Online-Scoring Andy Cruz vs. Raymond Muratalla u. Undercard, DAZN 🇺🇸 ❤


Lord Krachah

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Muratalla vs. Cruz

9:10 Muratalla bigger, Cruz sharper.
10:9 eng, Cruz sehr defensiv.
10:9 Muratallas Stil ist mehr meins.
9:10 präziser von Cruz.
10:9
10:9 keine Ahnung. Kann man auch anders sehen.
9:10 Konzessionsrunde.
10:9 Kann man würfeln. Beide blocken und meiden eigentlich alles.
9:10 kann Muratalla am Ende aber gestohlen haben.
9:10 Cruz ist gerade ganz gut.
10:9 sofort kommt ne starke Runde von Muratalla.
10:9 Muratalla kann mehr zusetzen.

115:113

War ein hochklassiger Fight. Mich hat überrascht, dass Muratalla hier boxerisch mithalten kann. War ne sehr starke Leistung. Er sollte den Titel behalten. Cruz hatte gute Runden, war aber zu viele Runden nur mit der Defensive beschäftigt.

Draw, 118, 116 für Muratalla. 118? Aber der richtige Sieger.
 

Lord Krachah

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Die anderen 3 Fights hab ich nicht gescored. Für mich wirkte Hart gerade am Ende besser, sicherlich fragwürdig Coe besonders nach dem Wiegen dann auch noch den Sieg zu geben. Hab aber nicht mitgescored. Aber der wirkt nicht so als würde er was werden.
Jones war ne klare Sache, hat Baxter aber irgendwie nicht aus dem Kampf bekommen. Schlechtes Zeichen?
Und Moses soll der Cousin von Stevenson sein. Da musste ich direkt schaudern. Er braucht noch.

Das ist nicht solide... sondern eine Farce. Dazu drei völlig langweilige Aufbaukämpfe. Deshalb verfolgt kein Mensch mehr Boxen, weil das zu langweilig ist.
Ansonsten will ich auch nicht die Cards schlecht reden, aber diese Muster sind nur noch ärgerlich im Boxen. Da sind große Promotions, die alles bieten könnten... und dann halt nur Mismatches aufstellen.
Finde ich etwas übertrieben.
Muratalla vs. Cruz war ein Knaller auf dem Papier und das hielt der Kampf auch.
Und das Co-Main Event war auf dem Papier grundsolide und im Ring auch ausgeglichen. Dank des Wiegens war das alles irregulär und zu kritisieren. Aber beim Ansetzen der Card konnte man das ja nicht wissen.
Madrimovs Fight war ein Mismatch, keine Frage. Aber der war halt ewig verletzt und für die Prelims wahrscheinlich einfach zu teuer. Und so war er halt auf Platz 3 der Card. Als ehemaliger Main Eventer. Hätte aber sicherlich einen besseren Gegner verdient gehabt.
Und bei Jones gilt das Gleiche wie bei Tiafack. Der ist Medaillengewinner, soll sich im Profibusiness akklimatisieren, aber gleichzeitig auch bekannt werden. Da ist das schon ok den auf die Main Card als Opener z.B. zu setzen.
Moses war eher was für die Prelims, ist aber Kampf Nr. 5. Und 4 Kämpfe reichen auf der Main Card für mich jedenfalls locker aus. Da war das halt ein Bonus.

Und so ganz richtig, dass die großen Promotions alles bieten können, ist es ja nicht. Das war ja nun wahrlich keine große Card von Matchroom. Cruz war noch nie Hauptkämpfer, entsprechend winzig wirkte die Halle. und die mussten sicherlich ordentlich in die Tasche greifen, um Muratalla zu bezahlen. Wie hätte man denn da noch ausgeglichene Fights für Madrimov (als Top 10 Mann) oder Jones als Medaillengewinner bei Olympia bezahlen können? Das gibt die Gehaltsstruktur im Boxen (anders als bei der UFC) einfach nicht her. Natürlich kann man dann irgendwie ausgeglichene Clubfights auf Platz 3 und 4 setzen, aber ob das nun wirklich die Zuschauer mehr interessiert als Madrimov und Jones in showcase fights?

