Würzburg Baskets Saison 26/27


Bislang wohl das schwächste der bisherigen Vorbereitungsspiele. Irgendwie hat die Energie gefehlt, die gewohnt harte Defense kam nur ein paar Minuten lang. Schlechte Trefferquoten; vor allem Dye blieb sehr blass. In der zweiten Halbzeit wurde es phasenweise besser. Kirchheim hat aber auch ein wirklich gutes Team mit einer ganzen Reihe ehemaliger BBL-Spieler (Patrick, Wolf, Breitzel) und sie haben sehr engagiert verteidigt.
Herausragend Sam Griffin, nicht nur wegen seiner 24 Punkte, sondern auch wegen seines Auftretens auf dem Feld: Motivator, Tröster, Kommunikator... Ein großartiger Spieler und ein sehr sympathischer Typ, könnte ein neuer Otis werden...
Nach meiner Erinnerung er, Jones, Colbert, Tischler und Pjanic zweistellig. Tischer wieder auch mit starker Defense. Ein bisschen kriselt es gerade bei Charles. Saffer mit Licht und Schatten, aber gegenüber letzter Saison deutlich verbessert.
Insgesamt ist das Team deutlich vielseitiger und schneller als das letzte. Denke, wenn die auf ihrem wirklichen Niveau spielen, werden wir viel Spaß haben dieses Jahr!
 
Dass die Energie gefehlt hat, kann ich so nicht bestätigen. Die Jungs spielten schnell und wollten gewinnen. Vielmehr bekamen sie Hines, der einen superschnellen Antritt hatte und sehr treffsicher war, und Tyrel nicht in den Griff. Auch der junge Patrick ärgerte Wishart und später auch Lukas ordentlich mit seiner Defense und hängte ihnen gekonnt ein paar Fouls an. Also kurz gesagt: Kirchheim war kein schlechter Gegner!

Nach den Erfolgen in Polen hätte ich mir allerdings schon ein wenig mehr erwartet.
Richtig gut gefallen hat mir auch der echt sympathische Sam Griffin, der wie maritim schon sagte, ruhig und mit Übersicht spielte und nach 5 Sekunden den ersten Dreier einnetzte.
Auch Tischler überzeugte, wenn er auch frühzeitig mit vielen Fouls zu kämpfen hatte.
Entgegen der Statistik kam bei mir Kenny Dye nicht so schlecht weg, ich denke einfach, er hatte einen gebrauchten Tag.
Charly hatte lange Zeit kein Foul, legte sich aber unnötigerweise mit Moritz R. an.
Saffer hat sich in meinen Augen gesteigert, ist mir aber physisch und auch im richtigen Lesen der Situationen nicht schnell genug. Er hat noch viel Luft nach oben.

Mir gefällt unser Team. Entgegen vieler Meinungen gestern, die jetzt sogar schon die PO abschreiben - Leute es war ein TESTSPIEL und es ist SEPTEMBER - bin ich davon überzeugt, dass da was Gutes rauskommen kann, allerdings kommt die BCL Quali wahrscheinlich zu früh…

Endlich wieder Basketball! War schön gestern!
 
Ohne dabei gewesen zu sein, möchte ich versuchen die Vorbereitung objektiv einzuordnen. Ich finde, man kann den Preseason- Record mit 4 - 0 schon würdigen ohne daraus zu viel zu machen.

Der Test am 25.09.2026 gegen Jena wurde abgesagt.
Gegen Hagen: amtierender ProA-Meister, sportlich aufgestiegen und jetzt wieder BBL-Team. Die hatten kurz zuvor gegen Oldenburg 83:83 gespielt und Würzburg über weite Strecken sogar vorne gelegen, bevor die Baskets das letzte Viertel 20:9 gewonnen haben. Das war also schon ein ziemlich vernünftiger erster Test.

Dann Norrköping in Torûn: Die Dolphins waren bis 2025 fünfmal in Folge schwedischer Meister und standen auch 2026 wieder im Finale, das sie erst gegen Borås verloren haben. Also nicht irgendein schwedischer Erstligist, sondern das prägende Team der letzten Jahre dort. Würzburg gewinnt 91:71.

