Kürzlich gelesene Literatur - Belletristik


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Yinka Dare

Guest
Fräulein Smilias Gespür für Schnee
Ich hatte schon viel von dem Buch gehört, bin aber nie dazu gekommen es mal zu lesen. Also ab in due Bücherei.
Anfangs musste man sich ein bißchen an den Schreibstil gewöhnen. Die Spannung ist am Anfang noch eher mittelmässig baut sich aber gut auf! Die "Heldin" ist einem sofort symmpathisch und man denkt sich total in die Welt ein.
Insgesamt ein sehr gutes Buch
9/10
 

Who

Bankspieler
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Ein Re-read (oder eher re-re-re-re-read ;) ) , der aus irgendeinem Grunde nicht den Status erreicht hat den es hätte erreichen müssen, der da wäre dass es in keiner Jugendbücherei fehlen dürfte und immer ganz oben auf der Liste der Empfehlungen der Buchhändler zu Weihnachten sein müsste.

Käthe Recheis - Wolfssaga

Ein Jugendbuch der allerersten Güte, vlcht das beste dass mir je untergekommen ist.
Wunderschön geschriebene und geschilderte Geschichte in der die Hauptfiguren, wie schon im Titel angedeutet, Wölfe sind. Zugleich ist es aber auch eine Parabel auf den zerstörerischen Umgang des Menschen mit seiner Umwelt und auch mit sich selbst, ohne dass auch nur 1 Mensch im Buch auftaucht (nicht nur dass, es existieren in der Welt schlicht keine), denn das ganze wird auf die Wölfe übertragen die stellvertretend ähnliche Fehler aus ähnlichen Gründen machen.
Spannend, schön, hervorragend geschrieben und dazu noch lehrreich und zum Nachdenken anregend : 10/10 Punten



p.s. : Jugendbücher evtl auch einzeln ?
 

Who

Bankspieler
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Stefan Zweig - Sternstunden der Menschheit

Eines meiner Lieblingsbücher außerhalb der puren Unterhaltung. Zweig nimmt sich verschiedene historische Ereignisse vor (14 an der Zahl) und erzählt sie nach bzw versetzt den Leser da hinein und lässt ihn das ganze miterleben. Das ganze weit gefächert von der Entstehung von Händel´s "Messiah" oder der Marseillaise über die Entdeckung des Pazifik durch Balboa und das erste verschickte Telegramm über den Atlantik bis hin zu Scott´s gescheiterter Expedition oder einem fiktiven Epilog zu Tolstois unvollendetem Drama "Und das Licht scheinet in der Finsternis".

Ist einfach ein grandioses Stück Schreibkunst, quasi hat er hier das gemacht wovon tausende Literatur-Kursler träumen ...

Historisch ist es zumindest weitestgehend ebenfalls korrekt, von daher erfüllt es auch hier den Zweck dass man diese Ereignisse näher gebracht bekommt.

Aber die eigentliche Leistung ist eben seine Schreibkunst, das ist wirklich wunderbar erzählt :)
 

theGegen

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Zwar nicht erst jetzt so ganz kürzlich, aber letztes Jahr begeistert gelesen:

Gerhard Henschel - Kindheitsroman

Klappentext:
Bundesrepublik Deutschland, 1964 bis 1975: Ein Kind erzählt aus seinem Leben, vom Sandkasten bis zur Pubertät, von den ersten Liebesperlen im Hinterhof bis zum Wunschtraum, der neue Eddy Merckx zu werden, der neue Mark Spitz, der neue Gerd Müller oder am besten alles auf einmal. Zur Feier seines siebten Geburtstags im April 1969 möchte Martin Schlosser gerne Tom Sawyer und Huckleberry Finn einladen, die er gut aus dem berühmten ZDF-Weihnachtsvierteiler kennt, aber daraus wird nichts, und auch sonst kommt vieles anders als geplant
.
 

theGegen

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@socialkrates:

Das klang bei der damaligen Auswahl für meine Urlaubslektüre für mich noch viel geiler, weil ich demselben alten Jahrgang angehöre und mich z.T. ätzende Erinnerungen an gemeinsame Sozialisation erwarten ließ.
Meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen, wobei ich Henschel (und Eckhard Henscheid) aus Titanic-Zeiten sowieso mag. Ein Roman ist das aber nicht. Eher ein sporadisch geführtes ausführliches Tagebuch mit in sich (teilweise) geschlossenen Episoden. Klasse aber, wie er vergangene Details wieder einfließen lässt und zitiert.

Der Lesespaß in punkto Wiedererkennungswert dürfte dennoch um einges größer sein, wenn man derselben Generation entstammt.
 

noioso

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Max Frisch - Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie

Teilweise sehr witzig und geistreich. Falls irgendwann mal eine Aufführung bei mir in der Nähe stattfinden sollte, würde ich mir das Ganze auch mal anschauen, aber im Großen und Ganzen ist es ein Werk, das mich nicht weiter beeinflussen wird und über das ich wohl auch kaum mehr nachdenken werde.
 