Ich persönlich bin halt auch eher noch geprägt von der TV-Zeit im Boxen. Da gab es halt 2, maximal 3 Kämpfe (bei PPVs 4) und wer da auf den tiefen Undercards so rumlief, um den Rekord zu verbessern, hat keine Sau interessiert. War eher ärgerlich, wenn da was signifikantes lief, weil man das im Zweifel gar nicht sehen konnte. Und jetzt bin ich aus Zeitgründen auch nicht so böse, wenn man nicht bei jeder 08/15 Card die ganze Undercard laufen lassen muss. Da hat sich wahrscheinlich durch die UFC das Anspruchsdenken verändert, aber da dauern die Kämpfe doch auch nur 3 Runden, oder? Wer guckt sich denn im Boxen 6-7 ausgeglichene 10-12Runder am Stück an? Lohnt es sich wirklich jedes Wochenende so eine Card aufzustellen?
 

Young Kaelin

merthyr matchstick
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Wer guckt sich denn im Boxen 6-7 ausgeglichene 10-12Runder am Stück an?
Ich

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Deontay

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Finde ich etwas übertrieben.
Muratalla vs. Cruz war ein Knaller auf dem Papier und das hielt der Kampf auch.

Ich richtete mich ja explizit nach der Undercard, das Mainevent war natürlich auf dem Papier exzellent. Es wäre aber wünschenswert, wenn man als Boxfan nicht genötigt wäre, erst beim Hauptkampf einzuschalten.

Und das Co-Main Event war auf dem Papier grundsolide und im Ring auch ausgeglichen. Dank des Wiegens war das alles irregulär und zu kritisieren. Aber beim Ansetzen der Card konnte man das ja nicht wissen.

Zwar konnte Hart überraschen und war der Sieger der Herzen, aber im Boxen muss man es immer einkalkulieren, dass eine Nummer ausfällt. Ist es der Hauptkampf, wie nun nächsten Samstag bei Boxxer, dann kann man herzlich wenig machen - aber eine Undercard sollte im Idealfall einen Ausfall verkraften können.

Auch wenn Hart geliefert hat... so hätte der Kampf dennoch nicht stattfinden dürfen. Zumeist geht die b-side in solchen Konstellationen baden, das ist nicht in Ordnung.

Madrimovs Fight war ein Mismatch, keine Frage. Aber der war halt ewig verletzt und für die Prelims wahrscheinlich einfach zu teuer. Und so war er halt auf Platz 3 der Card. Als ehemaliger Main Eventer. Hätte aber sicherlich einen besseren Gegner verdient gehabt.
Und bei Jones gilt das Gleiche wie bei Tiafack. Der ist Medaillengewinner, soll sich im Profibusiness akklimatisieren, aber gleichzeitig auch bekannt werden. Da ist das schon ok den auf die Main Card als Opener z.B. zu setzen.
Moses war eher was für die Prelims, ist aber Kampf Nr. 5. Und 4 Kämpfe reichen auf der Main Card für mich jedenfalls locker aus. Da war das halt ein Bonus.

Und so ganz richtig, dass die großen Promotions alles bieten können, ist es ja nicht. Das war ja nun wahrlich keine große Card von Matchroom. Cruz war noch nie Hauptkämpfer, entsprechend winzig wirkte die Halle. und die mussten sicherlich ordentlich in die Tasche greifen, um Muratalla zu bezahlen. Wie hätte man denn da noch ausgeglichene Fights für Madrimov (als Top 10 Mann) oder Jones als Medaillengewinner bei Olympia bezahlen können?

Aber das meine ich eben. Die liefern einen empfehlenswerten Kampf + ein solides Co-Mainevent, ansonsten findet ein stay busy-Kampf statt + 2 Prospect-Kämpfe, die die a-sides in 98 von 100 Fällen nicht verlieren. Wer will denn sowas sehen? Von mir aus kann ich einem Prospect so ein Showcase-spot geben, dann sollte Madrimov aber zumindest einen halbwegs soliden Gegner erhalten. Ist das zu teuer, dann gebe ich einem Prospect einen halbwegs gefährlichen Gegner, vielleicht in einem wirklich guten Prospect-Duell.