Dziki Warschau war für mich bisher der stärkste Gegner. Die sind nicht nur amtierender ENBL-Champion, sondern wurden letzte Saison auch Dritter in der polnischen Liga. In der Hauptrunde waren sie Fünfter, gingen dann bis ins Halbfinale und holten anschließend Bronze. Das ist schon ein ziemlich ordentliches europäisches Niveau. Gegen die gewinnt Würzburg 70:58 – und gerade defensiv fand ich das schon ein Statement.

Und jetzt Kirchheim. Da muss man fairerweise differenzieren: Ja, Vizemeister der letzten ProA-Saison und sportlich sogar mit Aufstiegsrecht. Aber der Kader wurde verändert, deshalb ist „aktuelles BBL-Niveau“ sicher zu hoch gegriffen. Trotzdem kamen die Knights keineswegs als Kanonenfutter nach Würzburg. Ihre beiden bisherigen Tests hatten sie 92:65 gegen ProA-Aufsteiger OrangeAcademy und 90:76 gegen Tübingen gewonnen. Gerade gegen Tübingen wurde von hohem Tempo und viel Physis berichtet.


Deshalb finde ich interessant, WIE Würzburg dieses Spiel noch gewinnt.

Nach dem ersten Viertel 9:18 hinten, zur Halbzeit 28:36, nach drei Vierteln 53:62. Kirchheim führte zwischenzeitlich mit 13. Würzburg gewinnt dann das vierte Viertel 29:20 und die Verlängerung 19:16.

Ob wirklich „gehustlet“ wurde, kann ich ohne das Spiel gesehen zu haben natürlich nicht seriös behaupten. Aber der Boxscore spricht schon ziemlich deutlich dafür, dass man das Spiel über Druck und Aktivität gedreht hat: 20 erzwungene Kirchheimer Turnover, 14 Steals und 17:6 Fastbreak-Punkte.

Gleichzeitig verliert man das Reboundduell brutal mit 32:44 und gibt 17 Offensivrebounds bzw. 22 Second-Chance-Points ab. Das war also definitiv kein souveräner Auftritt. Gerade am Brett gibt es genug zu kritisieren.

Die Frage ist, ob nicht so ein Sieg dem Team mehr gibt als ein lockeres +20: Man war über drei Viertel nicht gut, lag zweistellig hinten und findet trotzdem noch einen Weg, das Spiel zu gewinnen.

Niemand weiß, wer gerade welche Trainingsbelastung in den Beinen hat und wie ernst die Coaches einzelne Phasen nehmen.

Ein wertloses 4 - 0 gegen irgendwelche unterklassigen Gegner ist die Pre- Season bislang nicht. Es kristallisieren sich zudem ein paar Tendenzen heraus. Variabilität, Streuung der Produktivität, Pace.

Zudem Sam Griffin, der wohl gestern ein paar Herzen erobert hat. Leo Saffer, der aufgrund von Ogunsipes Verletzung größere Bedeutung bekommt und sich schwankend aber verbessert zeigt.

Die Rolle von Skladanowski verwundert mich. Letzte Saison über die Hälfte als Starter und macht im Test 3:20 Min. Weiß da jemand mehr?

Und vor allem: kann jemand berichten, wie der Overtime- Sieg "gefeiert" wurde? Also hat das irgendwie Verbindung geschaffen mit den Fans oder hat man eher die Köpfe hängen lassen, weil man gegen den Zweitligisten in die Overtime musste?
 
Nunja, die Stimmung in der Halle war, vorsichtig gesagt, etwas verhalten. Der Hallensprecher hatte alle Mühe, das Publikum zu Aktionen zu animieren. Tim Eisenberger schreibt, die Baskets seien "nicht bei der Sache" gewesen, ich habe etwas die Energie vermisst: Auf jeden Fall war das Spiel drei Viertel lang fahrig, was natürlich nicht zur Stimmung im Publikum beigetragen hat.
Der Sieg am Ende wurde schon gefeiert - aber ehrlich gesagt: Ich hatte nie ernsthaft gegblaubt, dass die Jungs das verlieren würden, weil offensichtlich war, dass sie in der Defense immer noch ne Schippe hätten drauflegen können.
 
