Der offizielle Thread zur Saison 2022


theGegen

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Das war ohnehin alles ziemlich verrückt, gemessen an jetzigen Zuständen. In den 1980ern als Jugendlicher quer durch Europa. Da gab es noch Zoll zwischen allen Ländern auf der geplanten Reiseroute.
Schon zwischen Luxembourg und Frankreich gab es den 1. Stress mit Zöllnern, denen nicht passte, wie wir aussahen (langhaarige Freaks).
An jedem verdammten Zoll wurden unsere ordentlich gepackten Rucksäcke zerpflückt, teilweise aus reiner Schikane.
Meistens doppelt. Erst die Beamten aus Luxembourg, dann die aus Frankreich, wieder die aus Frankreich raus, gefolgt vom Schweizer Zoll für den Schwenk nach Norditalien.
Die Krönung dessen war Chiasso. Der italienische Zoll entschied: Wir durften nicht nach Italien einreisen.
Die Begründung komplett irrwitzig und weil wir eh schon einen Hals auf diese Bullenstaat-Scheiße hatten, haben wir unser Glück dann beim Schweizer Zoll gesucht. Durften problemlos nach Italien einreisen und sind (in Italien) wieder in denselben Zug gestiegen. :crazy:

Rätselfrage: Mit welcher Begründung verweigerte uns der italienische Zoll die Einreise?
  • Von Interpol gesucht
  • Besoffene Krawallmacher
  • Devisenvergehen
  • Langhaarige potentielle Revoluzzer
  • Die Laune ist sowieso schon schlecht
  • Haben Drogen im Gepäck, obwohl keine gefunden wurden
  • Reisepass oder Ticket könnten ungültig sein
Der oder die Gewinner erhalten bis zu 500 UCI Worldtourpunkte für die Gesamtwertung der Tour de Suisse. ;)
........
Ich tippe bei der verhinderten Einreise übrigens auf "Haben Drogen im Gepäck, obwohl keine gefunden wurden". Lange Haare, Interrail....da müssen doch Drogen im Spiel sein! :LOL:
Da es keine weiteren Tipps gibt, löse ich auf. ;)
Es war tatsächlich die unwahrscheinlichste Option "Devisenvergehen". :crazy:
Um den Monat im Ausland zu überleben (Essen, Trinken, evtl. Zelten auf einem Campingplatz) hatten wir Euroschecks in unseren Brustbeuteln.
Keiner von uns Jugendlichen hatte doch damals ein paneuropäisches Konto oder gar eine europaweit gültige Scheckkarte. Höchstens Postsparbuch oder ein Girokonto bei der Kreissparkasse.
Das "sicherste" Zahlungsmittel der Zeit vor Schengen und Euro war der Eurocheque. Damit konnten Diebe nichts anfangen und den konnte man sich im Ausland in der Landeswährung auszahlen lassen, statt Bargeldtausch plus Wucher-Gebühr an der erstbesten Change-Station an der Grenze.
Ich weiß nicht mehr, wieviele man davon mithaben durfte - hing ja auch davon ab, wieviele Länder man per Interrail durchstreifen wollte. In den Staaten mit gering geplanter Verweildauer musste man natürlich immer noch Bargeld umtauschen.
Unsere Reiseroute führte durch ingesamt 13 Währungen, denn manche Länder zählten diesbezüglich und geographisch bedingt mehrfach, während Monaco und Andorra immerhin vom Umtausch nicht betroffen waren.
Eifel - Luxembourg - Frankreich - Schweiz - Italien - Frankreich (incl. Monaco) - Spanien (incl. Andorra) - Portugal - Spanien - Frankreich - Belgien - Niederlande - Belgien - Luxemburg - Eifel.
Wir hatten halt unser kümmerliches Bargeld im Brustbeutel, um uns billigen Fraß und Rotwein und Muskateller zu gönnen und je 2-3 Euroschecks über je ca. 200,- DM zum Umtauschen in z.B. Italien, Frankreich, Portugal für 1 ganzen Monat. Und dafür hatten wir schwer geschuftet in miesen Schülerjobs.
Von diesen Eurocheques hatten wir natürlich noch keinen verbraucht, bis Italien und der Schweizer Grenzstation Chiasso. Die italienische Zoll hatte an diesem Abend extrem schlechte Laune. Wie bei jedem Zoll wurden auch hier unsere Rucksäcke komplett durchwühlt und verwüstet, natürlich extra Pässe vorzeigen und das Interrailticket, samt Prüfung, ob wir diesen Zug auch benutzen durften. Kannten wir schon aus unseren vorherigen Grenzübergängen, also eine nicht mehr ganz neue Erfahrung für uns Jünglinge. Absolut ätzend sowas. :mad:
Der italienische Bahn-Zoll nahm es ganz genau, inspizierte unsere Brustbeutel und beanstandete die Überschreitung der Höchstmenge von ausländischen Devisen via Eurocheque über die erlaubte Grenze hinaus.
"Sie kommen hier nicht 'rein!" :belehr:
Ohje. Wir hätten mit unseren uneingelösten Eurocheques (weiß nicht .... 50,- DM mehr als erlaubt? :confuse: ) natürlich halb Italien aufkaufen oder in die Rezession treiben können. Oder den stabilen Wert der italienischen Lira mit unseren faulen Deutschmarks gefährden. :LOL:
.....