Man stelle sich nur vor, dass das Co-Mainevent ausgefallen wäre, was es hätte tun sollen, was hätte man da?
Madrimov 1,01
Jones 1,03
Moses 1,03

Und das soll halt eine Elite Promotion sein, wo die Leute weltweit einschalten? Sind wir doch ehrlich, diese Promotions wollen nur irgendwelche Stars aufbauen.

Wieso tut man Jungs wie Jones oder Moses auf solche Maincards - und auch Madrimov in einem Mismatch? Damit sie sich zeigen und die Leute ihre Siege bestaunen. Das ist verständlich und die Promotion muss Gesichter hinter dem Hauptkämpfer aufbauen, aber wieso sollte ich nur solche Aufbaukämpfe verfolgen als Zuschauer, wo der Sieg zu 98 % eh feststeht. Wo besteht dort mein Mehrwert?
Es hat nichts mit den Kosten zu tun. Gib mir wenig Geld, ich stelle ein tolles Top 100 Duell auf, was stilistisch kracht und ausgeglichen erscheint. Man kann das machen, sogar mit lokaler Verwurzelung.

Die Promotions wollen das nicht tun, weil ihr Geschäftsfeld eben das Promoten ist. Die agieren gegen die Zuschauer und gute Kämpfe, sind nur erpicht darauf, dass ihre eigenen Schützlinge gut ausschauen und überzeugend gewinnen. Das ist das große Problem ist Boxen, was die gestrige Card mal wieder gezeigt hat. Deswegen sollte man solche Konstrukte auch nicht unterstützen, egal was die für ein Mainevent bieten. Das schadet langfristig dem Profiboxen.
 
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Deontay

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Noch was dazu.

Und jetzt bin ich aus Zeitgründen auch nicht so böse, wenn man nicht bei jeder 08/15 Card die ganze Undercard laufen lassen muss. Da hat sich wahrscheinlich durch die UFC das Anspruchsdenken verändert, aber da dauern die Kämpfe doch auch nur 3 Runden, oder? Wer guckt sich denn im Boxen 6-7 ausgeglichene 10-12Runder am Stück an? Lohnt es sich wirklich jedes Wochenende so eine Card aufzustellen?

Davon sprach ja keiner. Gestern waren 2x 6 Ründer auf der Maincard. Ich würde ohnehin nicht zu viele 10-12 Ründer auf eine Card platzieren, das ist zu viel. Lieber zahlreiche 6-8 Ründer.

Wie könnte denn eine gelungene Card ausschauen? 4 Maincard-Kämpfe:

1. Starkes Main-Event.
2. Ausgeglichenes Co-Main
3. Prospect-Showcase
4. Als Einstieg ein 50/50 Kampf, im Idealfall mit lokaler Präsenz.

Fertig. Lass die Undercard-Kämpfe 8-10 Ründer sein, der Prospect-Kampf 6.

Auf den Prelims sind dann eben auch Aufbaukämpfe, eventuell bietet man ein gelungenes ausgeglichenes Prelims-Mainevent, was bei einem Ausfall auf die Maincard aufrücken kann.

Das reicht doch und wäre total attraktiv.
 

JerryCotton

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Finde ich etwas übertrieben.
Muratalla vs. Cruz war ein Knaller auf dem Papier und das hielt der Kampf auch.
Und das Co-Main Event war auf dem Papier grundsolide und im Ring auch ausgeglichen. Dank des Wiegens war das alles irregulär und zu kritisieren. Aber beim Ansetzen der Card konnte man das ja nicht wissen.
Madrimovs Fight war ein Mismatch, keine Frage.
War auch überrascht über das negarive Zeugnis für einen meiner Meinung abgesehen vom klaren Fehlurteil bei Hart gelungenen Boxabend. Das Madrimov ein Missmatch war, habe ich nicht gesehen. Er hat auch bei mir alle Runden gewonnen, aber kaum eine dominant. Sein Gesicht sah entsprechend aus und Körperlich schien er auch aus dem letzten Loch zu pfeifen. Glaube ein besserer Gegner hätte ihm nicht gut getan.
 