Du sprichst einen wichtigen Punkt an, Murill, den ich vergessen habe.
Die Reboundleistung war tatsächlich eine Katastrophe! Ich habe da auf Sklada gehofft, der aber kaum spielte. Wenn er tatsächlich vor kurzem getaped wurde, könnte es daran gelegen haben, dass er doch noch nicht soweit war. Aufgefallen ist mir jedoch nichts diesbezüglich. Vielleicht wollte man aber auch den Neuen besonders viel Zeit geben, sich zu zeigen?
Gestern waren ja nicht so viele da. Block A/B/C war komplett gesperrt. Die restlichen drei Blöcke war wohl zu zwei Drittel gefüllt. Will heißen, eine große Feier fand meines Wissens nicht statt. Ich muss aber gestehen, wir sind gleich nach dem ersten Beklatschen des Sieges gegangen.
 
Du sprichst einen wichtigen Punkt an, Murill, den ich vergessen habe.
Die Reboundleistung war tatsächlich eine Katastrophe! Ich habe da auf Sklada gehofft, der aber kaum spielte. Wenn er tatsächlich vor kurzem getaped wurde, könnte es daran gelegen haben, dass er doch noch nicht soweit war. Aufgefallen ist mir jedoch nichts diesbezüglich. Vielleicht wollte man aber auch den Neuen besonders viel Zeit geben, sich zu zeigen?
Gestern waren ja nicht so viele da. Block A/B/C war komplett gesperrt. Die restlichen drei Blöcke war wohl zu zwei Drittel gefüllt. Will heißen, eine große Feier fand meines Wissens nicht statt. Ich muss aber gestehen, wir sind gleich nach dem ersten Beklatschen des Sieges gegangen.
Das mit dem Tapen würde ich nicht so hoch hängen. Fast jeder Spieler wird vor dem Spiel getapt.
 
Ist vielleicht eine gewagte These, ehrlicherweise nicht mal das sondern nur ein Gedanke, aber kann es mit dem Wechsel ans College, bzw dem doch nicht Wechsel zusammenhängen und ist damit Unruhe oder Unmut entstanden ist ? Weiß da jemand etwas dazu ?
Interessant fand ich gestern auch, dass bei dem Wechsel von Thompsen (5. Foul) Sasa die Bank durchgegangen ist, nach dem Motto wem traue ich die Crunchtime zu und Colbert gewählt hat. Das gleiche bei Jones (5. Foul), da wäre Sklada eine (finde ich) valide Option gewesen und stattdessen nimmt er Pjanic (der es gut gemacht hat), der nicht mal 2 min Pause hatte.
 
Ist vielleicht eine gewagte These, ehrlicherweise nicht mal das sondern nur ein Gedanke, aber kann es mit dem Wechsel ans College, bzw dem doch nicht Wechsel zusammenhängen und ist damit Unruhe oder Unmut entstanden ist ? Weiß da jemand etwas dazu ?
Interessant fand ich gestern auch, dass bei dem Wechsel von Thompsen (5. Foul) Sasa die Bank durchgegangen ist, nach dem Motto wem traue ich die Crunchtime zu und Colbert gewählt hat. Das gleiche bei Jones (5. Foul), da wäre Sklada eine (finde ich) valide Option gewesen und stattdessen nimmt er Pjanic (der es gut gemacht hat), der nicht mal 2 min Pause hatte.
Das gleich ging mir auch durch den Kopf. Wenn es wirklich angeschlagen ist, dann hätte er doch bei einem oder mehreren Testspielen ausgesetzt. Stattdessen hat er immer wenig Minuten gespielt. Das wäre bei einer Verletzung ja fast kontraproduktiv. Ich glaube man hat bei der Kaderplanung mehr oder weniger ohne ihn planen müssen und das ist jetzt die Quittung. Find ich das gut? Eigentlich nicht, weil es ein junger Spieler ist, der letzte Saison einen guten Schritt gemacht hat.
 
