O-Scoring: Benn vs. Formella + Undercard


Deontay

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Ich fand Formella vom Style her irgendwie merkwürdig gestern. Ich hätte eigentlich erwartet, dass er sich viel bewegt und von außen boxt, so wie er es gegen Mbenge gemacht hat. Stattdessen hat er häufig mit Benn getradet und dabei oft den kürzeren gezogen.
Das habe ich mir gestern auch gedacht, taktisch war das eine merkwürdige Performance. Man hat sich wohl mehr ausgerechnet gegen Benn(der ja einige Fragezeichen Defensiv vorzuweisen hat) und man wollte munter mitschlagen... weil es über die Punkte auf britischen Boden schwer sein wird.
Aber das war überhaupt nicht die richtige Herangehensweise, er hätte es wie gegen Mbenge machen müssen, aus der Distanz - Schläge vermeiden und dann immer wieder Konter setzen, auch Mal am Seil verharren... nur nicht so wie gestern.
Vielleicht sagte man sich in Formellas Ecke, wir sind 12 Runden mit Porter gegangen, da können wir ja wohl problemlos 10 Runden gegen Benn deutlich mehr riskieren, so gut ist der ja auch nicht!
 

Lord Krachah

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Schwer zu sagen, vielleicht hat ihn die 1. Runde doch aus dem Konzept gebracht. Da wurde er ziemlich - für mich auch - überraschend überrollt. 2 Runde ging dann so weiter. Keine Ahnung, vielleicht ist dann irgendwann die Taktik aus dem Fenster geflogen. Auf der anderen Seite hat er ja vor dem Kampf gesagt, er hätte an der Schlaghärte gearbeitet. Aber das sagt man ja eigentlich immer vor dem Kampf.;)
 

timeout4u

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Formella ist im Grunde eben nur Berufsboxer im Nebenerwerb. Benn dagegen kann sich voll aufs Boxen konzentrieren und hat bessere Möglichkeiten, was Training, Sparringspartner usw. angeht. Dazu war für Formella die Vorbereitung vermutlich kurzfristiger als für Benn. Unter solchen Voraussetzungen sollte man nie an seinen Schwächen arbeiten, sondern sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. Überhaupt bringt es wenig für einen Kampf an Schlaghärte oder Physis zu feilen, weil das immer auch eine Stil- , Taktik- und Technikänderung mit sich zieht, was eher Langfristigkeit erfordert. Aber hinterher ist man immer schlauer. Trotzdem Respekt an Formella, hat sich gut verkauft, auch wenn vielleicht bei der Vorbereitung der falsche Fokus im Vordergrund stand. Meist bringt es leider nicht viel die ??? beim Gegner beim eigenen Training in Betracht ziehen. rein subjektiv von aussen eingeschätzt.
 

Sakaro

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Es ist doch eigentlich immer die gleiche Geschichte. In dem Moment, wo ein Boxer merkt, dass er durch den anderen Boxer durchmaschieren kann, ist der Kampf entschieden. Formella hat zweimal gezeigt, dass er nicht den Punch hat, um ambitionierte Boxer zu beeindrucken. Jetzt gibt es drei Möglichkeiten:
1. Man boxt gegen Aufbaugegner, hält den Rekord stabil und verdient dann als Gatekeeper alle drei Kämpfe ein bisschen Geld.
2. Man versucht, Kämpfe gegen technisch gute Boxer, die auch mit Watte werfen, zu bekommen und diese über die Punkte zu gewinnen.
3. Oder man versucht noch einmal wirklich am Punch zu arbeiten. Es muss pro Runde ja nur ein Schlag kommen, der den Gegner nachdenken lässt. Ansonsten kann er ja bei seinem Stil bleiben. Die Frage ist halt, ob das mit 33 noch möglich ist.
 

MGM-GRAND

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Oder man schnappt sich einen kleineren Titel.
BDB, EBU, ABC Regional Champion und melkt diesen Titel mal für 3 Jahre mit 2 Kämpfen pro Jahr.
Der Name Formella ist bekannt jetzt da kann er auf der Undercard oder als Co Mainevent doch bei vielen deutschen Boxveranstaltungen gutes Geld verdienen.
 

Deontay

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Formella hat ja durchaus solide Rankings, er dürfte somit für viele Gegner und Promoter sehr interessant sein. Aber nach zwei schweren Fights gegen Porter und Benn wird er sicherlich nicht eine weitere Niederlage suchen wollen. Auf das Geld wird er sicherlich auch nicht massiv angewiesen sein - aber etwas dazu verdienen wo es in der Karriere ja gut läuft - wäre nicht schlecht.

Neben 1-2 Gürtelchen die sportlich vielleicht auch leichte Anreize bieten, könnte er sich mit deutschen Duellen auseinandersetzen. Im Super Light hätten wir Timo Schwarzkopf, boxte ja auch zeitweise im Welter - da könnte in der Zukunft ein Gewichtsaufstieg für diesen Fight ja möglich sein - sofern Interesse vorhanden ist. Im Welter selbst sind deutsche Boxer eher Mangelware.
Deniz Ilbay wäre da zu nennen, Karriere lief gut an, hat mir in Las Vegas ganz gut gefallen, tolles Talent gewesen - technisch sehr stark. Aber in den letzten Jahren dann doch etwas stagniert, Niederlage in Norwegen, relativ wenige Kämpfe... dafür einige Verletzungen. Bei Sauerland nicht mehr unter Vertrag, dafür bei Petkovic untergekommen. Ist jedenfalls eine Option.
Dann hätte man Rico Müller noch im Welter. Guter Name, hat seine Chancen stets gesucht, u.a in Australien gegen Jeff Horn. Wäre sicherlich kein uninteressanter Kampf.

Alternativ könnte man auch einen Gewichtsklassenauftieg in Betracht ziehen. Ist mit 177 cm ein relativ großer Welter, da würde er im Super Welter nicht groß abfallen. Über den Punch braucht er sich keine großen Gedanken zu machen, ob im Welter oder Super Welter - das ist dann nicht mehr so wichtig. Nehmerqualiten sollten auch für das Super Welter noch ausreichend sein. Pluspunkte könnten dann vielleicht leichte Speedvorteile ergeben.
Mit Culcay und Baraou hätte man dort sehr interessante Kämpfe(vermutlich auch Niederlagen - aber dies Mal ausgeblendet). Auch Haro Matevosyan hätte man im Angebot. Alle 3 sind kleiner als Formella - alle sind jetzt auch keine großen Puncher, diese Fights wären sicherlich nicht uninteressant auf deutschen Boden.

Zusätzlich kann man immer noch Fights gegen starke Gegner in Übersee machen, wie gesagt - Rankings sind gut, Kampfrekord bislang auch, zäher Mann... aber ohne den ganz großen Punch. Könnte für einige aufstrebende Prospects interessant sein, die den nächsten Schritt machen sollen und vielleicht auch einige Runden sehen müssen.
 

Jomi

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formella hat keinen punch, sieht ängstlich aus und insgesamt wie 12, ist aber unfassbar zäh und hat ein eisenkinn...
Finde Formella jetzt auch nicht besonders, das ist ein Culcay auf einem ganz anderen Level.
Klar Formella ging nicht KO, aber holte in 2 Kämpfen auch nur 1 Runde, ein Arthur wäre dafür wieder in Grund und Boden geredet worden.
Er ist aber anscheinend ein sympathischer Kerl, gönne ihm daher die Paydays.
 
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