JL13
King Kong
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Die Szene ist afaik aber bewusst als Stilmittel eingesetzt worden:
Thomas Schultze beschreibt Blood & Sinners als einen Film über Amerika, über die schwarze Erfahrung in Amerika und einen wagemutigen Vampirfilm. Er sei ein Statement, in dem sich Ryan Cooglers Anliegen als Künstler ganz unmittelbar formulierten. Schultze hebt eine atemberaubend orgiastische Plansequenz hervor, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus den stampfenden Blueskadenzen Preacher Boys entspringen lässt, an der Seite des Bluesmusikers afrikanische Stammesmitglieder, einen bizarr gekleideten Elektrogitarristen wie aus George Clintons Mothershipund einen DJ mit seinen wheels of steel auftauchen lässt. In einer zweiminütigen Choreographie, die man gesehen haben müsse, um sie zu glauben, sei diese eine Genealogie afroamerikanischer Kultur. Weiter bemerkt Schultze die tief in die Textur von Blood & Sinnersverwobene Dualität, erkennbar in den gegensätzlichen Zwillingen, dem Triebhaften und dem Sündigen der Musik, dem Guten und dem Bösen, Tag und Nacht, dem Spirituellen und dem Weltlichen, dem Kontemplativen und der Action. So sei ein entfesselt unterhaltsamer Spaß und ein großer Vampirfilm entstanden, in einer Ahnenreihe neben Near Dark oder Let Me In, und ein starker Beitrag zum Black Cinema, dem es gelinge, dem Blues eine durch und durch heutige Note zu geben.[9]