Vielleicht kennt sich da jemand von euch aus, aber wäre es denkbar, dass Skladdi bei uns einen befristeten Vertrag hat und Sasha will/kann daher (noch) nicht fix mit ihm planen? Nur so könnte ich mir die aktuelle Spielzeit von ihm erklären :confuse:
 
Wahrscheinlich bekomme ich jetzt von einigen Gegenwind, aber vielleicht liegt es einfach auch nur an den Leistungen, an seinem Potential und Möglichkeiten und der aktuellen Kaderplanung. So leid es mir tut, Sklada hat für mich bis heute kein wirkliches BBL Niveau erreicht, schon gar nicht für ein Top 6 Team. Er hatte letztes Jahr das Glück, das die Pos. 4 eine Schwachstelle war. MIt Colbert sieht das jetzt ganz anders aus und vor allem gibt es mit Tischler und Pjanic auch Spieler, die der Coach dort auch sehr gut einsetzen kann ... dann spielt er eben mehr Smallball, das kennen wir ja sowieso schon von ihm. Für einige war Sklada der neue Steinbach, vielleicht hat er das auch von sich selbst gedacht. Aber das sind natürlich Welten und er wird da nie auch nur in die Nähe von ihm kommen. Bei ihm stimmt alleine schon das Mindset nicht. Er wirkt sehr oft verunsichert, verweigert Würfe und wenn er im Post einen Ball bekommt, dann spielt er ihn in den allermeisten Fällen wieder irgendwo nach außen. Das fällt mir sogar auch bei klaren Mismatches auf. Nicht falsch verstehen, ich gönne ihm alles, aber wenn er sich im Kopf selbst blockiert, dann wird das nichts werden. Basketball ist ein Spiel mit Risiko, da kannst Du nicht immer nur auf Sicherheit gehen, damit man ja nichts falsch macht.
 
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Auf mich wirkt es so, alsob Petric sich vor Skladanowski geschoben hat. Petric spielt offensiv selbstbewusster und hat zudem noch ordentlich an Masse zugelegt. Skladanowski hat seine Chance letztes Jahr definitiv genutzt, allerdings hat er offensiv nicht konsequent gespielt und auch seine Entscheidungsfindung war in vielen Fällen unglücklich. Aus meiner Sicht hat er vieles für einen guten Rollenspieler in der BBL. Insbesondere was Athletik und den Körper angeht. Allerdings wirkt er für mich weiterhin noch etwas roh. Da ist Petric in Sachen Talent und Veranlagung ein kompletteres Paket
 
Das sehe ich wie istdasso. Ich erinnere mich hier an zahlreiche Diskussionen darüber, dass Sklada eine lange Phase hatte in der er komplette freie Würfe verweigert hat. Offensiv war er noch nie ein Faktor in der BBL. Aber defensiv hat er gut gearbeitet und auch ordentlich Defensiv-Rebounds geholt.

Ich glaube auch, dass diese Saison Petric mehr Minuten als Sklada bekommt.
 
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Ich habe mir Skladanowskis Entwicklung in Würzburg nochmal etwas genauer angeschaut.

Als er 2024 nach Würzburg kam, war er erstmal ein Akademirspieler. Vorher Bayern II, dann ein Jahr in Spanien.

In seiner ersten Würzburger Saison hat er in der ProB dann einen ziemlich deutlichen Schritt gemacht: rund 31 Minuten, 14,6 Punkte, 8,1 Rebounds und 2,8 Assists. Dazu Spiele mit 24, 27 oder in den Playoffs 19 Punkten. Gleichzeitig war aber schon damals das Thema Shooting sichtbar: nur rund 25 Prozent von der Dreierlinie und auch die Freiwurfquote war nicht wirklich gut. In der BBL kam er 2024/25 zwar elfmal zum Einsatz, aber im Schnitt nur knapp vier Minuten. Das war im Grunde noch „reinschnuppern“.