Young Kaelin

merthyr matchstick
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Wie meinen :confuse: Was die Vorbereitung angeht oder in den Rundempausen? Wobei ich persönlich jetzt nicht den Zusammenhang zu meiner Sicht hinsichtlich der Rundenbewertung erkennen kann?

@HamburgBuam will wohl wissen, was für einen game plan Du Muratalla mit auf den weg gegeben hättest. Mich würde interessieren, was Du Cruz geraten hättest.

P.S. keine Sorge. Ich will Dich nicht"legen" (ebenso gilt das sicher auch für @HamburgBuam . Ist n ehrlicher junge, aber weisste ja eh). Ist doch interessant, Deine Ansicht dazu zu hören.
 

timeout4u

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Und selbst wenn, finde ich es nicht ok zu glauben, dass "Boxpraktiker" einen "Erkenntnisvorteil" gegen regelmässige Boxzuschauer (wie hier viele auf SF) haben, wenn es um die Analyse von Kämpfe und Kämpfern geht.
Was spricht dagegen, dass sie ab einem gewissen Level keinen haben? Dinge wie z.B. effektive Agression, Trefferwirkung, Ringführung, Boxtechniken usw. bewertet mancher eben anders als ein Zuschauer. Von dem her finde ich die Unterstellung realitätsfremd etwas :rolleyes:
 

timeout4u

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will wohl wissen, was für einen game plan Du Muratalla mit auf den weg gegeben hättest. Mich würde interessieren, was Du Cruz geraten hättest.
Kann ich leider nicht beantworten. Wäre im Kampf z.B. immer runden/situationsabhängig. Hängt alles ab vom Zustand des Boxers, dem Punktestand, den Sachen, was man in der Vorbereitung besprochen/trainiert hat.
Ich kenne oder arbeite auch nicht mit einem Plan A oder B bzw. Stärken/Schwächen des Gegners spielen aus meiner Sicht im Training und für die eigenen Strategien eher eine untergeordnete Rolle. Wichtiger wären für mich die Konzentration auf das eigene Boxen, die Psyche und die ständige Erweiterung/Verbesserung des Waffenarsenals, kurz gesagt.
Viel falsch gemacht haben beide Kämpfer nicht und es war ein technisch hochklassiges Gefecht von beiden. Da gibts nicht viel zu bemängeln oder anders zu machen. Für mich war Cruz schlicht der bessere Boxer mit den klareren, sauberen Treffern und der Ringkontrolle. Wenn: dann hätte ich vielleicht nur dazu geraten, dass er seine Treffer besser "verkaufen/vermarkten" soll, so wie es eben seinem Gegner gelungen ist.
Meine "Kritik" bezog sich auch nur darauf, dass durch dieses Urteil eben das technisch bessere und anspruchsvollere Boxen benachteiligt wurde und stattdessen wieder einmal der körperliche Faktor, die Härte und das Angreifen belohnt wurde ohne dabei eben auf die Effektivität, die sauberen, klaren Treffer zu achten.
 

JerryCotton

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Wenn: dann hätte ich vielleicht nur dazu geraten, dass er seine Treffer besser "verkaufen/vermarkten" soll, so wie es eben seinem Gegner gelungen ist.
So wie ich es gesehen habe, hat Muratalla seine Treffer garnicht gesondert vermarktet. Während gleichzeitig selbst wenn man klar zumindest Kontakt über die Ringmikrophone zu hören war den Schlägen demonstrativ hinterhergesehen hat, als würde Muratalla nen Meter vorbeischlagen, oder irgendwelche Jubelgesten, wenn er zur Abwechselung auch mal ne halbwegs gelungene Aktion hatte.
Dazu die Frage: Was verstehst du unter Ringkontrolle? Muratalla hat Cruz die ganze Zeit durch den Ring getrieben und ihm den Weg abgeschnitten, wenn Cruz sich vom Druck befreien wollte.
 

