Karriere-Ende ab 2019


Benjamin

Zahlenfreund
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Wobei der Artikel an dieser Stelle auch ein bisschen ungenau ist. Es steht ja da:

Märkl bezieht die Krkitik in diesem Fall auch gar nicht so sehr auf sich selbst, sondern auf Teamkollegen, die beim Heimweltcup in Titisee-Neustadt in der nationalen Gruppe mit Ergebnissen unter den Top-15 überzeugten, aber nie zum Einsatz kamen. Das sei für junge Springer einfach demotivierend. Märkl ist daher auch nicht die einzige Nachwuchshoffnung, die das Handtuch wirft.
Und das suggeriert ja, dass die anderen deshalb aufgehört hätten. Das ist aber nicht der Fall, denn die Springer, die die guten Resultate in Neustadt geholt haben und später nicht zum Einsatz gekommen sind, waren ja Justin Lisso und Philipp Raimund - und die haben (zum Glück!) nicht aufgehört. Aufgehört haben Adrian Sell, Claudio Haas und Quirin Modricker, aber die waren von einem Weltcup-Einsatz noch wesentlich weiter weg als Kilian Märkl. Und Richard Freitag wiederum, der ja ebenfalls in Neustadt gut gesprungen ist und keinen Einsatz mehr bekam, kann man nicht mehr als Nachwuchstalent bezeichnen.

Ich frage mich auch, ob es wirklich so ungewöhnlich viele Rücktritte in einem Jahr sind, oder ob das jetzt ein bisschen hochgekocht wird. Man muss ja sehen: Zugegebenermaßen habe ich da jetzt keine Zahlen aus den vergangenen Jahren; aber es kam meiner Ansicht nach durchaus schon häufiger vor, dass nach einer Saison mehrere Springer aus dem erweiterten Nachwuchs zurückgetreten sind.
 
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Horngacher mag ein Coach sein, bei dem man es als junger Athlet schwer hat, sich durchzusetzen…aber ganz ehrlich: Am Ende setzt sich Leistung durch und der Springer muss halt in der Lage sein die Bereitschaft dafür aufzubringen. Wenn es dann schon demotivierend ist, wenn ein Springer trotz der ein oder anderen guten Leistung nicht ins Team kommt ist das doch eher Berufsverfehlung. Ein Martin Hamann hat sich im Sommer 2020 z.B mit guten Leistungen angeboten und wurde prompt belohnt. Wo waren Raimund, Lisso und Co wenn es darum ging, einen Startplatz zu sichern? Wo waren gute COC-Ergebnisse auf konstantem Niveau? Wer in das Weltcup Team möchte, der muss eben auch gute Argumente haben. Meine Kritik richtet sich wohlgemerkt nicht an Raimund oder Lisso, sondern in diesem Fall an Märkl, der sein Karriereende mitunter darauf bezieht.
Wenn man aber daran denkt, was Leute wie Freund, Gangnes, Tande, Fettner, Amann, Kasai, Siegel oder Springer aus kleineren Ländern auf sich nehmen/genommen haben, sieht man halt wo sich die Spreu vom Weizen trennt.
In den Aussagen von Märkl erkenne ich einfach keinen Winner-Typen, der seinen Sport liebt und für diesen Hingabe zeigt. Genau das braucht es aber um durchzukommen. Allein die Tatsache, dass Freund und Freitag aufhören und auch Paschke in den 30er ist müsste doch eher ein Signal auslösen, die Chance am Schopfe packen zu wollen.
Ich will mich jetzt nicht zu sehr auf Märkl einschießen. Der hat auch einiges erreicht auf was er stolz sein kann, aber es ist einfach schade, wenn junge Sportler diesen Weg nicht weitergehen. Da ist er sicherlich auch kein Einzelfall.

Zum Thema Beruf sei auch gesagt: Man kann sehr wohl auch Spitzensport mit einem Studium vereinen (sofern finanziell möglich). Das ist in den meisten Studiengängen durchaus drin und wird ja auch von vielen Sportlern fabriziert. Auch Abseits vom Sport gibt es Leute, die 40h arbeiten und studieren. Nicht erstrebenswert, aber eben möglich.

Man muss sich halt auch vor Augen halten, dass ein Mensch etwa zehn Jahre im Bereich seines körperlichen Zenits ist. Wäre ich ein talentierter Sportler würde ich alles daran setzen, in diesen Jahren das Maximum aus den Körper herauszuholen. Mit 30 ist ja mit etwas Glück gerade ein Drittel des Lebens vorbei. Die Zeit nach dem Leistungssport ist eben lang genug. Für berufliches und private Träume ist dann immer noch genug Zeit. Ein Spitzensportler kann man aber nie wieder werden.
Klar, man opfert ein Teil seiner Jugend, was nicht unerheblich ist, genießt aber auch das unglaubliche Privileg sein Hobby zum Beruf machen zu können.

Ich denke schon, dass einigen talentierten Sportlern die letzte Leidensbereitschaft sowie die Liebe und Hingabe für den Sport fehlt und diese Tendenz immer stärker wird. Hier sind natürlich auch die Trainer gefragt, denn nicht jede Motivation ist von innen gesteuert.
 
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