Deutsche Nationalmannschaft

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carlch

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Ist das in Frankreich besser? Keine Ahnung.
Ich denke mal wer wirklich will, der findet auch was, siehe in Brasilien die Storys, die man da immer liest, wo die überall ohne Schuhe und mit was auch immer als Ball angefangen haben zu kicken.
Ja gut das hier weniger Leute mit Blechdosen Fußball spielen als in den Slums von Rio sollte offensichtlich sein. Natürlich muss hier bei uns eher ein Angebot bestehen, da viele hier einfach mehr Alternativen haben. Aber auch andere vergleichsweise Reiche Länder haben in den letzten Jahren im Bezug auf die Bevölkerung signifikant mehr Talent herausgebracht (Niederlande oder Portugal zum Beispiel). Also ich finde es schon ziemlich offensichtlich, dass es da Verbesserungspotential gibt.
 
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Dembele hat gegen Bayern spielerisch auch nicht performt, aber er hatte halt dann so seine Momente... :saint:

Das größte Problem sehe ich in unserer Spielanlage. Ich traue Nagelsmann einfach nicht zu in so einem Spiel dann auch mal pragmatisch aufzutreten. Und wenn man hoch steht, weil "das ist unser Spiel und wir verbiegen uns nicht", dann sagen Mbappé & Co. "Danke schön!", ähnlich wie Bayern gegen Real & PSG, bloß dass Bayern halt auch qualitativ entsprechend was dagegensetzen kann, um das auszugleichen. Das sehe ich in der NM nicht.

Nagelsmann darf mich da gerne überraschen, aber das glaube ich erst, wenn ich es sehe.

Es ist schon recht knifflig, ja.
Normalerweise würde ich auch sagen, spielt defensiv, schaut, dass ihr kein Gegentor kassiert und dann kontert sie aus. Frankreich ist jetzt nicht das Premium-Team in Sachen "Spiel selbst machen". Das Problem ist halt, dass wir einfach keine Kontermannschaft haben. Das kennen die meisten auch aus dem Verein fast nicht und in Sachen Speed haben wir jetzt auch nicht die absoluten Raketen.

Ich würde es wahrscheinlich eher so angehen, dass man versucht, die Franzosen im Mittelfeld zu packen. Wenn es eine Mini-Schwachstelle gibt, dann sind das Rabiot und Tchouameni. Wenn wir dagegen Nmecha, Pavlovic und Kimmich stellen, sollten wir hier eine Dominanz haben, zumindest spielerisch. Auch vorne würde ich dann auf spielstarke Spieler mit möglichst wenig Ballverlusten setzen. In der Abwehr sollten die Außenverteidiger ihre Rolle eher defensiv interpretieren. Auf der rechten Seite vielleicht auch ein Innenverteidger. Brown auf links sollte mit seinem Speed gesetzt sein.
 

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Wechsel im Sommer aber dadurch vermutlich vom Tisch.

Social Media Post von Schlotterbeck an die BVB Fans incoming:

... mich dazu entschlossen auch die neue Saison beim BVB zu bleiben. Ich möchte ein Teil dieser grossartigen Familie bleiben und dieses Jahr mithelfen Grosses aufzubauen. In Dortmund sind Titel mehr wert als anderswo.

:saint:

Und viele werden diese Art der Folklore dann auch für bare Münze nehmen.
 

Zapator

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An die Nationalmannschaft muss auch kein NLZ denken.

Mbappe ist ein interessanter Spieler für den Jugendvergleich. In Deutschland wäre der Junge immer mit Abstand der jüngste Spieler im Jahrgang gewesen. Sonderlich groß ist er auch nicht. Körperlich wäre er also wohl durch jede Jugend hindurch unterlegen gewesen.
Eventuell wäre da ein Vergleich mit Reus naheliegend dem in der U17 gesagt wurde es reicht körperlich nicht beim BVB.

In vielen Vereinen und NLZ gilt noch immer das Erfolgsprinzip. Also möglichst kompetitive Jugendmannschaften stellen mit denen man möglichst häufig gewinnt. Das hat in Deutschland jetzt über Jahre vor allem Spieler produziert die relativ früh körperlich relativ weit waren.
Die besten Fußballer hat Deutschland damit nicht ausgebildet.

