Kürzlich gelesene Literatur - Belletristik


Drahtbeen

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Tommy Jaud (oder so) Resturlaub

Das erste Buch, welches ich ausschließlich auf dem Klo gelesen habe. Dafür war es auch ok:
- Kurze Kapitel
- Nichts anstrengendes
- Ganz nett, ab und an lustig


Unterm Strich ist das Buch banaler Murks. Kann man sich sehr gut sparen, aber ich hab es irgendwann mal geschenkt bekommen.

Jauds Erstling "Vollidiot" war wenigstens fast durchgehend witzig, auch wenn es auch ein Mistbuch ist. "Resturlaub" ist einfach nur belanglos. Das Buch wird schnellstmöglich aus der Sammlung verbannt.

Das Hörbuch ist wohl besser. Anspruchsvoll ist nicht gerade :) aber der Sprecher ist sehr gut. Die Akzentuierung und Betonung ist einfach köstlich! Gerade bei manche Charaktere super witzig.
 

Who

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Nicht in dem Sinne "kürzlich gelesen", früher jedoch schon 2-mal , mir jedoch gerade mal wieder in die Hände geraten :

Hans Bemmann - Stein und Flöte (und das ist noch nicht alles)

ganz tolles Buch ! Ist ein Märchen im besten Sinne des Wortes.. Ganz toll wie die menschliche Entwicklung des jungen Hauptcharakters erzählt wird anhand von Fabel-ähnlichen Episoden die alle durch einen roten Faden verbunden sind, das ganze auf mehreren "Schienen" (halt unterschiedliche Arten von prägenden Ereignissen) und für die sich der Autor viel Zeit lässt ohne (imo) Langeweile aufkommen zu lassen. Märchen meets "coming off age" meets Fantasy meets Philosophischer Roman.
Das alles mit einem Hauch romantischem Geist erfüllt (die Epoche ist gemeint), der einfach toll dazu passt.
Und sprachlich ist es grandios. Nicht kompliziert und verschachtelt oder schnell und abgehackt sondern klar und fließend.
 

Gast1512

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Éric-Emmanuel Schmitt - Monsieur Ibrahim et les Fleurs du Coran



Absoluter Classic :love2: Auf deutsch gelesen und von Beginn an begeistert gewesen. Schmitt erzählt über ... ähm ... das Leben - so banal das klingen mag. Großartiger Roman der eine Vielzahl von Themen thematisiert, sie jedoch ohne philosophisches Herabschweifen leicht verständlich abhandelt, und darüber hinaus noch ein Ende offenbart, die eine längere Auseinandersetzung mit dem Buch nahezu garantiert.
 

vinz

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Der Sandmann E.T.A. Hoffmann

Interessant, besonders aus einem psychoanalytischem Blickwinkel.

9/10
 
Zuletzt bearbeitet:

Who

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Entfern in eine ähnliche Kerbe bei Vinz :

Stefan Zweig - Der Amokläufer

Streng genommen sind in dem Band 6 Episodengeschichten, von denen die titelgebende aber die bekannteste und auch packendste ist.
Interessant neben der eigentlichen Geschichte auch wie damals der Begriff "Amok" thematisiert wurde, dieser ist nämlich keineswegs eine Geschichte der Neuzeit sondern ein aus dem indonesischen Kulturkreis stammender Begriff für Handlungen ähnlich der Kamikaze oder des europäischen Berserkers, nämlich für einen verzweifelten Versuch einen Kampf zwischen Feinden zu seinen Gunsten zu wenden, also nicht teils geplante Aktionen beschreibt.
Die Geschichte spielt entsprechende auch in Indonesien bzw auf einem Schiff von dort nach Europa. Ein zwangsweise dorthin ausgewandereter Arzt begegnet erstmals seit Jahren wieder einer Europäerin und ist besessen vom Gedanken mit ihr zusammen zu kommen, treibt sie mit tragischen Aktionen von sich weg (hier wird der begriff auch benutzt) und löst eine Tragödie aus.
Rest muss man selber selber lesen .