Der Sprung im letzten Jahr war dann schon erheblich. Aus dem ProB-Leistungsträger wurde plötzlich ein echter BBL-Rotationsspieler. 37 BBL-Spiele, 24 Starts. In der Champions League startete er sogar in allen 15 Einsätzen. Filipovski hat ihm also nicht einfach ein paar deutsche Minuten zugeschoben, sondern ihn über Monate bewusst als Starter auf der Vier eingesetzt.

Das sollte man bei der jetzigen Diskussion nicht vergessen. Seine Entwicklung in Würzburg war zunächst eindeutig positiv: ProB-Spieler, BBL-Kaderspieler, BBL/BCL-Starter innerhalb eines Jahres.

Nur kam danach offenbar der schwierigere Teil der Entwicklung.

Denn seine Rolle wurde größer, seine Produktion aber nur bedingt. Am Ende standen in der BBL etwa 4,1 Punkte und 3,2 Rebounds in 15,5 Minuten. Inside und beim Rebound konnte er durchaus helfen, aber der Wurf entwickelte sich nicht zu der erhofften Waffe: nur rund 24 Prozent Dreier. Für einen 2,01-Meter-Forward, der auf der Vier eher undersized ist und auf der Drei offensiv wenig Creation mitbringt, ist genau das irgendwann ein Problem.

Und interessant ist: Schon gegen Ende der letzten Saison sah man erste Anzeichen, dass Filipovski bei wichtigen Spielen nicht mehr ganz so selbstverständlich auf ihn als Starter setzte. Muenkat lief ihm zunehmend den Rang ab.

Seine Hierarchie begann offenbar schon während der letzten Saison etwas zu kippen.

Gleichzeitig würde ich daraus aber auch keinen Rückschritt ableiten. Dafür hatte er gerade im Frühjahr noch einige gute Spiele. 12 Punkte in Jena waren sein damaliges BBL-Career-High, gegen Hamburg kamen später 10 Punkte und 7 Rebounds dazu und im ersten Playoffspiel in Bonn machte er 8 Punkte und brachte genau die Dinge ein, die ihn auszeichnen: Offensivrebounds, Energie, Cuts, Athletik.

Er hat sich in Würzburg stark entwickelt – aber zuletzt nicht mehr schnell genug im Verhältnis zur Entwicklung des Kaders.

Letztes Jahr bestand die Vier im Wesentlichen aus Skladanowski/Muenkat, teilweise Pjanic. Jetzt steht dort mit Colbert ein Spieler, der als echter PF verpflichtet wurde und offensiv deutlich mehr Möglichkeiten bietet. Tischler kann die Vier ebenfalls spielen und bringt nachgewiesene BBL-Defense mit. Pjanic ist weiter da und bietet als 3/4er mehr Shooting und Erfahrung. Auf der Drei nimmt Jones zusätzliche Minuten. Später kommt noch Ogunsipe hinzu.

Skladanowski muss nicht mehr beweisen, dass er besser ist als ein anderer Nachwuchsspieler. Er muss Filipovski einen Grund geben, einen von Colbert, Tischler oder Pjanic weniger spielen zu lassen.

Deshalb sind die 3:20 Minuten gegen Kirchheim ein klares Zeichen. Das war ein enges 45-Minuten-Spiel, Würzburg lag zweistellig hinten und wollte das Ding am Ende offensichtlich gewinnen. Wenn er selbst da kaum auf dem Feld steht, ist das ein deutliches Indiz dafür, wo er aktuell in der Hierarchie steht.

Die College-Geschichte würde ich dabei nicht komplett wegwischen. Es ist durchaus denkbar, dass Würzburg im Sommer länger nicht wusste, ob er bleibt und deshalb unabhängig von ihm geplant hat. Dann kommt er zurück und stellt fest: Seine bisherigen Minuten sind inzwischen anderweitig vergeben. Das wäre für mich aber keine „Abstrafung“, sondern schlicht die Konsequenz daraus, dass ein Profikader weitergebaut werden musste.

