Reinhard Grindel vor dem Aus – wird Philipp Lahm sein Nachfolger?


henningoth

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Nach Informationen von SPOX und Goal wird der umstrittene DFB-Präsident Reinhard Grindel noch diese Woche seinen Rückzug ankündigen. Wunschkandidat für die Nachfolge soll ein Ex-Nationalspieler sein.

Ein Gespräch am Rande einer gemeinsamen TV-Talkshow vor gut zweieinhalb Jahren, Grindel war zu diesem Zeitpunkt seit einigen Monaten DFB-Präsident.

Er bekomme eine Aufwandsentschädigung sowie einen Verdienstausfall gezahlt, erklärte Grindel damals. Anders sei der Job für ihn angesichts seines vorherigen Einkommens als CDU-Bundestagsabgeordneter auch nicht zu leisten. Offiziell erhielt er zu den 7200 Euro im Monat für das so genannte Ehrenamt des DFB-Präsidenten einen Verdienstausgleich in gleicher Höhe. Das war bekannt.



Bericht legt fragwürdigen Zusatzverdienst offen
Was nicht bekannt war, kam durch eine Veröffentlichung des Spiegel am Freitag heraus: Demnach bekam Grindel zwischen Juli 2016 und Juli 2017 noch einmal weitere 78.000 Euro im Jahr, also 6000 Euro pro Monat, für den Aufsichtsratsvorsitz der DFB Medien GmbH.

Ein zumindest fragwürdiger Zusatzverdienst, den sich der Verband schon für Grindels Vorgänger Wolfgang Niersbach beim Wechsel vom hochbezahlten DFB-Generalsekretär ins Präsidentenamt erdacht hatte, um dessen finanziellen Einbußen teilweise zu kompensieren.

Grindel übernahm Sitz und Bezahlung einige Monate nach seiner Wahl im April 2016 und verzichtete darauf ebenso wie auf seinen Verdienstausfall erst, als er in die Exekutive von UEFA und FIFA gewählt wurde - dotiert mit 500.000 Euro für acht reguläre Sitzungen im Jahr. Aktuell erhält Grindel also nach allem, was man im Moment weiß, ein Salär von knapp 50.000 Euro im Monat.

Verheimliche Grindel die Extrazahlungen?
Entsprechend groß war die Empörungswelle von den Amateuren bis zu den Profis nach der Spiegel-Veröffentlichung über den bislang nicht bekannten Zusatzverdienst. Es half daher wenig, dass der DFB noch am Freitagabend die Rechtmäßigkeit der Zahlungen versicherte und auf den Fakt hinwies, dass diese Nebeneinkünfte in allen Unterlagen zugänglich gewesen seien.

Denn Grindel, der ausgerechnet der Compliance-Kommission der UEFA vorsitzt, wird vorgeworfen, das Extragehalt auch vor den Mitgliedern des DFB-Präsidiums verheimlicht zu haben.

"Wir wussten nicht, dass er die Zahlungen einfach übernimmt", zitierte die Süddeutsche Zeitung einen nicht genannten Spitzenfunktionär. Viel schwerer aber wiegt eine andere Tatsache: Grindels Fauxpas ist offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

DFB-Boss Grindel: Sofortiger Rücktritt oder Verzicht auf Wiederwahl
In einer Telefonkonferenz des DFB-Präsidialausschusses, der engeren Verbandsführung, musste sich der Präsident am Sonntag nach übereinstimmenden Berichten massive Kritik an schlechtem Führungsstil und fortwährend misslungener Krisenkommunikation anhören.

Nach Informationen von SPOX und Goal könnte Grindel aufgrund des Drucks aus der Spitze von DFB und DFL noch in dieser Woche sein Amt zur Verfügung stellen. Die Frage der Bild-Zeitung, ob er zurücktrete, dementierte der 57-Jährige nicht.

Offenbar laufen im Hintergrund intensive Gespräche, mit welchen finanziellen Zugeständnissen Grindel zu einem Abschied gedrängt werden kann. Demnach soll er vorerst seine lukrativen Posten in der FIFA und der UEFA behalten dürfen.