Zugegeben bin ich jetzt nicht bei allen Deutschen Vereinen so informiert wie beim BVB aber dort findet gerade ein Umdenken in der Jugend statt.
Viel mehr wird auf das biologische Alter geachtet und nicht mehr nur auf das Datum im Pass. Deswegen spielt dann beim BVB jetzt auch ein Mohamadou mit 15 Jahren in der U17.
Die Herangehensweise von Broich war es die Schritte in der Jugend schwerer zu gestalten damit der letzte Schritt zu den Profis nicht mehr so gigantisch ist.

Daher meine Meinung: Mit guter Jugendarbeit kann man viele Mbappes produzieren und nicht mehr so viele Pascal Gross.
D.h. theoretisch wuerde das gehen, aber praktisch kann's noch keiner?
Denn sonst wuerden alle Profivereine der Welt das ja schon machen und sich sich die Weltklassespieler en masse heranziehen.
 

NcsHawk

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D.h. theoretisch wuerde das gehen, aber praktisch kann's noch keiner?
Denn sonst wuerden alle Profivereine der Welt das ja schon machen und sich sich die Weltklassespieler en masse heranziehen.
Die Zukunft wird zeigen, ob es so einfach ist.
Die neuen Ansätze im Jugendfußball sind ja erst in den letzten Jahren angelaufen.
Der DFB gibt auch jährlich neue Verpflichtungen in den Massensport was Spielformen etc... angeht.
Auch ein höheres Niveau im Breitensport wird den herausragenden Talenten helfen.

Ich sage nur, dass mir die Veränderungen logisch erscheinen.
-Spieler lieber jedes Jahr ein bisschen überfordern als die völlig dominant durch ihre Altersklasse ziehen zu lassen.
-Spieler die mit 14 schon einen großen Teil ihres pubertären Altersschub durch haben lieber mit 16-Jährigen kicken lassen gegen welche sie sich nicht nur auf ihre körperlichen Vorteile verlassen können.
-Etc...


Beispiel aus meiner Jugendmannschaft. Da ist ein Kind so gut geworden, dass er alles alleine machen konnte. Hinten Bälle holen, nach Vorne treiben und in der Regel sogar noch selbst vollstrecken. Als Trainer kann ich mich hinstellen und freuen, dass der Junge so eine Granate ist aber praktisch sorgt der dafür, dass die anderen Jungs wichtige Entwicklungsschritte nicht nehmen können. Die lernen im Fußball nur noch Ball zu X und der regelt. Deswegen spielt der Jung künftig eine Jugend höher. Da kann er nicht mehr alles alleine machen, muss lernen auch im Teamgefüge zu spielen und wie er seine Mitspieler benutzen kann um trotzdem erfolgreich zu bleiben.
 

thedoctor46

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10% Talent und 90% Arbeit.
Kommt drauf an wie man "Arbeit" definiert, auch wenn ich den Talentfaktor unabhängig von der Definition höher einschätzen würde.

Wenn mit "Arbeit" viel Training, gute Talentförderung, angemessene Ernährung bzw. allgemein gesunder Lebensstil oder Ehrgeiz gemeint ist, dann ist das richtig und nimmt natürlich einen wichtigen Part ein.

Kommt man da jedoch mit der Sammer-Schiene und definiert Arbeit vor allem mit Willen dann nicht. Wer genug will kann alles schaffen und wer es nicht schafft wollte es halt nicht genug. Dann landet man wieder bei den Problemen die man zwischendurch hatte. Finds dann immer schade wenn Leute wie Sammer ihre eigene Karriere im Nachhinein so verklären und das alles nur auf 24 Stunden harte Arbeit reduzieren. Ja war bei Leuten wie Sammer sicherlich so, aber das in die Wiege gelegte große Talent wird dann gerne mal vergessen. ;)
 

Zapator

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Ich gehe soweit mit, dass die breite Masse an Topspielern (in D z.B. diejenigen die in den ersten vier Ligen spielen) noch etwas besser werden koennen, aber dass da eine Niveliierung auf allerhoechstem Level stattfindet und bei Bayern und Real nur noch Messis und Mbappes auf allen Positionen spielen, die alles aus dem NLZ kommen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
90% Arbeit kann man beeinflussen, 10% Talent nicht - und genau das macht den Unterschied zwischen Pascal Gross und Mbappe und ich denke dass wird so bleiben
 