Nachdem wir also vom italienischen Bahnzoll ausgeschlossen wurden, haben wir es bei dem Straßenzoll neben dem Bahnhhof nochmal probiert, sind quasi durchgewunken worden und vorne wieder in den denselben Zug nach Mailand gestiegen.
So ein Blödsinn.
Aber in Spanien war es noch übler. Da wurden wir von der Guardia Civil mit gezückten Waffen festgenommen und bekamen Zaragoza-Verbot. :devilish:
 
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theGegen

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Immerhin 50 imaginäre UCI-Punkte für den Versuch gehen an @Aldis zum Ausgleich für die fehlenden 50 UCI Punkte für Lotto-Soudal und die Belgien-Rundfahrt.
 

Aldis

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Haha, lustige Story. Fehlt noch der Hinweis, wieso ihr Zaragoza-Verbot bekamt. :D
 

theGegen

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Haha, lustige Story. Fehlt noch der Hinweis, wieso ihr Zaragoza-Verbot bekamt. :D
Die Frage ist, was ist schlimmer: Zaragoza-Verbot oder Köln-Kalk-Verbot? :D
Ich überlege gerade, ob ich das Thema nicht aus diesem Thread auslagern soll....
In den Smack Talk.

Das ja alles irgendwie Erinnerungssport, um irgendeine erlebte Anekdote oder Schote oder eine wilde Story aus dem Gedächtnis zu kramen.
Es spielt keine Rolle, ob jung oder alt oder bis wohin zurück das Erinnern anfängt..
Ich mache das gerne mit alten Kumpels oder mit der Familie oder auch mit mir selbst und Ziel ist immer, das möglichst genau zu rekonstruieren.

Beim Konsum von Radsportrennen geht es manchmal durch Orte (Giro, Tour, Vuelta), die ich vor zig Jahren während Interrail oder Transalpino mal durchreist oder besucht hatte.

Beim letzten Giro war es Scalea (Ach, da war ich doch schonmal? Geiler Ort! :love:) Und bei der Tour de Suisse war es Chiasso.
Chiasso? Da war ich doch mal und da war doch irgendwas. :skepsis:

Und dann lässt mich das nicht locker und dann muss ich rekonstruieren, wieso uns diese Idioten vom italienischen Zoll damals nicht einreisen lassen wollten.
Erst über die nachträgliche Recherche bin ich gestern auf den Passus gestoßen, dass für Eurocheques in höchstens assoziierte Währungs-Drittweltländer wie Italien damals ein Limit über 400,- DM bestand.

Die tatsächliche Erinnerung war: "Wie jetzt? Die haben doch wohl komplett einen an der Waffel!" :gitche:
In Folge hatten wir solche Weisungen bei diesen Reisen einfach ignoriert.
 
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Murphy

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Erst über die nachträgliche Recherche bin ich gestern auf den Passus gestoßen, dass für Eurocheques in höchstens assoziierte Währungs-Drittweltländer wie Italien damals ein Limit über 400,- DM bestand.
Wie hast du dann deine hochklassigen rotlichtigen Amusements bezahlen können? :clowns: :weghier:
 

theGegen

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Wie hast du dann deine hochklassigen rotlichtigen Amusements bezahlen können? :clowns: :weghier:
:confuse:

Wir waren viel zu jung und hatten viel zu wenig Kohle für Rotlicht. Aber wir haben unterwegs viele reisende Mädels kennen gelernt, aus Finnland und Italien und Spanien.
Das war ja gerade das Spannende damals. Raus aus dem Kaff und ohne Eltern quer durch Europa für wenig Geld.

Würde ich nie mehr machen so. Viel zu gefährlich, anstrengend, alles ohne Sinn und Verstand. Aber irgendwie ist das alles gut gegangen, sonst könnte ich mich rein biologisch nicht mehr daran erinnern.
 

Murphy

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:confuse:

Wir waren viel zu jung und hatten viel zu wenig Kohle für Rotlicht. Aber wir haben unterwegs viele reisende Mädels kennen gelernt, aus Finnland und Italien und Spanien.
Das war ja gerade das Spannende damals. Raus aus dem Kaff und ohne Eltern quer durch Europa für wenig Geld.