Im Raum steht ein sofortiger Rücktritt als Verbandsboss, wahrscheinlicher ist aber ein Verzicht auf eine Wiederwahl beim DFB-Bundestag im September. Dann hätten die Gegner auch deutlich mehr Zeit, einen neuen Kandidaten zu finden.

Reinhard Grindel: Kein Standing in der Bundesliga
Denn Grindel profitierte schon bei seiner Wahl und auch danach vom Mangel als Alternativen. Da DFL-Boss Reinhard Rauball und der für die Amateure zuständige Vizepräsident Rainer Koch aus ähnlichen Gründen nicht wollten, einigten sich die Amateurvertreter, die zwei Drittel der DFB-Delegierten stellen, auf den aus Niedersachsen stammenden damaligen Schatzmeister.

Die Vertreter der Profiklubs ballten zunächst die Faust in der Tasche, arrangierten sich dann aber mit dem schwachen und in der Bundesliga nicht vernetzten Präsidenten. Ernst genommen wird Grindel allerdings von den wenigsten Entscheidungsträgern auf Klubebene, das sagen die meisten sogar offen.


Fehlende Rückendeckung für den umstrittenen Boss
Verlierer ist dabei der deutsche Fußball, denn auf der einen Seite fehlt den Amateuren ein machtvolles Sprachrohr, etwa bei den Verhandlungen über den Ausgleich mit den Profis.

Auf der anderen Seite geben diese selber ein uneiniges Bild ab, etwa wenn Grindel in der FIFA nach Absprache mit der DFL gegen die Klub-WM stimmt, die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß den neuen Wettbewerb aber sofort nach der Entscheidung begeistert begrüßen.

Zudem hat Grindel auch in der DFB-Zentrale in Frankfurt kaum noch Rückendeckung, was an seiner im Vergleich zu Niersbach seltenen Präsenz, seiner oft herrischen Art im Umgang und eben den persönlichen Fehltritten liegt. Dass immer wieder Interna zu Lasten Grindels an die Medien durchgestochen werden, wie aktuell der umstrittene Zusatzverdienst, zeigt die fehlende Rückendeckung auch bei den Hauptamtlichen.



Philipp Lahm als idealer Nachfolger?
Unterm Strich hat Grindel in den vergangenen Wochen nahezu alle Unterstützer verloren, keiner seiner elf Vizepräsidenten fand auf Nachfrage der Bildunterstützende Worte für den taumelnden Verbandspräsidenten. Offenbar wird mit Hochdruck ein neuer DFB-Präsident gesucht, nach Angaben des ZDF soll ein ehemaliger Nationalspieler, der auch einen guten Ruf bei den Amateuren hat, der Wunschkandidat sein.

Kriterien, die voll und ganz auf Philipp Lahm passen würden. Der Weltmeister-Kapitän von 2014, tief verwurzelt bei seinem Münchner Heimatklub FT Gern, soll ohnehin beim Bundestag ins DFB-Präsidium gewählt werden. Wenig spricht dagegen, dass es nun eine Ebene höher wird - nicht nur, weil der Neueinsteiger angesichts der Fehler des Noch-Präsidenten nicht viel zu verlieren hätte.

Lahm kennt die sportliche Leitung der Nationalmannschaft mit Jogi Löw und Oliver Bierhoff ebenso bestens wie die wichtigsten Personen der Bundesliga. Und als potenzieller DFB-Vize und vor allem Chef des EM-Organisationskomitees 2024 hat er sich ohnehin schon für eine Funktionärsrolle im Verband entschieden.

Hinzu kommt Lahms tadelloser Ruf auch im Amateurbereich - und finanziell könnte der langjährige Bayern-Kapitän sogar auf jegliche Verdienstausfallzahlungen problemlos verzichten. Es kann also ganz schnell gehen, wenn die handelnden Personen sich einen Ruck geben.
 

PhilIvey

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Hauptsache der Grindel kommt weg. Schlechtester DFB Präsident ever.....

