Ich gebe gern zu, dass ich "besorgt" war, als den Oilers McDavid in den Schoß fiel und sie dann Chiarelli holten. Es hatte als Fan des Rivalen ja Spaß gemacht, sich jahrelang über deren Unfähigkeit lustig zu machen ... aber ich war mir ziemlich sicher, dass es damit vorbei sein würde. Und mal ehrlich, es ist auch schwer, diesen Karren an den Wand zu fahren. Wenn man 3 1st overalls hintereinander hat, dann noch das größte Talent seit Crosby bekommt und dazu noch einen 3rd und einen 4th overall hat - wie zum Teufel kommt man da 2019 in einer Hölle ohne Kadertiefe, Salary Cap und Prospect Pool raus? Das ist schon krass.
Chiarelli hat in Boston sicher auch Mist gebaut (der Seguin-Trade), aber im Großen und Ganzen hatte er ne gute Reputation und konnte dort auf erfolgreiche Jahre samt Cup zurückblicken. Was ist da passiert? Ich glaube nicht, dass er sooo einer schlechter GM ist, wie er es in Edmonton gezeigt hat. Ich denke eher, dass da die alte Garde um Lowe und Co. im Hintergrund noch immer sehr viele Fäden zieht. Ich hoffe ja, dass Chiarelli irgendwann mal ein Buch über seine Zeit in Edmonton schreibt. Unwahrscheinlich, ich weiß ... aber es würde mich wirklich extrem interessieren, was die Gründe für so manchen Move waren, wie die Entscheidungsfindung ablief und so weiter. Denn da war schon viel Zeug dabei, bei dem man den Kopf schütteln musste.
Den Hall-Trade fand ich im ersten Moment gar nicht sooo katastrophal. Mit ihm hat man in Edmonton nie was gerissen und man brauchte dringend Hilfe an der Blueline ... mir war klar, dass man sich rein von der Qualität her damit etwas verschlechtern würde, aber ich dachte, es würde dem Kader mehr Balance geben. Dass Hall dann in Jersey zum MVP werden würde, war für mich ehrlich nicht abzusehen ... von dem Blickwinkel her ist das natürlich eine Katastrophe. Dramatischer finde ich persönlich aber den Trade für Griffin Reinhart. Der wäre vor 20 Jahren wahrscheinlich ein sauguter NHL-Verteidiger gewesen, aber mit diesem miesen Skating kommst du heute nicht mehr weit. Die Isles haben an 16 dann Mathew Barzal gezogen, die nächsten zwei Picks waren Kyle Connor und Thomas Chabot ... die alle hätten den Oilers EXTREM geholfen. An 33 wären dann auch noch sehr gute Spieler dagewesen (rein auf Aho zu zeigen wäre jetzt zu einfach

).
Wer auch immer jetzt kommt, der Karren wird sehr schwierig aus dem Dreck zu ziehen sein. Man hat keinen Cap Space und wenige gute Assets, steht aber unter massiven Druck, den Kader zu verstärken - denn es wäre ein absoluter Super-GAU, wenn McDavid irgendwann die Nase voll haben sollte. Aber was tun? Man hat schlecht gedraftet und nur wenige qualitative Assets ... Spieler wie Puljujärvi und auch Yamamoto dürften momentan einfach nicht viel Wert haben im Vergleich zu ihrer Draftposition. Rieder hat kein einziges Saisontor und dürfte als Rental auch nicht viel bringen, Rattie und Spooner wollte schon gratis niemand haben. Talbot ist ein guter Trade-Chip, aber da man sich ja einredet, noch Chancen auf die Playoffs zu haben, wird man selbst nen zweiten Torhüter brauchen ...