Deontay

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Was spricht dagegen, dass sie ab einem gewissen Level keinen haben? Dinge wie z.B. effektive Agression, Trefferwirkung, Ringführung, Boxtechniken usw. bewertet mancher eben anders als ein Zuschauer. Von dem her finde ich die Unterstellung realitätsfremd etwas :rolleyes:

Ich finde auch, dass man Boxen ausgeübt haben muss, um gewisse Szenarien nachempfinden zu können. Vermutlich kann man es nicht wirklich beurteilen, wenn man nie im Ring stand. Das heißt aber nicht, dass man ein Spitzensportler sein muss (war hier nicht gefragt, ich weiß), um entsprechende Dinge beurteilen zu können. Genauso wenig ist es eine Garantie, dass ehemalige Spitzenboxer zwingend eine gute Beurteilung abgeben.

Bei @wicked meine ich mal gelesen zu haben, dass er zumindest geboxt hat und sich sogar eine (ziemlich kleine) Ausrüstung anschaffen wollte. Von daher würde ich ihm zumindest ein gewisses Grundverständnis für die Sportart attestieren. Dazu kommt noch eine überdurchschnittliche Interessenlage auf Twitter und in Sportforen – so schlecht ist er meiner Meinung nach nicht aufgestellt.

Natürlich konkurriert das kaum mit einem glanzvollen Trainer auf Topniveau, aber das sollte auch nicht zwingend der Maßstab sein.

Apropos glanzvoller Trainer: Letztens hat mich Dominik J. wütend angerufen wegen eines Birardi-Artikels. Es ging um folgende Angelegenheit.
Er warf mir vor, dass ich keine Ahnung von der Praxis habe. Die Schläge seien in der Bewegung erfolgt, nicht voll durchgezogen gewesen und hätten nicht einmal getroffen. Es könne nur von einem Boxfremden stammen, so etwas zu kritisieren.


Zudem warf er mir vor, dass ich gezielt das Negative suche und den deutschen Boxsport sowie seine Athleten nicht unterstützen würde. Daraufhin sagte ich ihm, dass man mich gerne als ahnungslos bezeichnen dürfe, es aber niemanden in diesem verdammten Land gebe, der den deutschen Profiboxsport unentgeltlich mehr supporte als meine Wenigkeit. :LOL:

Ich nehme dem das nicht krumm. Er liest einen negativen Artikel über seinen Schützling und verteidigt ihn. Aus seiner Sicht ist es jedoch auch so, dass er als Trainer alles besser weiß und die Schreiber dadurch schnell abwerten kann, da diese seiner Meinung nach ohnehin nur über maximal theoretisches Wissen der Materie verfügen. Hier sollte man sich zumindest in der Mitte treffen.

Im Fußball darf jeder eine Meinung haben und diese auch kundtun. Nur im Kampfsport wird daraus oft eine elitäre Diskussion geführt. Mag sein, dass Kampfsport komplexer erscheint, aber das sollte nicht dazu führen, dass sich nur ein kleiner Prozentsatz darüber unterhalten darf.
 

wicked

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Was spricht dagegen, dass sie ab einem gewissen Level keinen haben? Dinge wie z.B. effektive Agression, Trefferwirkung, Ringführung, Boxtechniken usw. bewertet mancher eben anders als ein Zuschauer. Von dem her finde ich die Unterstellung realitätsfremd etwas :rolleyes:

Es ist die alte "Praktiker" vs. "Theoretiker" Diskussion.

Ich habe eine sehr bescheidene Anzahl Kämpfe bestritten, arbeite aber schon mehrere Jahre als Trainer.
Und nein, ich glaube wirklich nicht, dass mir praktische Kompetenzen in Selbstausführung und Vermittlung einen Erkenntnisvorteil verschaffen, wenn es um die theoretische Beobachtung bzw. die Beurteilung von Aussen von Dingen wie effektiver Aggression, Trefferwirkung, Ringführung, Boxtechniken usw. geht, im Vergleich zu regelmässigen Beobachter/ "Theoristen".

