Ihn mit Duncan und Garnett zu vergleichen, finde ich allerdings auch schon heftig. Ich würde ihn noch nicht einmal unbedingt mit Shawn Kemp vergleichen, habe Favors aber auch nicht akurat verfolgt.
Ich spreche, genauso wie Avery Johnson, von der Spielweise, nicht unbedingt vom Leistungsvermögen. Und da machen sich bekannte Namen nun mal besser. Aber speziell bei Tim Duncan und Kevin Garnett reden wir von absoluten Ausnahmespielern, die nicht nur durch ihr großartiges Spiel zu ihrem Karrierehöhepunkt bestachen, sondern eben auch jahrelang zu den besten Spielern der Welt gehörten (selbst heute noch sind Duncan und Garnett potentielle Top5-Spieler, wenn sie gesund und 100% fit sind).
Was mich daran wieder mal stört, ist die übertriebene Erwartungshaltung an einen Rookie. Favors fehlen ja nicht nur ein paar Zentimeter zu Tim Duncan und Garnett, sondern auch deren Skills.
Ich stimme auch DeDreier zu. Selbst wenn man wie ich nicht so viel von Carmelo Anthony hält, kann Derrick Favors nicht der Dealbreaker sein. Anthony ist ein Superstar, der nicht nur sportlich sondern auch finanziell ein Segen für eine Franchise ist. Um auf dieses Niveau zu kommen, braucht es schon solchen Hype um einen Rookie wie bei LeBron James beispielsweise. Aber es ist ein weitverbreitetes Phänomen, dass Rookies in der Lottery immer gleich zu potentiellen Franchise-Spielern stilisiert werden, dabei zeigt die Realität doch, dass man letztendlich mit einem dritten Pick im Schnitt einen soliden Starter bekommt. Ich ziehe dabei gern mal den Vergleich zu Michael Beasley, der immer stark kritisiert wird, da er ja ein zweiter Pick war. Schaut man sich aber mal an, was er so leistet, dann entspricht das genau dem, was im Schnitt ein zweiter Pick aus den letzten 20 Jahren so leistete.
Diese überzogene Erwartungshaltung ist wohl offensichtlich nicht nur unter Fans verbreitet, sondern eben auch unter Coaches, wie die Aussagen Avery Johnsons zeigen.