Ich glaube, dass der Schiri überhaupt keinen Spielraum hatte bei Torunarigha, so ungerecht das alles in der Situation auch ist. Wenn er den Frust auch nur an einem Gegenstand auslässt, ich meine, dass es in vergleichbaren Fällen immer gelb gab. Bin aber kein Schiri.
Das Verhalten von Wagner finde ich insofern komisch, weil für mich die Körpersprache/Mimik eher für den Beschwichtigungsversuch spricht, die Handlung aber gar nicht.
So ähnlich sehe ich das auch, nach einer Nacht drüber schlafen.
Ich habe mich da gestern schon in den Minuten direkt danach nicht festlegen können. Nun hat man mehr Kontext.
Eigentlich muss Torunarigha gelb bekommen, ja. Bedenkt man aber die Umstände, rassistische Beleidigungen, Feuerzeugwürfe, das Foul bzw. sehr harte Einsteigen von Mascarell direkt davor (was übrigens noch von einigen Mitgliedern der Schalker Bank mit Standing Ovations gefeiert wurde) und das völlig unnötige Anpacken von Wagner, dann empfinde ich die gelbe Karte als hochgradig ungerecht, egal was die Regeln sagen.
Da wird der Junge über das Spiel emotional fertig gemacht und dann noch vor der gegnerischen Bank umgemäht, von dieser bejubelt und dann vom gegnerischen Trainer bedrängt. Er hat sich so weit im Griff, dass er dieses Anpacken komplett ignoriert und sich "nur" an einem Gegenstand abreagiert, trotzdem muss er dafür runter, seine Mannschaft ist nur noch zu zehnt und verliert in der Verlängerung. Das ist echt hart.
Zu Wagner: Als Trainer habe ich die Finger von den Gegenspielern zu lassen, immer. Wenn ich jemandem hoch helfen möchte, packe ich ihm nicht von hinten an die Schulter. Torunarigha heißt nicht Heidi und Wagner nicht Erwin. Reich eine Hand, greif unter den Arm, oder bleib am allerbesten ganz weg. Armlänge Abstand!
Insofern ein wenig Genugtuung für mich, dass Wagner dafür runter geht. Allerdings wäre es schon besser gewesen, wenn man Torunarigha als Schiedsrichter beiseite genommen hätte, ihn noch mal beruhigt hätte und Wagner dann gelb gibt, oder ermahnt. Das war allerdings in der Situation schwer umzusetzen für den Schiedsrichter.
Allgemein wäre es mal schön, wenn viele (junge) Trainer mal wieder das Verkörpern, was es ausmacht als Teamverantwortlicher an der Seite zu stehen. Respekt auch vorleben, Schiedsrichtern, vierten Offiziellen, aber vor allem auch dem gegnerischen Team und dessen Spielern auf dem Feld gegenüber. Viel zu oft sind die Trainer die ersten, die zum Proteststurm rufen, die die Situation anheizen und direkt Teil der Rudelbildung sind.
Da lobe ich mir alle Trainer, die ohne dieses Bohei auskommen.