Lahm als Präsident finde ich auf Anhieb gar nicht mal so verkehrt. Es könnte auch einen neuen positiven Schwung im Laden geben, zumal der Verband zuvor noch nie einen so jungen Präsidenten gehabt hat.
 
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NcsHawk

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Grindel ist auch so eine Personalie wo keiner so genau weiß wie der da an die Spitze stolpern konnte.
 

Angliru

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Grindel ist auch so eine Personalie wo keiner so genau weiß wie der da an die Spitze stolpern konnte.
Gab mal einen Bericht im Spiegel (oder irgendwo anders), der sehr klar aufzeigte, dass Grindel ein eiskalter Politiker ist, der seinen Zielen alles unterordnet. Der ist nicht dort hin gestolpert, sondern hat seinen Weg glasklar durchgezogen, völlig egal, wer links oder rechts liegen bleibt, Hauptsache, es diente seinem Vorteil.

Eine Bitte an den Threadersteller: Bitte keine kompletten Texte von anderen Seiten hier reinkopieren, sondern nur Auszüge mit dem Originallink. Dient der Lesbarkeit und schützt uns vor Copyright-Verletzungen.
 

henningoth

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Gab mal einen Bericht im Spiegel (oder irgendwo anders), der sehr klar aufzeigte, dass Grindel ein eiskalter Politiker ist, der seinen Zielen alles unterordnet. Der ist nicht dort hin gestolpert, sondern hat seinen Weg glasklar durchgezogen, völlig egal, wer links oder rechts liegen bleibt, Hauptsache, es diente seinem Vorteil.

Eine Bitte an den Threadersteller: Bitte keine kompletten Texte von anderen Seiten hier reinkopieren, sondern nur Auszüge mit dem Originallink. Dient der Lesbarkeit und schützt uns vor Copyright-Verletzungen.
immerhin den Link hab ich ja eingebunden :p
 

johnnygva

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Dachte ja erstmal an einen Aprilscherz...aber wird ja scheinbar doch relativ breit gemeldet und mit ausführlichen Texten.

Weiß nicht, ob ich Lahm wirklich in der Position sehen möchte...aber wäre schon um einiges besser als Grindel
 

NcsHawk

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Gab mal einen Bericht im Spiegel (oder irgendwo anders), der sehr klar aufzeigte, dass Grindel ein eiskalter Politiker ist, der seinen Zielen alles unterordnet. Der ist nicht dort hin gestolpert, sondern hat seinen Weg glasklar durchgezogen, völlig egal, wer links oder rechts liegen bleibt, Hauptsache, es diente seinem Vorteil.
Egal wie viel Machthunger ein Mensch hat braucht er doch aber Unterstützung um an die Spitze des mächtigsten Vereins ins Deutschland zu kommen.
Der Kerl hat kein Charisma und wirkt in seinen Auftritten wie der Elefant im Porzellanladen.
So Menschen schaffen es sicher irgendwie Schatzmeister zu werden aber das es so ein Mensch schafft Präsident des DFB zu werden wirft auf den DFB ein sehr schlechtes Licht.
Da hat die Weltmeisterschaft in Brasilien und der Skandal um Beckenbauer wohl einige Strukturen aufgeweicht.
Der DFB hat eine Erneuerung nötig.
 

henningoth

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Egal wie viel Machthunger ein Mensch hat braucht er doch aber Unterstützung um an die Spitze des mächtigsten Vereins ins Deutschland zu kommen.
Der Kerl hat kein Charisma und wirkt in seinen Auftritten wie der Elefant im Porzellanladen.
So Menschen schaffen es sicher irgendwie Schatzmeister zu werden aber das es so ein Mensch schafft Präsident des DFB zu werden wirft auf den DFB ein sehr schlechtes Licht.
Da hat die Weltmeisterschaft in Brasilien und der Skandal um Beckenbauer wohl einige Strukturen aufgeweicht.
Der DFB hat eine Erneuerung nötig.
Lahm, Schweini und Poldi sollten den deutschen Fußballbund wieder groß machen !
 

Murphy

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Hauptsache der Grindel kommt weg. Schlechtester DFB Präsident ever.....