Würde ich nie mehr machen so. Viel zu gefährlich, anstrengend, alles ohne Sinn und Verstand. Aber irgendwie ist das alles gut gegangen, sonst könnte ich mich rein biologisch nicht mehr daran erinnern.
Trampen ist heute sicher auch nicht mehr so romantisch wie noch in den 1970/1980/1990er
 

theGegen

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Back to Business der Radsport-Saison und zum....

UCI World Tour Ranking. ;)

Die nationalen Meisterschaften zählen ebenfalls dazu und schon beim ITT gibt es 50 Punkte abwärts (bzw. 25 bei den B-Nationen) zu verdienen.

Durch gute Platzierungen bei den belgischen Meisterschaften konnte Lotto-Soudal den Abstiegsplatz verlassen. Unter dem Strich ist jetzt Bike-Exchange-Jayco knapp dahinter. Kann aber sein, dass deren gute Übersee-Resultate der Nacht beim update noch nicht eingespeist waren.
Movistar und EF Education holten wichtige Punkte.
 

theGegen

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Ich habe gerade gecheckt, dass es da richtig fett Punkte zu verdienen gibt, gerade für die kleineren Teams.

Bei den tschechichen ITT-Meisterschaften der Herren konnte das Team Elkov-Kasper 125 UCI-World-Tour-Team-Punkte einsammeln für die ersten 5 Plätze der tschechischen Teilnehmer für 50 Punkte und weitere ff abwärts.

 

henningoth

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gibts eigentlich die deutsche Meisterschaft irgendwo im TV zu sehen?
Soweit ich weiß wird die dieses Jahr von den Veranstaltern der Sauerlandrundfahrt ausgerichtet. Gibt immerhin einen Livestream, auch wenn die Website der Sauerlandrundfahrt heute schon den ganzen Tag down ist...

Hier hab ich den Stream auch gefunden: https://sportdeutschland.tv/sauerlandrundfahrt/deutsche-strassen-radmeisterschaften-2022-im-sauerland

Aktuell sind jedoch die 2 einzigen Motorräder in Funklöchern und es gibt keine Bilder. Moderiert wird das von Paul Voss und Bastian Marks. Auch wenn ich die beiden aus ihrem Podcast her gern höre, ist es doch schon etwas traurig dass es keine echte professionelle Coverage gibt.

Währenddessen macht man youtube auf und sieht direkt einen Livestream der Britischen Meisterschaft.

Ist schon recht traurig in welchem Zustand Rennen auf deutschen boden medial sind.
 

theGegen

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Back to Business der Radsport-Saison und zum....

UCI World Tour Ranking. ;)

Die nationalen Meisterschaften zählen ebenfalls dazu und schon beim ITT gibt es 50 Punkte abwärts (bzw. 25 bei den B-Nationen) zu verdienen.

Durch gute Platzierungen bei den belgischen Meisterschaften konnte Lotto-Soudal den Abstiegsplatz verlassen. Unter dem Strich ist jetzt Bike-Exchange-Jayco knapp dahinter. Kann aber sein, dass deren gute Übersee-Resultate der Nacht beim update noch nicht eingespeist waren.
Movistar und EF Education holten wichtige Punkte.
Nach Auswertung aller nationalen Meisterschaften ist BikeExchange wieder vorbei an Lotto Soudal. Die haben bei den belgischen Meisterschaften nicht viel gerissen. Campenaerts 3. beim ITT und De Lie wurde 6. beim Massenstart der belgischen Profis. Die wenigen Nicht-Belgier waren bei ihren nationalen Meisterschaften nicht am Start oder ohne Chance.
Luka Mezgec (3. Slowenien Straße), Tanel Kangert (2. Platz Estland ITT) und Lawson Craddock (ITT Champ USA) punkteten für Bike-Exchange. Die nationalen Meisterschaften der Australier waren bereits im Januar und die Punkte für Durbridge schon einberechnet.
Vergleichsweise richtig aufgeholt hat Israel Premier Tech. Grob geschätzt 150 Punkte gegenüber der Abstiegskonkurrenz aufgeholt.
Boivin (2. Straße Canada), Brändle (3. ITT Österreich), Carl Fredrik Hagen (4. Straße Dänemark), Neilands (2. ITT Lettland) und nicht zuletzt die Plätze 1-4 bei Israel Straße und Platz 2 beim ITT war eine vergleichsweise fette Ausbeute.
Sie liegen aber immer noch ca. 400 Punkte zurück auf den rettenden Platz 18.
Die ebenfalls gefährdeten EF Education, Movistar haben einen Puffer ca. 500 Punkten.


Israel Premier Tech hat bei der Tour sein A-Team am Start, BikeExchange setzt auf Bling Matthews (und Groenewegen).
Lotto hat gar nix außer Fluchtkandidaten oder eine Etappe auf Klassikerprofil.
 
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