O-Scoring: Oleksandr Usyk vs Rico Verhoeven + Undercard


Kali

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Ich möchte Verhoeven's Leistung oder Nehmerfähigkeit nicht schlecht reden oder schmälern und sah schon mehrere seiner Glory Fights. MMn ist es ein Unterschied ob er in einem Glory Fight in drei Runden zwanzig Hände nimmt oder in einem Boxfight von einem Spezialisten +/- 100. Spricht natürlich für seine Nehmerfähigkeiten aber der Schaden könnte dadurch auch deutlich höher sein.

Und zu den Kicks, man sieht Kämpfer wegen einem "Streifer" KO gehen und andere nehmen heftigere und bleiben stehen. Spielen sicher mehrere Faktoren eine Rolle die man aus der Zuschauerrolle nicht wahr nimmt. Ein wuchtiger Kick von KroCop der voll einschlägt, ob er auch bei diesem stehen bleibt?
Rico ist doch zig mal im Kickboxen am Boden gewesen. Selbstverständlich fällt er, wenn Cro Cop bei ihm einschlägt: "Right Kick hospital, left Kick cemetery". Auch ein Hunt musste runter.
 

timeout4u

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Meine persönlich bevorzugten Bewertungskriterien sind folgende. Die im Folgenden, der Gewichtung meiner persönlichen Präferenzen entsprechend, aufgelistet sind.
1. Ringgeneralship: Kontrolle über das Tempo und den Raum des Kampfes.
2. Effektive Aggression: Druck, der zu erfolgreichen Treffern führt.
3. Saubere Schläge: Präzise Schläge, die klar treffen.
4. Verteidigung: Geschicktes Ausweichen, Blocken oder Kontern von Schlägen.

Diesen Punkt bzw. diese Erklärung verstehe ich nicht so ganz? Nach den Verbandsregeln und Richtlinien haben die o.g. Bewertungskriterien eine Rangordnung, d.h. zuerst zählen die klaren, sauberen Treffer, dann erst die effektive Aggression usw. Offiziell darf man sie also nicht nach persönlichen Präferenzen gewichten, sondern muss die Reihenfolge beim Scoring einhalten. Da gibts eigentlich keine Auslegungsmöglichkeit meines Wissens nach.
 

Gladio

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Diesen Punkt bzw. diese Erklärung verstehe ich nicht so ganz? Nach den Verbandsregeln und Richtlinien haben die o.g. Bewertungskriterien eine Rangordnung, d.h. zuerst zählen die klaren, sauberen Treffer, dann erst die effektive Aggression usw. Offiziell darf man sie also nicht nach persönlichen Präferenzen gewichten, sondern muss die Reihenfolge beim Scoring einhalten. Da gibts eigentlich keine Auslegungsmöglichkeit meines Wissens nach.
Anders als bei den Amateuren sind die Bewertungsvorgaben im profi Boxsport, Richtlinien ohne Einstufungen. Sonst hätten Boxer wie Tyson Fury, Delboy Chisora, Nick Ball und ähnlich technisch schwächere Boxer einen permanenten Nachteil und es gäbe auch nicht so viele Fehlurteile
 

timeout4u

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Nein, diese Rangordnung zählt im Profiboxen und die PR werden entsprechend geschult, dass zuerst die klaren, sauberen Wirkungstreffer zählen. Erst bei Gleichstand folgen die übrigen Wertungsrichtlinien entsprechend der Reihenfolge.
Im offiziellen Regelwerk und im ABC Boxing Official’s Guide/Judges' Manual ist diese Hierarchie als bindende Arbeitsanweisung vorgeschrieben. Dort wird explizit von "prioritized criteria" gesprochen. New Yorks State Athletic Commission beispielsweise formuliert es in ihren Statuten noch unmissverständlicher: „listed in order of priority“ (aufgelistet nach Rangordnung).
 

LeZ

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Ich persönlich hatte Schwierigkeiten bei den meisten Runden, einen klaren Sieger zu erkennen. Das Scoring-Video zeigt ja, wie man jeden der Beiden am Ende deutlich hätte vorne haben können. Da der Tank bei Verhoeven aber langsam leer ging, wäre das eine verdammt schwierige letzte Runde für ihn geworden. So ist quasi nix passiert, Verhoeven hat sein Standing und seine Story, Usyk weiterhin seine Titel und die Pole Position, für beide gibt es demnächst noch lukrative Gelegenheiten. Ich will nur keinen Rückkampf sehen, sondern Verhoeven gegen einen anderen aus der Top-10 ggf. für einen Titel und Usyk gegen Kabayel.
 