Und damit komme ich eigentlich zu dem für mich spannendsten Punkt: Was sagt das über die Qualität des neuen Kaders aus?

Wenn ein Spieler innerhalb von zwei Jahren bei Würzburg vom ProB-Leistungsträger zum BBL- und BCL-Starter geworden ist, sich dabei nicht erkennbar massiv verschlechtert hat – und dieser Spieler jetzt möglicherweise nur noch 11./12. Mann ist –, dann ist das schon ein ziemlich starkes Zeichen für mehr Tiefe.

Heißt nicht, dass der Kader insgesamt besser geworden ist. Da müssen Colbert, Tischler, Jones usw. erstmal in Pflichtspielen liefern. Aber zumindest auf den Forwardpositionen könnte genau das der Unterschied zum Vorjahr sein.

2025/26 musste ein noch unfertiger 21-Jähriger 24 BBL-Spiele und 15 BCL-Spiele starten. 2026/27 könnte derselbe, inzwischen erfahrenere Spieler Schwierigkeiten haben, überhaupt in die Zehnerrotation zu kommen.

Wenn sich das in den Pflichtspielen bestätigt, wäre das für Skladanowski persönlich natürlich eine schwierige Entwicklung.

Für die Bewertung des Würzburger Kaders wäre es aber eher ein ziemlich positives Zeichen.
 
Als ich den neuen Kader gesehen habe, dachte ich mir gleich, dass das eng wird für Skladanowski. Ich habe auch in der zweiten Hälfte der letzten Saison keine Weiterentwicklung bei ihm gesehen (die Schwächen wurden oben schon alle genannt). Und ich habe schon früher geschrieben, dass ich da (wie einige andere hier auch) Petric inzwischen davor sehe. Vielleicht wäre für ihn auch ein Jahr Pro A, wo er Verantwortung übernehmen muss, ganz hilfreich.
 
Ich habe mir Skladanowskis Entwicklung in Würzburg nochmal etwas genauer angeschaut.

Als er 2024 nach Würzburg kam, war er erstmal ein Akademirspieler. Vorher Bayern II, dann ein Jahr in Spanien.

In seiner ersten Würzburger Saison hat er in der ProB dann einen ziemlich deutlichen Schritt gemacht: rund 31 Minuten, 14,6 Punkte, 8,1 Rebounds und 2,8 Assists. Dazu Spiele mit 24, 27 oder in den Playoffs 19 Punkten. Gleichzeitig war aber schon damals das Thema Shooting sichtbar: nur rund 25 Prozent von der Dreierlinie und auch die Freiwurfquote war nicht wirklich gut. In der BBL kam er 2024/25 zwar elfmal zum Einsatz, aber im Schnitt nur knapp vier Minuten. Das war im Grunde noch „reinschnuppern“.

Der Sprung im letzten Jahr war dann schon erheblich. Aus dem ProB-Leistungsträger wurde plötzlich ein echter BBL-Rotationsspieler. 37 BBL-Spiele, 24 Starts. In der Champions League startete er sogar in allen 15 Einsätzen. Filipovski hat ihm also nicht einfach ein paar deutsche Minuten zugeschoben, sondern ihn über Monate bewusst als Starter auf der Vier eingesetzt.

Das sollte man bei der jetzigen Diskussion nicht vergessen. Seine Entwicklung in Würzburg war zunächst eindeutig positiv: ProB-Spieler, BBL-Kaderspieler, BBL/BCL-Starter innerhalb eines Jahres.

Nur kam danach offenbar der schwierigere Teil der Entwicklung.

Denn seine Rolle wurde größer, seine Produktion aber nur bedingt. Am Ende standen in der BBL etwa 4,1 Punkte und 3,2 Rebounds in 15,5 Minuten. Inside und beim Rebound konnte er durchaus helfen, aber der Wurf entwickelte sich nicht zu der erhofften Waffe: nur rund 24 Prozent Dreier. Für einen 2,01-Meter-Forward, der auf der Vier eher undersized ist und auf der Drei offensiv wenig Creation mitbringt, ist genau das irgendwann ein Problem.