Packend, düster und schlüssig. Dazu eben Zweig´s grandiose sprache ... Tip !
 

Drahtbeen

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Das Hexenmal

Goldmann, Taschenbuch, Juni 2008 erschienen, 510 Seiten

Kurzbeschreibung laut Rückseite
Thüringen 1617: Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg vergiftet Missgunst die Herzen der Menschen, und Unschuldige werden der Hexerei bezichtigt. In dieser dunklen Zeit sind fünf junge Menschen vor ihrem Schicksal auf der Flucht: Katharina will der Ehe mit ihrem brutalen Schwager entgehen. Der reiche Erbe Johann flieht mit der Magd Franziska, die als Hexe angeklagt ist. Der Franziskanermönch Burghart will ein neues Leben beginnen. Und Clemens, beinahe Opfer eines Mordkomplotts, sucht Zuflucht im Wald. Doch die Häscher sind ihnen dicht auf den Fersen ...

Über die Autorin:
Deana Zinßmeister hat sich mit dem Schreiben einen Traum erfüllt und ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Während der Recherchen zu "Das Hexenmal" hat sie nicht nur viele Gespräche geführt, sondern ist auch den Fluchtweg ihrer Protagonisten selbst abgewandert. "Das Hexenmal" ist Deana Zinßmeisters dritter Roman. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland


Mein Resümee: Das Buch hat mir super gut gefallen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung nächstes Jahr. Das Buch ist sehr gut recherchiert, Fiktion und Tatsachen sehr gut verbunden.
 
Y

Yinka Dare

Guest
Wir müssen in der Schule gerade Die Räuber lesen und ich finde es (bis jetzt, ca Häflte) absoulut genial!!! Franz ist einfach ein Genie.
 

Wurzelsepp

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Gerade fertig gelesen:

Carlos Ruiz Zafon - Das Spiel des Engels

Ist in Spanien ein Riesenerfolg, ich kann auch verstehen, warum. Die Geschichte spielt in Barcelona Anfang des 20. Jahrhunderts, zentrale Figur ist der Schriftsteller David Martin.

Zwischendurch hat es wie fast jedes dickere Buch auch seine Längen, wo es nicht vorwärtsgeht, dazu ein bisschen zu viel mystisches Gedöns für meinen Geschmack, aber es ist sehr lesenswert.

Fazit: Empfehlung!!
 

Drahtbeen

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Die 6. Geisel von James Petterson

Das Buch habe ich am Wochenende gelesen. Das ist das neueste Buch der Lindsay Boxer Serie. Super gut wie alle Bücher von ihm.

Es geht um die Entführung von Kindern nebst Nanny verbunden mit einem Amokläufer auf einer Fähre.
 

Who

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Jakob Arjouni - Der Heilige Eddy

Zeit Artikel : http://www.zeit.de/online/2009/08/jakob-arjouni-der-heilige-eddy

Sehr schön geschriebene (wirklich flotter und schön lesbarer schreibstil) "Komödie" . Geht um einen Trickbetrüger Anfang 40, der sich mit seinen Gaunereien ein ganz stinknormales bürgerliches Leben (inklusive nachbarschaftshilfe und straßenfest-teilnahme) finanziert und es zu einer Kunst entwickelt hat niemandem aufzufallen und immer rational zu handeln. Bis er einen Fehler macht ...

Sehr interessantes Buch von einem sehr interessanten Autor, der nebenbei ne coole Socke ist (war hier zur Lesung letztens) und ne ziemlich abstruse Vita inklusive abgebrochenem Studium in Frankreich als ihm plötzlich auffiel dass es nicht schlecht wäre dafür französisch zu können :crazy:

Sehr vielseitiger Autor, neben seinen Krimis (mit regionalbezug Frankfurt, grandiose Hauptfigur dort btw) auch gesellschaftskritische Sachen, ein ironisches Märchen und jetzt eben dieses.
 