Gladio

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Nein, diese Rangordnung zählt im Profiboxen und die PR werden entsprechend geschult, dass zuerst die klaren, sauberen Wirkungstreffer zählen. Erst bei Gleichstand folgen die übrigen Wertungsrichtlinien entsprechend der Reihenfolge.
Im offiziellen Regelwerk und im ABC Boxing Official’s Guide/Judges' Manual ist diese Hierarchie als bindende Arbeitsanweisung vorgeschrieben. Dort wird explizit von "prioritized criteria" gesprochen. New Yorks State Athletic Commission beispielsweise formuliert es in ihren Statuten noch unmissverständlicher: „listed in order of priority“ (aufgelistet nach Rangordnung).
Es ist korrekt, dass Punkterichter darauf geschult werden, nach den genannten Kriterien zu schauen:

•Saubere Schläge: Präzise Schläge, die klar treffen.

•Effektive Aggression: Druck, der zu erfolgreichen Treffern führt.

•Ringgeneralship: Kontrolle über das Tempo und den Raum des Kampfes.

•Verteidigung: Geschicktes Ausweichen, Blocken oder Kontern von Schlägen.

Aber es liegt beim Profiboxen im eigenen Ermessen des Punkterichters, welche Priorität diese in einem Gefecht einnimmt und wie er diese in die Wertung mit einfließen lässt. Selbst die Definition eines klaren Treffers liegt im Auge des Betrachters und des Blickwinkels aus dem er betrachtet wird. Beim Profiboxen kommen nicht nur die technischen Fähigkeiten zur Geltung. Auch das wird den Punkterichtern beigebracht. Das sieht man immer wieder bei den unterschiedlichen Wertungen zu Kämpfen. Beim Profi-Boxen ist die Ringpräsenz und Kontrolle des Kampfes genauso wichtig die Treffer, die gesetzt werden.
Hier das Beispiel Rolly Romero vs. Ryan Garcia, dieser Kampf wurde sogar in NY City unter der Aufsicht der NYSAC geführt. Garcia führte in allen Statistiken, trotzdem wurde Romero zu Sieger erklärt und das mit Zustimmung aller Zuschauer, seien es Fachleute, Experten oder Fans.

Das ein Gleichstand im Profiboxen zu etwas führt, kommt äußerst selten vor. Die Realität im Profi-Boxen ist eine andere als im Amateurboxsport.
 

Savi

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Ja, die Realität im Profiboxen ist dass oft Punktrichter die Regeln zur Bewertung nicht korrekt befolgen. Das ist dann für mich aber kein Ermessensspielraum. Wie @LeZ schon schrieb, gab es einige sehr enge Runden. Warum sollte man die alle Verhoeven geben? Was Punktrichter auch gerne machen obwohl es in keiner Regel steht ist ein WM oder Heimbonus beim scoren. Aber genau solche tlw. Etwas konstruierten Diskussionen könnten zu einem Rückkampf führen, obwohl sportlich ein anderer Kampf dran wäre. Wir werden es erleben.
 

timeout4u

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Aber es liegt beim Profiboxen im eigenen Ermessen des Punkterichters welche Priorität diese in einem Gefecht einnimmt und wie er diese in die Wertung mit einfließen lässt.
Wie bereits geschrieben: kein Ermessen und bindende Rangfolge. Das meiste Gewicht haben die Treffer. Erst, wenn es hier keinen Sieger gibt: folgen die 3 anderen Kriterien. Denn ohne die Treffer kann man z.B. die effektive Aggression nicht entsprechend dem gewollten Sinn des Regelwerks bewerten, denn sie besteht ua. weit mehr als aus nur "Druck".
Zwar kein offizielles Regelwerk aber zur besseren Erklärung und ua. mit Verweis auf Tom Kaczmarek „International Boxing Digest“:

https://www.boxen1.com/box-regeln/
https://www.premierboxingchampions....ge-steve-weisfeld-offers-tips-how-score-fight

Wenn ein PR das Schema nicht einhält, dann wäre das eben gegen Sinn/Zweck der Regeln, aber selbst die Einhaltung der Rangfolge führt über unterschiedliche Blickwinkel zu Fehlurteilen, sag ich ja nichts dagegen.
Persönlich finde ich ja auch, dass man alles klarer und einheitlicher formulieren und die Bewertung aus Sicht des Boxers/der Praxis wieder eine andere sein kann.
Die Realität im Profi-Boxen ist eine andere als im Amateurboxsport.
Wieso immer die Bemerkung zum Amateurboxen? Ich beziehe und belege doch alles mit der Profiboxrealität.
 

