Houston, Shanghai und London, Turin kommt leider nicht mehr dazu, aber mal ein Blick auf ein paar spektakuläre Partien von Federer bei den ATP Finals
Halbfinale ATP Finals 2014: Federer def. Wawrinka 4-6, 7-5, 7-6(6)
Für Wawrinka war 2014 das Durchbruchsjahr, bei den Australian Open holte er seinen 1. GS Titel, bei den Monte Carlo Open seinen einzigen Masterstitel. Federer kam nach seiner schwachen 2013er Saison zurück und gewann 5 Titel, zusätzlich hatte er vor den ATP Finals auch 5 weitere Finals erreicht. Bei den GS blieb er 2014 aber glücklos, in Melbourne war gg Nadal Schluss, in Wimbledon verlor er knapp gg Djokovic im Finale und bei den USO sah er aus wie der Titelfavorit, bis Cilic heiß lief im HF. Die Gruppenphase bei den ATP Finals überstand Federer ohne Satzverlust
Wawrinka schoss erst Berdych mit 1 & 1 ab, wurde aber dann mit 3 & 0 von Djokovic deklassiert. Im letzten Gruppenspiel besiegte er Cilic in 3. Im Halbfinale zeigte er aber eine sehr starke Leistung, von der Grundlinie war er klar überlegen. Federer gelang es aber dennoch sich in die Partie zu halten und erzwang einen 3. Satz. Da gab es eine Kontroverse, als Wawrinka von einem falschen Overrule profitierte, den Federer akustisch nicht mitbekam, genau in dem Game schaffte Wawrinka das Break und führte im 3. Satz mit 5-3. Er hatte danach bei 5-4 drei Matchbälle bei eigenem Service, aber als es drauf ankam konnte er am Netz die Partie nicht gewinnen. Bei 5-5 hatte Wawrinka dann weitere Chancen zu noch einem Break, aber Federer konnte ein 15-40 umdrehen, nachdem Wawrinka mit unfassbaren Schlägen sich das 0-30 geholt hatte. Im TB verspielte Federer 2x ein Minibreak und Wawrinka hatte noch einen Matchball. Am Ende gewann Federer die Partie mit 2 Volleywinner. Das war an dem Tag auch der Schlüssel. Für Wawrinka war das vermutlich die bitterste Bo3 Niederlage in seiner Karriere. Was den beiden auch den DC Titel hätte kosten können. Federer erreichte zwar sein 11. Finale in der Saison, aber er musste aufgrund einer Rückenverletzung das Finale aufgeben. Es wurde ein Zitterspiel für das 5 Tage später stattfindende DC Finale. Zudem gab es auch Unruhe zwischen den beiden Schweizer, was nicht gerade der beste Zeitpunkt war vor dem DC Finale. Der Grund hierfür waren Zwischenrufe von Federers Frau in Richtung Wawrinka.
RR ATP Finals 2008: Murray def. Federer 4-6, 7-6(3), 7-6(5)
der Dominator Federer hatte eine schwierige Saison 2008, seine GS-Final Serie endete bei den Australian Open 2008, in Paris und in Wimbledon folgten zwei der bittersten Finalniederlagen. Bei den US Open besiegte er im Finale aber Murray. Der Schotte begann die Saison als Nummer 11 der Welt und erreichte bei den USO sein 1. GS Finale, nachdem er im HF Nadal besiegt hatte. Insgesamt ging er mit 5 Titeln in seine 1. Teilnahme bei den ATP Finals und die letzte Ausgabe in Shanghai. Federer verlor sein Auftaktmatch gg Simon, besiegte dann den Nachrücker Stepanek und hatte gg Murray ein Endspiel ums Halbfinale. Der Schotte war nach 2 glatten Siege schon weiter. Dennoch wollte er sein H2H gg Federer mit aller Kraft auf 4-2 stellen. Was rauskam war ein sehr umkämpftes Match. Federer war am Ende sichtlich angeschlagen, er gab aber alles und so wehrte er 7 Matchbälle ab und die beiden produzierten einer der epischsten Games der Turniergeschichte. Am Ende gewann Murray nach über 3 Stunden dennoch. Federer verpasste zum ersten und letzten Mal die Halbfinals bei den ATP Finals. Für Murray ging es auch nicht auf. Die Partie gegen Federer war die letzte am Freitag, in weniger als 24 Stunden musste er gg Davydenko spielen. Nach dem 3 Stunden-Marathon gg Federer war das dann zu viel für den Schotten. Das zeigt leider auch eine kleine Schwäche des Modus, für Murray wäre es besser gewesen, wenn er gg Federer in entspannten 1,5 h zu verlieren als in über 3 Stunden zu gewinnen. Diese Partie ist aber ein gutes Beispiel, dass Federer auch ein Kämpfer war, trotz Verletzung hatte er die Partie nie aufgegeben.
Hier einmal das besagte Game mit den zig Matchbällen:
Und einmal die gesamten Highlights:
RR ATP Finals 2003: Federer def. Agassi 6-7(3), 6-3, 7-6(7)
Finale ATP Finals 2003: Federer def. Agassi 6-3, 6-0, 6-4
2003 war Federers Durchbruchsjahr, 8 Titel hatte er bis zum Masters Cup gewonnen, darunter sein 1. GS Titel. Agassi gewann bei den Australian Open 2003 seinen letzten GS Titel. Agassi ging mit einer 3-0 H2H Bilanz in den Masters Cup. In der Gruppenphase gewann Federer nachdem er 2 Matchbälle abgewehrt hatte in einem Hexenkessel. Wenige Tage später holte er seinen 1. ATP Finals Titel und ließ das Stadion verstummen. Das Finale jährte sich gestern/vorgestern (je nach Zeitzone). Federers Passierschlag beim Matchball im RR war überragend, nach einem Smash von Agassi. Man sieht da auch, was ihm der Sieg bedeutete. Mit dieser Partie drehte sich auch die Bilanz der beiden, nachdem Agassi eine 3-0 Bilanz hatte und Matchbälle zum 4. Sieg, hieß es am Ende 3-8 im direkten Vergleich aus amerikanischer Sicht
Round Robin:
Finale