L-X

Human Intelligence (pre-Alpha)
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Christian Macharski - Das Schweigen der Kühe

Eine Dorfgemeinschaft im äußersten Westen der Republik versucht eine Einbruchserie aufzuklären. Die Protagonisten stammen aus dem Bühnenprogramm des Autors, der von Hause aus eigentlich Comedian ist. Demzufolge überwiegt in diesem Krimi die humoristische Komponente eindeutig das Spannungsmoment. Die Charaktere werden liebevoll in Szene gesetzt und überzeugen durch ihre überzeichnet-regionaltypischen Sprach-, Denk- und Verhaltensmuster.
Sven Regener goes Miss Marple. Ein kurzweiliges Vergnügen auf ca. 170 Seiten mit einem leider etwas schwachen Finale. Trotzdem ein großer Spaß.
 

De Dreier

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Man sollte allerdings nicht vergessen den Rassismus zu erwähnen, der in allen von Conrads Werken permanent vorherrscht.
Na und jetzt? Muss man das wirklich erwähnen? Warum?

Kann man das Buch nicht lesen und Freude daran haben und einen feuchten Furz auf sowas geben? Muss ja nichts am Lesevergnügen ändern. Mich hat es überhaupt nicht gestört.
 

Who

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Jules Vernes wurde das ja auch vorgeworfen. Mark Twain wäre auch zu nennen.
Himmel, in den Büchern des späten 19. Jahrhunderts finden sich unzählige Beispiele für Dinge die man aus heutiger Sicht einfach "besser weiß", das beschränkt sich bei weitem nicht auf rassismus (Stichwort Frauen, Bedienstete) .
Und bei den genannten gab es eben auch genauso viele Beispiel wo eben dieses und andere Klischees an genug stellen durchbrochen wurden.
Sicher kann man das reininterpretieren und ich kann auch einen Achebe verstehen dass ihm das ein persönliches Anliegen ist, aber unter Berücksichtigung der Umstände der Zeit finde ich darf man das Buch durchaus lesen ohne es gleich aus den Regalen verschwinden lassen sollte ...
 

vinz

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Sowieso betrachten einige ein Werk ja sobald das Wort Nege r fällt, gleich als rassistisch.
Damals was das Wort aber mit keinerlei Wertung belegt, d.h. ganz normal und auch gar nicht böse gemeint.
Man sollte Literatur auch immer in ihrem Zeitgeist sehen.
 

noioso

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Moliere - Dom Juan
War jetzt nicht so mein Ding. Teilweise zwar schon ganz lustig, weil die Kirche ein bisschen durch den Kakao gezogen wird, aber da gefiel mir die Interpretation des Don Juan Themas von Max Frisch deutlich besser. Natürlich ist die auch viel jünger.

Simmel - Es muss nicht immer Kaviar sein
Sehr gute Trivialliteratur. Hat eigentlich durchgehend großen Spaß gemacht, auch wenn ich jetzt nicht behaupten könnte, dass es mich unglaublich gefesselt hat. Ist aber auch ganz nett ein Buch zu lesen, über das man hinterher nicht mehr nachdenkt. Deswegen schaue ich ja auch immer mal einen James Bond Film.
 

HeroPodkolzin

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Haruki Murakami - Tanz mit dem Schafsmann

Ein guter Murakami, die Hauptfigur hört ausnahmsweise nicht nur Klassik. Ein schöner Roman über Kleinigkeiten in einer oft surrealen Welt.


Kafka - Amerika

Naja, ganz in Ordnung, aber eben nur ein Fragment, also ohne Ende.
 

buta

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Dan Simmons - Hyperion

Vorerst abgebrochen. Ich habe nach zweihundert Seiten immer noch nicht in den Plot gefunden, fühle mich gelangweilt und genervt von dem anscheinend nie enden wollenden "namedropping". Leider verwurstet Simmons seine guten Ideen in einem Brei aus flachen Charakteren, eintöniger Sprache und stetem Bemühen um größtmögliche Komplexität und Bedeutungsschwere. Etwas weniger von allem hätte mir den Roman durchaus schmackhaft machen können.

(Wertung bislang: 3,5/10)
 

De Dreier

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Tommy Jaud (oder so) Resturlaub

Das erste Buch, welches ich ausschließlich auf dem Klo gelesen habe. Dafür war es auch ok:
- Kurze Kapitel
- Nichts anstrengendes
- Ganz nett, ab und an lustig


Unterm Strich ist das Buch banaler Murks. Kann man sich sehr gut sparen, aber ich hab es irgendwann mal geschenkt bekommen.

Jauds Erstling "Vollidiot" war wenigstens fast durchgehend witzig, auch wenn es auch ein Mistbuch ist. "Resturlaub" ist einfach nur belanglos. Das Buch wird schnellstmöglich aus der Sammlung verbannt.
 
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