Gladio

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Wie bereits geschrieben: kein Ermessen und bindende Rangfolge. Das meiste Gewicht haben die Treffer. Erst, wenn es hier keinen Sieger gibt: folgen die 3 anderen Kriterien. Denn ohne die Treffer kann man z.B. die effektive Aggression nicht entsprechend dem gewollten Sinn des Regelwerks bewerten, denn sie besteht ua. weit mehr als aus nur "Druck".
Zwar kein offizielles Regelwerk aber zur besseren Erklärung und ua. mit Verweis auf Tom Kaczmarek „International Boxing Digest“:

https://www.boxen1.com/box-regeln/
https://www.premierboxingchampions....ge-steve-weisfeld-offers-tips-how-score-fight

Wenn ein PR das Schema nicht einhält, dann wäre das eben gegen Sinn/Zweck der Regeln, aber selbst die Einhaltung der Rangfolge führt über unterschiedliche Blickwinkel zu Fehlurteilen, sag ich ja nichts dagegen.
Persönlich finde ich ja auch, dass man alles klarer und einheitlicher formulieren und die Bewertung aus Sicht des Boxers/der Praxis wieder eine andere sein kann.

Wieso immer die Bemerkung zum Amateurboxen? Ich beziehe und belege doch alles mit der Profiboxrealität.
Ich habe das Beispiel Garcia/Rolly nicht umsonst genannt. Es sollte klar belegen das ein Sportler der die Ringmitte besetzt, effektive Aggressivität zeigt, viel schlägt und weniger trifft, als der Boxer der weniger aus der Defensive tut, den Fight gewinnen kann

Der Hinweis auf das Profiboxen ist eine Hinweis darauf, das man bei den Amateuren mit Technik und Präzision mehr erreicht als durch Aggression.

Siehe Jalolov bei Olympia
 
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wicked

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Jack Catterall vs Shakhram Giyasov
Guter Sieg von Jack Catterall. Selten hat ein Kampfname besser gepasst als bei "El Gato", der Katze. Er ist ein Konterboxer vor dem Herrn, mit einer äusserst scharfen Southpaw-Linken. Dem einst grossen Amateurboxer Shakhram Giyasov wurde hier schon sehr bald die Zähne gezogen. Catterall ist natürlich auch einer dieser Typen, die Kämpfe gerne über Punkte gewinnen, aber jederzeit und ständig genug Power haben, um den Gegner richtig zu verletzen.
Freut mich für Catterall. Der Typ hat letztes Jahr nach der verdienten knappen Niederlagen gegen den starken Barboza keine Zeit verloren und im selben Jahr zwei gut gerankte, namhafte Boxer besiegt. So hat man sich einen Titelshot mehr als verdient. Guter Mann nun im Weltergewicht. Eine Klasse, die sich so langsam aus der Qualitätskrise rausbewegt. (y)

Von Giyasov erwarte ich nichts mehr besonderes. Der Typ hat den Sprung ins Profilager nie wirklich geschafft. Dazu kommt noch die schreckliche Tragödie mit seiner Tochter.
Jetzt von Catterall "ausgezaubert", habe ich auch nicht das Gefühl, dass sich die Promoter noch gross um ihn reissen werden.
 

Francois

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Rico ist doch zig mal im Kickboxen am Boden gewesen. Selbstverständlich fällt er, wenn Cro Cop bei ihm einschlägt: "Right Kick hospital, left Kick cemetery". Auch ein Hunt musste runter.
Ich kenne viele Kämpfe von Verhoeven . Er ist dafür bekannt ein schwaches Kinn zu haben und ist schon oft runtergegangen von nicht wirklich schweren Treffern. Das ist r unter dem Durchschnitt. Allerdings hilft ihm sein hervorragendes conditioning dann schnell wieder zurückzufinden. Trotzdem insgesamt ist er merklich hinter den all-time greats aus Holland bez Kampfkontrolle , technische Variabilität und Deckung gewesen. Guter Kämpfer aber ein Aerts, Hoost,Schilt... waren ne andere Liga.

CroCop z.b. hatte auch nie das beste Kinn, aber verglichen mit Verhoeven sehe ich ihn da stabiler.
 
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