Gibson

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Replay - Kenn Grimwood

Replay - Ken Grimwood

Ein Mann stirbt im Alter von Anfang 40, wacht einen Moment später erneut auf und ist wieder 18, am College und kann sein ganzes Leben noch einmal führen. Danach noch einmal und noch mal und noch mal ...

Im Grunde genommen ist es wie "Und täglich grüsst das Murmeltier", bis auf den riesigen Unterschied, dass der Protagonist nicht nur einen Tag in einem Kaff verbringen darf, sondern sein ganzes Leben. Dadurch hat er auch viel mehr Möglichkeiten als "Murmeltier-Phil". Er kann auf große Sportereignisse wetten, bei kleine Computerfirmen wie Apple und Mircosoft einstiegen, wenn die Jungs noch in Garagen arbeiten, versuchen Attentate zu verhindern, etc.
Aufgrund dieses Posts bin ich auf das Buch aufmerksam geworden.Die Story ist gut und liest sich schön einfach.Auch wenn der Vergleich vllt. nicht ganz passt, erinnerte mich das ganze irgendwie ein wenig an den Film "Forrest Gump".Natürlich sind vollkommen unterschiedliche Vorrausetzungen gegeben, aber beide Hauptpersonen erleben einfach unheimlich viele Interessante Dinge, auch wenn der eine dabei mehrere Leben zur Verfügung hat ;).

Ingesamt 8/10, einfache gute Unterhaltung mit leichtem aber nie anstregenden Tiefgang.
 

noioso

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John Katzenbach - The Analyst

Naja, naja. Guter Anfang, aber im Endeffekt doch sehr vorhersehbar und die Entwicklung der Hauptperson wirkt doch etwas aufgesetzt Außerdem wimmelt es in dem Buch vor kleinen Logikfehlern und zu oft spielt der Zufall eine Rolle.
Trotzdem war es nicht schlecht zu lesen und konnte mich ganz gut unterhalten

5/10
 

Pacer #33

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Habe mir über die letzten Tage Stieg Larssons Legende The Girl With The Dragon Tattoo (dt.: Verblendung) gegönnt und bin wie erwartet sehr positiv angetan. Packend im geschichtlichen roten Faden, zum Nachdenken anregend unter der Handlung. Auch die Aufteilung hat mir super gefallen. Einzig das Rumgeplätschere auf den letzten 100 Seiten war dann der Nachtisch, der nur noch schwer reinging. Bewertung ist da glaube ich nicht nötig, es wären wahrscheinlich 9/10 oder sowas.
 

twinpeaks

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T. C. Boyle - Drop City

Überzeugte und weniger überzeugte (Spät-)Hippies versammeln sich in diesem Roman von Boyle, die sich - ihrer zwischen Drogen, Sex und Katerstimmung dahinplätschernden Existenz im sonnigen Kalifornien beraubt - ausgerechnet nach Alaska aufmachen, um dort dem Traum der großen Hippie-Familie erneut nachzujagen.
Boyle nimmt sich des Themas glücklicherweise auf durchaus kritisch-ironische Weise an, wobei andererseits manche dramatischen Elemente der Handlung etwas gewollt wirken. In jedem Fall ein unterhaltsames Buch für den an den 60ern und 70ern interessierten Leser.


Bruce Chatwin - Traumpfade

Eine Art philosophischer Reisebericht aus Australien, mit dem uns Chatwin nichts Geringeres nahebringen will als seine These, dass der Mensch eigentlich zum Nomadendasein geboren und Sesshaftigkeit eher schädlich sei.
Sehr amüsant und auch durchaus kurzweilig zu lesen, wobei das Buch formal gesehen doch arg zerfleddert wirkt.


Jorge Luis Borges - Erzählungen

Borges ist einer der Pioniere der literarischen Postmoderne und hat bei all den komplizierten literarischen und geistesgeschichtlichen Hintergründen seiner Erzählungen doch nie die essenziellen ökonomischen Regeln vergessen, die Poe damals für Kurzgeschichten aufgestellt hat.
Wer also einen Sinn für eine Mischung aus Kafka und Berkeley einerseits und Conan Doyle und Agatha Christie andererseits hat, dem sei Borges wärmstens empfohlen.


Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

Aus der Sicht eines Jungen werden der Einfall der Deutschen in Polen und die Shoa geschildert. Nach einem Kapitel, in dem die weitgehend idyllische Kindheit des Ich-Erzählers geschildert wird, bricht buchstäblich die Hölle über ihn und seine Familie herein.
Man kann sich als Leser der kindlich-nüchternen Perspektive des Ich-Erzählers kaum entziehen, und das Grauen wird gerade so besonders eindrücklich (literarisch) erfahrbar. Die Abschnitte, in denen es um das Dante'sche Inferno geht, dienen einerseits dem Bemühen um Distanzierung, andererseits wird aber gerade dadurch die grausame Realität der Ereignisse in ihrer Unvergleichlichkeit betont.


Sándor Márai - Das Vermächtnis der Eszter

Wie bei "Die Glut", mit dem der Autor (lange nach seinem Tode) in Deutschland erfolgreich war, handelt es sich auch hier um einen Roman, der von Menschen handelt, die fast bis zur Paralyse von der Vergangenheit bestimmt sind.
Im Falle der Eszter fand ich jedoch Konstruktion und Durchführung weitaus weniger gelungen als bei der "Glut"; bei all den schönen Details bleibt die Titel gebende Dame psychologisch blass bis unglaubwürdig, was dem Roman natürlich nicht gerade zugute kommt.
 

Max Power1

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John Katzenbach - The Analyst

Naja, naja. Guter Anfang, aber im Endeffekt doch sehr vorhersehbar und die Entwicklung der Hauptperson wirkt doch etwas aufgesetzt Außerdem wimmelt es in dem Buch vor kleinen Logikfehlern und zu oft spielt der Zufall eine Rolle.
Trotzdem war es nicht schlecht zu lesen und konnte mich ganz gut unterhalten

5/10
ich fand das Buch okay, besser als "Die Anstalt". Das beste von Katzenbach ist meiner Meinung nach aber "Das Opfer" (The Wrong Man), das fand ich einfach nur stark.

Steve Mosby - The 50/50-Killer. Klasse Ansätze, verschiedene Erzählperspektiven, wechselndes Erzähltempo. Abzüge gibt es dagegen für die Charaktere, die sorgfältiger herausgearbeitet hätten werden können, und das doch recht enttäuschende Ende. Trotzdem zeitweise extrem spannend. 7/10.
 

jack blackburn

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Ra’anana (Israel)
Ich habe mich mal wieder mit den Erzählungen von Joachim Ringelnatz beschäftigt und nätürlich auch seinen Gedichten .

Ringelnatz hat es wirklich verstanden kleine Skizzen von Menschen zu zeichnen , die am Rande der Gesellschaft ihr Dasein bestreiten ,einsam sind und wie in seiner Geschichte "Durch das Schlüsselloch des Lebens" Blicke in die Seele anderer Zeitgenossen riskieren . Er hatte seinen ganz eigenen Stil und die Geschichten haben einen phantastischen,liebenswerten ,und auch traurigen,melancholischen Zug.
Seine Gedichte sind bekannter als seine Geschichten ,schade ,denn meiner Meinung nach haben wir es mit einem wirkich guten Literaten zu tun,der es auch verstand Realität und Quatsch miteinander zu verknüpfen.

Sehr zu empfehlen sind " Durch das Schlüsselloch eines Lebens " (meine Lieblingsgeschichte) ,"auf der Strasse ohne Häuser und " jemand erzählt von Illineb".

Man sollte Joachim Ringelnatz mehr lesen ........imer und immer wieder
 

Cânhamo

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Das werde ich mir zu Herzen nehmen und mir mal Prosa von Ringelnatz organisieren.
Bis dato kannte ich ihn ja eigentlich nur durch seine Lyrik (welche allerdings erste Sahne ist).
Dann lasse ich mich mal (gerne) überraschen.
 
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