MRB

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Hm, wenn ich jetzt grade an den Wert 90% Arbeit und dann an so Fälle wie Süle denke, werd ich doch sehr nachdenklich. :weghier:
 

NcsHawk

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Ich gehe soweit mit, dass die breite Masse an Topspielern (in D z.B. diejenigen die in den ersten vier Ligen spielen) noch etwas besser werden koennen, aber dass da eine Niveliierung auf allerhoechstem Level stattfindet und bei Bayern und Real nur noch Messis und Mbappes auf allen Positionen spielen, die alles aus dem NLZ kommen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
90% Arbeit kann man beeinflussen, 10% Talent nicht - und genau das macht den Unterschied zwischen Pascal Gross und Mbappe und ich denke dass wird so bleiben
Nein. Das habe ich auch nur überspitzt dargestellt...
Aber Frankreich hat grundsätzlich keine anderen Grundlagen als es Deutschland hat.
Also muss es Ziel sein ebenso viele Talente in die internationale Klasse zu bekommen.
 

carlch

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Hm, wenn ich jetzt grade an den Wert 90% Arbeit und dann an so Fälle wie Süle denke, werd ich doch sehr nachdenklich. :weghier:
Naja ich denke tatsächlich, dass Süle das Talent gehabt hätte über Jahre hinweg einer der dominantesten IV der Welt (sprich Top 3-5) sein zu können wenn an seiner Einstellung nur irgendwas professionelles gewesen wäre. Der war zu seiner besten Zeit ein 1,95 Meter großer Spieler der trotzdem fast 35 km/h gelaufen ist und auch Ball jetzt nicht blind war. Dann kamen halt zu seiner Einstellung auch noch Verletzungen dazu (was sich vielleicht auch bedingt hat) und schon haben wir eben den Süle bekommen den wir jetzt hatten. Finde so sehr gegen die These 90% Arbeit spricht das garnicht.
 

MRB

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Naja ich denke tatsächlich, dass Süle das Talent gehabt hätte über Jahre hinweg einer der dominantesten IV der Welt (sprich Top 3-5) sein zu können wenn an seiner Einstellung nur irgendwas professionelles gewesen wäre. Der war zu seiner besten Zeit ein 1,95 Meter großer Spieler der trotzdem fast 35 km/h gelaufen ist und auch Ball jetzt nicht blind war. Dann kamen halt zu seiner Einstellung auch noch Verletzungen dazu (was sich vielleicht auch bedingt hat) und schon haben wir eben den Süle bekommen den wir jetzt hatten. Finde so sehr gegen die These 90% Arbeit spricht das garnicht.
War eher so gemeint, dass jemand der sich nie so ganz zu 100% auf den Profifußball fokussieren wollte, es trotzdem geschafft hat dauerhaft Profifußballer bei Topvereinen zu werden und sogar 2 starke CL-Finals spielte.
 

Grimon

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Ahhh. Ist schon echt bitter. Die Ausfälle von Schlotterbeck, Gnabry und Karl tun uns echt richtig weh. Tut mir für alle 3 leid.
Ich hätte Deutschland mit den 3 schon deutlich stärker eingeschätzt.
So schlecht wie das Team und seine Leistung hier von einigen gemacht wird seh ich das nämlich nicht. Karl wär dazu ein wirkliches Upgrade auf rechts gewesen.

Die Tabellensituation find ich tatsächlich suboptimal. Schön das man früh durch ist, klar. Aber mit diesen zeitlichen Abständen zwischen den Spielen brauchen die Spieler eigentlich keine Pause. Ich würde auch 60 Minuten komplett ernst machen und dann halt jeweils nach Bedarf wechseln. Eine Freundschaftsspiel 11 rauszuschicken, sich womöglich ein schlechtes Ergebnis abholen und dann im nächsten Spiel wieder umschalten wollen kann mMn nicht funktionieren. Ecuador muss angreifen. Das sollte uns doch Räume zum kontern geben. Da kann man sich im besten Fall noch mal ordentlich Selbstbewusstsein holen wenn's gut läuft.