So ist es ja zu Recht auch nicht nötig, dass Punktrichter oder Ringrichter mal geboxt haben.

Und selbst Dinge, wie Strategien und Taktiken kann man als "Theoretiker" sehr gut verstehen, auch wenn man sie selbst nie und nimmer selbst umsetzen oder vermitteln könnte.
 

Lord Krachah

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Davon sprach ja keiner. Gestern waren 2x 6 Ründer auf der Maincard. Ich würde ohnehin nicht zu viele 10-12 Ründer auf eine Card platzieren, das ist zu viel. Lieber zahlreiche 6-8 Ründer.

Wie könnte denn eine gelungene Card ausschauen? 4 Maincard-Kämpfe:

1. Starkes Main-Event.
2. Ausgeglichenes Co-Main
3. Prospect-Showcase
4. Als Einstieg ein 50/50 Kampf, im Idealfall mit lokaler Präsenz.

Fertig. Lass die Undercard-Kämpfe 8-10 Ründer sein, der Prospect-Kampf 6.

Auf den Prelims sind dann eben auch Aufbaukämpfe, eventuell bietet man ein gelungenes ausgeglichenes Prelims-Mainevent, was bei einem Ausfall auf die Maincard aufrücken kann.

Das reicht doch und wäre total attraktiv.
Wäre auch ne Card nach meinem Geschmack. So weit entfernt war diese Card davon aber gar nicht. Das Problem war doch letztlich der Madrimov Fight. Was mach ich mit dem als Promoter? Der braucht offensichtlich einen Fight. Seine Börse dürfte für Prelims zu hoch sein. Da fand ich es ok, den auf der tieferen Undercard unterzubringen und eben nicht wie sonst ständig bei Mismatches von Main Eventern die als mindestens Co Main zu installieren. War absolut berechtigte Kritik von Dir, hat aber IMO hier die falsche Card getroffen.
 

Gladio

Mesmerising Measures
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Ich muss das Folgende noch loswerden und dann ist diese Diskussion für mich persönlich auch beendet.

Professionelles Boxen unterscheidet sich bekanntermaßen in der Bewertung, vom olympischen Boxen. Vielleicht ist der Unterschied nicht mehr so gewaltig wie noch vor 20 Jahren. Dennoch ist dieser Unterschied groß.

Ich bringe das jetzt mal direkt auf den Punkt. Trainer die im Amateurboxsport erfolgreich sind. Sind nur sehr selten im Profiboxen erfolgreich. Das liegt nicht daran das sie ihren Job nicht können, sondern den Sport aus einer anderen Perspektive betrachten.

Man schaue sich mal die erfolgreichsten Trainer der letzten 20 Jahre an. Unter ihnen sind Namen wie Freddie Roach, Dom Ingle, BoMac Macintire, Ben Davidson, Robert Garcia, Virgil Hunter, Eddie Reynoso, Adam Booth, Derrick James, Ronnie Shields, Bozy Ennis, Rob MacCracken oder Joe Goosens.

Einige Namen unter diesen Herren waren selber nie Boxer und wissen trotzdem wie man einen Profiboxer trainieren muss. Und sie wissen was Judges sehen wollen, um wohlwollend Punkte zu vergeben.

Jeder Zuschauer einer Combatsport Veranstaltung empfindet das Geschehen im Ring, im Cage oder auf der Matte perspektivisch individuell. Jeder sucht nach Attributen die seinem Verständnis eines erfolgreichen Kampfablaufs entsprechen.

Ich denke mittlerweile wissen die Boxsportforen User das @timeout4u und ich uns so gut wie nie einig sind. Auch in der Bewertung des Gefechtes zwischen Muratalla und Cruz, bin ich gegensätzlicher Meinung. Ich sehe weder die bessere technische Umsetzung, noch eine klügere Kampfführung oder gar die klareren Trefferwirkungen zu Gunsten von Andy Cruz. Aber ich verstehe seinen Blickwinkel als Amateurboxsport Trainer.

