieben.. Kein Wunder dass das dabei rauskam. Aber naja, er is es ja immerhin selber schuld.

Rein vom Potenzial her war Tyson für mich der beste von allen.
 
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Francois

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Wer Mike Tyson in eine alltime Top10 des HW setzt hat wenig Ahnung vom Schwergewichtsboxen. Sorry das so hart zu sagen aber eine derartige Platzierung ist absurd bei dem Kampfrekord. Gibt wohl keinen Boxer für den mehr Ausreden bez. seiner Niederlagen und fehlenden signature wins hervorgebracht werden.

Ruddock und Bruno waren gute Siege, aber Ruddock ist nun auch sehr weit weg von einer alltime top Liste. Wer gegen jeden Elite Gegner verliert und das nicht als abgehalfterter Boxer sondern in seinen prime Jahren der ist weit weg von derartigen Platzierungen. Da kommen aber dann natürlich all die Geschichten seiner Fans aber aber aber. Letzten Endes ist er ungefähr auf dem Niveau eines James Douglas, gegen den er nicht wegen Koksereien oder Party verloren hat sondern weil der ihn konsequent technisch auseinandergenommen hat und mental voll dagegengehalten. Ganz genauso wie es später eben auch Holyfield etc gemacht haben.

Ich mag Tysons Stil. Technisch war er eine Augenweide und der Douglas Kampf war klasse von beiden. Nur diese deplatzierte Überhöhung stört. Mental war er nie auf der Höhe eines alltime greats. All die Ausreden über die Niederlage gegen Douglas wurden damals gezielt von Don King gestreut um von dem simplen Fakt abzulenken das James schlicht besser war und zu keinem Zeitpunk unterlegen war. King hat sogar versucht den Sieg von Douglas anzufechten. Douglas hat wegen all dieser unsportlichen Aktionen King und Tyson fast schon gehasst nach dem Kampf.
 

KOH76

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Wobei Tyson natürlich deutlich über Douglas einzustufen ist. Würde ihn zwischen Platz 10 bis 15 einsortieren.
 

Snipes

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Wer Mike Tyson in eine alltime Top10 des HW setzt hat wenig Ahnung vom Schwergewichtsboxen. Sorry das so hart zu sagen aber eine derartige Platzierung ist absurd bei dem Kampfrekord. Gibt wohl keinen Boxer für den mehr Ausreden bez. seiner Niederlagen und fehlenden signature wins hervorgebracht werden.

Ruddock und Bruno waren gute Siege, aber Ruddock ist nun auch sehr weit weg von einer alltime top Liste. Wer gegen jeden Elite Gegner verliert und das nicht als abgehalfterter Boxer sondern in seinen prime Jahren der ist weit weg von derartigen Platzierungen. Da kommen aber dann natürlich all die Geschichten seiner Fans aber aber aber. Letzten Endes ist er ungefähr auf dem Niveau eines James Douglas, gegen den er nicht wegen Koksereien oder Party verloren hat sondern weil der ihn konsequent technisch auseinandergenommen hat und mental voll dagegengehalten. Ganz genauso wie es später eben auch Holyfield etc gemacht haben.

Ich mag Tysons Stil. Technisch war er eine Augenweide und der Douglas Kampf war klasse von beiden. Nur diese deplatzierte Überhöhung stört. Mental war er nie auf der Höhe eines alltime greats. All die Ausreden über die Niederlage gegen Douglas wurden damals gezielt von Don King gestreut um von dem simplen Fakt abzulenken das James schlicht besser war und zu keinem Zeitpunk unterlegen war. King hat sogar versucht den Sieg von Douglas anzufechten. Douglas hat wegen all dieser unsportlichen Aktionen King und Tyson fast schon gehasst nach dem Kampf.
Kannst du das mal näher ausführen... wenn man das so liest, würde man denken er hätte einen Rekord von 33W15L... wenn es danach geht, ist Floyd p4p die Nummer 1 und wir können den Laden hier zu machen. Jeder Rekord sollte historisch eingeordnet werden. Tyson hat in den 80er in seiner kurzen Prime gute Leute geboxt. Ich suche jetzt keine Ausreden für seine L, aber seine W zu relativieren ist meines Erachtens auch nicht angemessen.
 

LeZ

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Das ist doch wieder die Frage nach "Resume" oder Skills. Nach Resume hat Tyson halt zuviel Zeit im Knast und mit Koksen verbracht um vorne in der Top-10 zu landen, nach Skills kann man ihn ganz sicher nicht ausserhalb der Top-10 verorten. Borderline Top-10 kann man ihn aber auch nach Resume haben, denn ehrlich gesagt schönen die Leute die ihn am liebsten hinter die Top-100 stecken wollen bei ihren Lieblingen auch extrem die Leistung und ignorieren die Umstände.
 

Francois

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Kannst du das mal näher ausführen... wenn man das so liest, würde man denken er hätte einen Rekord von 33W15L... wenn es danach geht, ist Floyd p4p die Nummer 1 und wir können den Laden hier zu machen. Jeder Rekord sollte historisch eingeordnet werden. Tyson hat in den 80er in seiner kurzen Prime gute Leute geboxt. Ich suche jetzt keine Ausreden für seine L, aber seine W zu relativieren ist meines Erachtens auch nicht angemessen.
Na ja ich habe geschrieben das ich ihn sehr schätze und er war ein klasse Boxer aber alltime Top10 gibt es eben sehr wenig Argumente ihn da reinzusetzen. Er hat in seiner Prime gute Siege eben z.B. Ruddock aber gegen Top Gegner gab es Niederlagen und ansonsten hat er für seine Prime doch recht viel schwache Gegner im Resumee ala Tillman, Norris, Stewart. Sag mir doch z.B. aufgrund welcher Siege wir ihn in einer alltime Liste so hoch führen sollten?
 
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