Zur Diskussion bzgl Frankreich im Achtelfinale: Ich finde das "högscht" :D gefährlich. Die möglichen Gegner in der Runde davor sind jetzt zwar keine Weltmacht - schon klar - aber sicherlich auch kein Fallobst. Und wenn man dann so rangeht und mit einem Auge schon auf den weiteren Turnierbaum schielt, dann geht das mMn einfach in den meisten Fällen schief. Beispiele gibt's da doch genug. '94 dachte man auch schon an Italien, weil die Bulgaren könne man ja einfach weghauen
 

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War eher so gemeint, dass jemand der sich nie so ganz zu 100% auf den Profifußball fokussieren wollte, es trotzdem geschafft hat dauerhaft Profifußballer bei Topvereinen zu werden und sogar 2 starke CL-Finals spielte.

Das aber auch nur weil mittlerweile nur so geschrieben und kommentiert wird als wäre Süle seine ganze Fussballerkarriere nur bei Meckes rumgesessen.

Und diese neue Urban-Legend des deutschen Fussballs ist natürlich grosser Quatsch.
 

LeZ

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Paradebeispiel ist doch auch England. Die haben da ähnliche Verhältnisse was prekäre Situationen bei Kindern angeht (sprich, gar keine), bringen aber technisch stark ausgebildeten Nachwuchs hervor der auf Weltniveau mithalten kann. Dazu eine kämpferische Einstellung und eine gewisse Robustheit. Warum haben wir das nicht? Weil wir Deutschland sind, wir erzählen irgendwas und machen dann das, was am einfachsten ist und am meisten einfach verdientes Geld bringt. Ganz viele Pascal Große bringen in Summe halt mehr Transfererlöse als wenige Mbappes am Anfang ihrer Karriere.

"Deutschland. Wir verk*cken's!"
 

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Nein. Das habe ich auch nur überspitzt dargestellt...
Aber Frankreich hat grundsätzlich keine anderen Grundlagen als es Deutschland hat.
Also muss es Ziel sein ebenso viele Talente in die internationale Klasse zu bekommen.
Du meinst, dass wir das aufholen durch bessere Ausbildung - ich meine, dass das am Zufall liegt, der das Talent verteilt.
D hat uebrigens deutlich mehr Jugendspieler in Vereinen als F, Strassenkicker hin oder her.
 

MRB

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Zur Diskussion bzgl Frankreich im Achtelfinale: Ich finde das "högscht" :D gefährlich. Die möglichen Gegner in der Runde davor sind jetzt zwar keine Weltmacht - schon klar - aber sicherlich auch kein Fallobst. Und wenn man dann so rangeht und mit einem Auge schon auf den weiteren Turnierbaum schielt, dann geht das mMn einfach in den meisten Fällen schief. Beispiele gibt's da doch genug. '94 dachte man auch schon an Italien, weil die Bulgaren könne man ja einfach weghauen
Ja, zum Glück spielen wir nicht mit. ;)
 

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Das aber auch nur weil mittlerweile nur so geschrieben und kommentiert wird als wäre Süle seine ganze Fussballerkarriere nur bei Meckes rumgesessen.
Ich weiß jetzt nicht was du mit "nur bei Meckes rumgesessen" meinst, wahrscheinlich nicht 24/7 und das hat ja auch keiner behauptet. Aber dass er regelmäßig Burger, Pizza und Döner gegessen hat, daraus hat er doch gar keinen Hehl gemacht.
 

MeWe

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Kommt drauf an wie man "Arbeit" definiert, auch wenn ich den Talentfaktor unabhängig von der Definition höher einschätzen würde.

Wenn mit "Arbeit" viel Training, gute Talentförderung, angemessene Ernährung bzw. allgemein gesunder Lebensstil oder Ehrgeiz gemeint ist, dann ist das richtig und nimmt natürlich einen wichtigen Part ein.

Kommt man da jedoch mit der Sammer-Schiene und definiert Arbeit vor allem mit Willen dann nicht. Wer genug will kann alles schaffen und wer es nicht schafft wollte es halt nicht genug. Dann landet man wieder bei den Problemen die man zwischendurch hatte. Finds dann immer schade wenn Leute wie Sammer ihre eigene Karriere im Nachhinein so verklären und das alles nur auf 24 Stunden harte Arbeit reduzieren. Ja war bei Leuten wie Sammer sicherlich so, aber das in die Wiege gelegte große Talent wird dann gerne mal vergessen. ;)
Ich denke als Überschrift taugt es ganz gut. Aber das ist schon auch Geschmacksache, ob man da ein Konglomerat an Aspekten drunter verstehen mag.