Die Attribute die Andy Cruz aufweist, wie z.B. seine Kampfführung, seine Zirkulation im Ring, seine Pass- und Diagonalgänge, sowie die technische Umsetzung seiner Schläge und das vorhandene Repertoire, sind genau das was ein Amateurboxsport Trainer sehen will. Oder worauf Judges bei Amateurkämpfen achten würden. Im Amateurboxsport werden Defensivaktionen 1zu1 wie Offensivaktionen bewertet.

Im Profiboxen wird der Bewegung nach vorne eine größere Bedeutung zugesprochen, als den Bewegungen nach hinten. Das Cruz unbedingt klarer und besser gearbeitet hat, dass habe ich wie erwähnt, nicht gesehen und das geben die Stats auch nicht her.

Ich kann mich nur Wiederholen. Muratalla und Cruz sind sich technisch ebenbürtig gewesen. Muratalla hat den Kampf duch den permanenten front foot Pressure und die Ringgeneralship geholt. Diesen Attributen wird im Profiboxen genauso viel Bedeutung gegeben, wie dem technischen Können.
 
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timeout4u

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Was verstehst du unter Ringkontrolle? Muratalla hat Cruz die ganze Zeit durch den Ring getrieben und ihm den Weg abgeschnitten, wenn Cruz sich vom Druck befreien wollte.
Ich sehe es anders herum: Ringkontrolle und die sog. effektive Agression, kann man gem. den Profiboxregeln auch im Rückwärtsgang ausüben. Muratalla hatte eben nicht die ganze Zeit das Kommando, weil er immer wieder ua. von Führhanden, Diagonalsteps nach hinten und Richtungswechseln von Cruz unterbrochen wurde. Er musste daher öfter seine Angriffe immer wieder neu aufbauen und starten. Also machte Muratalla das, was er meist tut. Er ging nach vorne, blieb aktiv, attackierte den Körper, kam aber verhältniswenig klar zum Kopf durch. Nach meiner Kenntnis der Profi-PR-Richtlinien sollen Kopfschläge auch mehr gewichtet werden als reine Körperschläge auf die Seite, bzw. die nicht auf die KO-Punkte zielen. Effektiv Wirkung auf die entscheidenden Körperpartien konnte er also nicht erzielen, denn Cruz baute nie eindeutig ab, viele Schläge kamen nie voll durch und er wirkte auch nie hart getroffen. Im Gegenteil: Cruz boxte überwiegend weiter kontrolliert gegen einen körperlich stärkeren Mann seinen Stil, er zog seinen Gegner, verleitete ihn zu Angriffen, um kontern zu können, hielt die Distanz, die seinem Stil entspricht. und landete die saubereren Treffer, während er den Schlagabtausch einschränkte. Keiner der beiden Kämpfer dominierte längere Phasen, weshalb die meisten Runden eher knapp als eindeutig wirkten. Wie gesagt: der Sieg des Champions ist durchaus ok und nachvollziehbar. Wäre aber ein knapper Sieg für Cruz genauso gewesen, ausser man will keine andere Bewertungssicht, die begründbar und im Rahmen der Regeln ist, zulassen.

@Gladio
Auch wenn es so klingen mag: meine Rundenbewertung hat wenig mit der Unterscheidung Amateurboxen/Profiboxen zu tun, sondern ich richte mich beim Profiboxen genauso an das geltende Wertungssystem. Auch im Profiboxen reicht der reine Bewegungsdrang nach vorne nicht aus für die Effektivität, wenn man nach den Richtlinien geht. Problem/Streitpunkt ist eben die Auslegung. Ich wollte ursprünglich auch nur darauf hinaus, dass Urteile eine falsche Signalwirkung für das Boxen an sich senden können, wenn man Angriff/Aggression derart klar gegen Cruz auslegt. Im Grunde ist einfach zuviel Subjektivität im Spiel. Bei Nakatani gegen Hernadez wars ja umgekehrt, führte jedoch genauso zu Diskussionen.
 