Lahm als Präsident finde ich auf Anhieb gar nicht mal so verkehrt. Es könnte auch einen neuen positiven Schwung im Laden geben, zumal der Verband zuvor noch nie einen so jungen Präsidenten gehabt hat.
Dann könnte es doch glatt auch der Olli Kahn werden, aber der wird ja noch bei den Bayern gebraucht, wenn Hoeness geht.
 

sefant77

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Wieso kann man nicht einfach irgendeinen NORMALEN DFB-Mitarbeiter nehmen....irgendeinen Sachbearbeiter aus der Verwaltung, der wird den Job besser machen als Fipsi...
 

LeZ

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Den Job übernehmen jetzt "Godfather" Podolski ("Köln ... Köln ... habe ich nicht immer alles für dich getan ? Und jetzt kommst du zu mir und tust mir das an ?!"), Capo di tutti capi Lahm, und "der Schraubenschlüssel" Schweinsteiger ("Du hast Kopfschmerzen !? Warte, da hab' ich was !").
 

henningoth

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Wieso kann man nicht einfach irgendeinen NORMALEN DFB-Mitarbeiter nehmen....irgendeinen Sachbearbeiter aus der Verwaltung, der wird den Job besser machen als Fipsi...
in so einem Job braucht man schon auch Connections. Die hat Lahm sicherlich eher als irgendein normaler DFB Mitarbeiter.
 

sefant77

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Ja, das ist natürlich klar...deshalb auch ein Lahm und nicht zB ein Mertesacker
 

Big d

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Hauptsache der Grindel kommt weg. Schlechtester DFB Präsident ever.....

Lahm als Präsident finde ich auf Anhieb gar nicht mal so verkehrt. Es könnte auch einen neuen positiven Schwung im Laden geben, zumal der Verband zuvor noch nie einen so jungen Präsidenten gehabt hat.
Gut when grindel weg ist, allerdings sind die Fußball Verbände imo in sich korrupt, egal wer dort vorne ist. Es gab ja immer wieder Borderline oder tatsächlich kriminelle im DFB oder auch der FIFA. Die FIFA ist auch nicht weniger korrupt geworden als blatter weg war.

Grindel war sicher auch nicht schlimmer als ein niersbach, allerdings war er dazu noch politisch und rhetorisch deutlich weniger clever.

Das Beste worauf der DFB hoffen kann ist wohl jemand der etwas diplomatischer ist und seine Korruptheit weniger offen raushängen lässt.
 

sefant77

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Lahm hat ja immerhin schon für die EM 24 mit dem DFB zusammengearbeitet und strebt ja in Management Positionen.
Merte macht doch was komplett anderes.
Ging mir ja auch nur darum nicht so einen Schleimlappen wie Fipsi im Amt zu sehen, daher mein random Vorschlag mit jemanden wie Merte.
 

le freaque

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Naja, für den Profibereich und die NM wäre Lahm wahrscheinlich nicht mal die schlechteste Lösung. Er ist Medienprofi, in diesen Bereichen BL/NM/internationaler Clubfußball definitiv sachkundig, kennt alle Entscheider und Meinungsmacher in Medien, Clubs und UEFA/FIFA seit Jahren und ist sicher auch in der Lage, da über den Tellerrand zu gucken, um Dinge anzustoßen. Er ist auch nicht so lange aus dem akltiven Fußball raus und weiß sicher, was da aus Sportlersicht sinnvoll ist und was nicht. Sicher ist er auch ein Worthülsenplauderer, aber eine klare Meinung und Durchsetzungsfähigkeit traue ich ihm schon zu.
Nur ist ein DFB-Präsident eben auch für Verbandsarbeit, Landesverbände und Millionen von Amateurkickern zuständig und da kann ich mir nicht vorstellen, dass er da wirklich vernetzt und auch kundig genug ist.
Ginge es um den Posten als DFB-Sportdirektor (also Schneiders Job) oder den Job von Bierhoff, würde ich sagen: warum nicht? Könnte schon sein Ding sein. Aber Präsident eines Verbandes mit allem, was dazu gehört? Ich denke eher nicht.
 
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