Genau. Es ist wie bei allem. Richtig gut wirst du in einer Sache nur, wenn du Arbeit reinsteckst. Das gilt für so ziemlich jeden Beruf. Als Beispiel: Musiker.

Klar kann man das dann auch zur Karikatur ala Sammer Wille "du musst Gras fressen" machen. Und auch richtig, dass es eben nicht nur eine Willenssache ist. Da spielt dann das Talent und sicher auch Glück die entscheidende Rolle, wenn man von ähnlich bzw. gleich viel betriebenem Aufwand ausgeht. Und da muss ich zugeben, dass ich keine Statistik/Empirie kenne, die ausweist, wieviele es bei vergleichbarem Aufwand dann tatsächlich schaffen. Die überwiegende Mehrheit wird es eher nicht schaffen.
Wobei es regelmäßig charakterbildend wirken wird und man häufiger auf anderem Gebiet durchaus erfolgreich sein kann bzw. wird, auch wenn es nicht zum Star reicht. Das ist aber nicht das Thema und klar, diesem "Sammer Ansatz" muss man entschieden widersprechen.

Interessant ist dann aber auch die hypothetische Frage, wieviele Talente mangels Engagement auf der Strecke bleiben bzw. was ihnen gefehlt hat, um es weiter nach oben zu schaffen. Manu Thiele hat zur dt. Nachwuchsförderung und deren Probleme ein imo ganz gutes Video gemacht. Da fällt mir auch das Mehmed Scholl Zitat ein: "Die Jungen können 99 Systeme rückwärts furzen aber spielen nicht" (osä.)
 

VvJ-Ente

Verdammter Wohltäter
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Beispiel aus meiner Jugendmannschaft. Da ist ein Kind so gut geworden, dass er alles alleine machen konnte. Hinten Bälle holen, nach Vorne treiben und in der Regel sogar noch selbst vollstrecken. Als Trainer kann ich mich hinstellen und freuen, dass der Junge so eine Granate ist aber praktisch sorgt der dafür, dass die anderen Jungs wichtige Entwicklungsschritte nicht nehmen können. Die lernen im Fußball nur noch Ball zu X und der regelt. Deswegen spielt der Jung künftig eine Jugend höher. Da kann er nicht mehr alles alleine machen, muss lernen auch im Teamgefüge zu spielen und wie er seine Mitspieler benutzen kann um trotzdem erfolgreich zu bleiben.
Das geht aber nur im Leistungsbereich gut, oder wenn der Spieler so ehrgeizig ist, dass er von selbst nach einem Wechsel fragt. Aus meiner Sicht verlieren wir aber zu viele Kinder, weil sich jeder 08/15-Verein für ein potenzielles NLZ hält und mit den Kindern umgeht, als wäre denen alles egal. Da gibt es immer noch massenhaft Spieler, die auch wenn die Mannschaft schnell mit 3+x Toren vorne oder hinten liegt, erst 5 Minuten vor Schluss eingewechselt werden oder ganz draußen bleiben. Oder Vereine locken Spieler mit Versprechungen an, die im Moment des Wechsels bereits vergessen sind.

Ich habe momentan auch so einen "Alleskönner" in der Mannschaft. Der spielt bei mir mit seinen beiden besten Kumpels, bei denen jeder ambitionierte Trainer einen Lachkrampf kriegen würde, wenn die auch nur zum Probetraining erscheinen würden. Außerdem ist er ziemlich schüchtern und genießt es, dass er im Team so anerkannt ist. Dem würde ich keine Steine in den Weg legen, wenn er mal von selbst kommt und es in einer höheren Liga probieren will. Ich würde ihm aber empfehlen, zu einem Verein zu gehen, wo wirklich Wert auf die Ausbildung gelegt wird, und nicht einfach die stärksten verfügbaren Spieler auf Athletik gedrillt werden. Und ich werde ihm nicht sagen, dass er "für seine Entwicklung wechseln muss" oder ähnlichen Quatsch. Entweder er hat die intrinsische Motivation, immer noch besser zu werden, oder er hat sie nicht. Kinder, die sich nur anstrengen, weil sie unter Druck gesetzt werden, schaffen es ohnehin nie an die Spitze. Es hören aber jede Menge auf, weil Fußball spielen auf einmal nicht mehr kicken mit Kumpels ist, sondern Disziplin, Pässe spielen, Auslese, usw.
 
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