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timeout4u

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Er warf mir vor, dass ich keine Ahnung von der Praxis habe. Die Schläge seien in der Bewegung erfolgt, nicht voll durchgezogen gewesen und hätten nicht einmal getroffen. Es könne nur von einem Boxfremden stammen, so etwas zu kritisieren.
Bei so einem Fall brauchts eigentlich keine eigene Boxpraxis, sondern da reicht es zu wissen, dass jeder Boxer von den Regeln her eine gewisse sportliche Eigenverantwortung auferlegt ist. Hier ist das Regelwerk z.B. auch klar definiert und das war eindeutig objektiv und sachlich erkennbar ein Foul. Man könnte höchstens darüber diskutieren, ob Birardi im Eifer des Gefechtes nicht erkannt hat, dass der Gegner laut Regelwerk unten ist. Wäre die einzig mögliche "Entschuldigung" nach dem Wortlaut der Regeln. Mit dieser o.g. Begründung aber hat der Trainer Birardi selbst sogar schuldig gesprochen. Denn die Aussage, Birardi hat nicht voll durchgezogen, lässt logischerweise nur den Schluss zu, dass Birardi eben erkannt hat, dass der Gegner am Boden war. Ansonsten hätte er paradoxerweise eigentlich voll durchziehen müssen. ;)
 

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Es ist die alte "Praktiker" vs. "Theoretiker" Diskussion.

Ich habe eine sehr bescheidene Anzahl Kämpfe bestritten, arbeite aber schon mehrere Jahre als Trainer.
Und nein, ich glaube wirklich nicht, dass mir praktische Kompetenzen in Selbstausführung und Vermittlung einen Erkenntnisvorteil verschaffen, wenn es um die theoretische Beobachtung bzw. die Beurteilung von Aussen von Dingen wie effektiver Aggression, Trefferwirkung, Ringführung, Boxtechniken usw. geht, im Vergleich zu regelmässigen Beobachter/ "Theoristen".

So ist es ja zu Recht auch nicht nötig, dass Punktrichter oder Ringrichter mal geboxt haben.

Und selbst Dinge, wie Strategien und Taktiken kann man als "Theoretiker" sehr gut verstehen, auch wenn man sie selbst nie und nimmer selbst umsetzen oder vermitteln könnte.

Wollte Dir nur sagen, dass ich Deine Boxexpertise sehr schätze.

Halte Dich für top 3 Boxsportforen-User was Fachwissen anbelangt. Das ist schon bemerkenswert, wie Du Boxkämpfe zu analysieren weisst. Kompliment.
 
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Zudem warf er mir vor, dass ich gezielt das Negative suche und den deutschen Boxsport sowie seine Athleten nicht unterstützen würde. Daraufhin sagte ich ihm, dass man mich gerne als ahnungslos bezeichnen dürfe, es aber niemanden in diesem verdammten Land gebe, der den deutschen Profiboxsport unentgeltlich mehr supporte als meine Wenigkeit. :LOL:

Ich nehme dem das nicht krumm. Er liest einen negativen Artikel über seinen Schützling und verteidigt ihn. Aus seiner Sicht ist es jedoch auch so, dass er als Trainer alles besser weiß und die Schreiber dadurch schnell abwerten kann, da diese seiner Meinung nach ohnehin nur über maximal theoretisches Wissen der Materie verfügen. Hier sollte man sich zumindest in der Mitte treffen.

Im Fußball darf jeder eine Meinung haben und diese auch kundtun. Nur im Kampfsport wird daraus oft eine elitäre Diskussion geführt. Mag sein, dass Kampfsport komplexer erscheint, aber das sollte nicht dazu führen, dass sich nur ein kleiner Prozentsatz darüber unterhalten darf.

Das Boxsport-Paradoxon: Die härtesten Kerle sind gleichzeitig die größten Sensibelchen.

Zum Thema: Der neue "besteste kubanische Amateurboxer seit Beginn vonner Zeitrechnung" verliert...

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