Und interessant ist: Schon gegen Ende der letzten Saison sah man erste Anzeichen, dass Filipovski bei wichtigen Spielen nicht mehr ganz so selbstverständlich auf ihn als Starter setzte. Muenkat lief ihm zunehmend den Rang ab.

Seine Hierarchie begann offenbar schon während der letzten Saison etwas zu kippen.

Gleichzeitig würde ich daraus aber auch keinen Rückschritt ableiten. Dafür hatte er gerade im Frühjahr noch einige gute Spiele. 12 Punkte in Jena waren sein damaliges BBL-Career-High, gegen Hamburg kamen später 10 Punkte und 7 Rebounds dazu und im ersten Playoffspiel in Bonn machte er 8 Punkte und brachte genau die Dinge ein, die ihn auszeichnen: Offensivrebounds, Energie, Cuts, Athletik.

Er hat sich in Würzburg stark entwickelt – aber zuletzt nicht mehr schnell genug im Verhältnis zur Entwicklung des Kaders.

Letztes Jahr bestand die Vier im Wesentlichen aus Skladanowski/Muenkat, teilweise Pjanic. Jetzt steht dort mit Colbert ein Spieler, der als echter PF verpflichtet wurde und offensiv deutlich mehr Möglichkeiten bietet. Tischler kann die Vier ebenfalls spielen und bringt nachgewiesene BBL-Defense mit. Pjanic ist weiter da und bietet als 3/4er mehr Shooting und Erfahrung. Auf der Drei nimmt Jones zusätzliche Minuten. Später kommt noch Ogunsipe hinzu.

Skladanowski muss nicht mehr beweisen, dass er besser ist als ein anderer Nachwuchsspieler. Er muss Filipovski einen Grund geben, einen von Colbert, Tischler oder Pjanic weniger spielen zu lassen.

Deshalb sind die 3:20 Minuten gegen Kirchheim ein klares Zeichen. Das war ein enges 45-Minuten-Spiel, Würzburg lag zweistellig hinten und wollte das Ding am Ende offensichtlich gewinnen. Wenn er selbst da kaum auf dem Feld steht, ist das ein deutliches Indiz dafür, wo er aktuell in der Hierarchie steht.

Die College-Geschichte würde ich dabei nicht komplett wegwischen. Es ist durchaus denkbar, dass Würzburg im Sommer länger nicht wusste, ob er bleibt und deshalb unabhängig von ihm geplant hat. Dann kommt er zurück und stellt fest: Seine bisherigen Minuten sind inzwischen anderweitig vergeben. Das wäre für mich aber keine „Abstrafung“, sondern schlicht die Konsequenz daraus, dass ein Profikader weitergebaut werden musste.

Und damit komme ich eigentlich zu dem für mich spannendsten Punkt: Was sagt das über die Qualität des neuen Kaders aus?

Wenn ein Spieler innerhalb von zwei Jahren bei Würzburg vom ProB-Leistungsträger zum BBL- und BCL-Starter geworden ist, sich dabei nicht erkennbar massiv verschlechtert hat – und dieser Spieler jetzt möglicherweise nur noch 11./12. Mann ist –, dann ist das schon ein ziemlich starkes Zeichen für mehr Tiefe.

Heißt nicht, dass der Kader insgesamt besser geworden ist. Da müssen Colbert, Tischler, Jones usw. erstmal in Pflichtspielen liefern. Aber zumindest auf den Forwardpositionen könnte genau das der Unterschied zum Vorjahr sein.

2025/26 musste ein noch unfertiger 21-Jähriger 24 BBL-Spiele und 15 BCL-Spiele starten. 2026/27 könnte derselbe, inzwischen erfahrenere Spieler Schwierigkeiten haben, überhaupt in die Zehnerrotation zu kommen.

Wenn sich das in den Pflichtspielen bestätigt, wäre das für Skladanowski persönlich natürlich eine schwierige Entwicklung.

Für die Bewertung des Würzburger Kaders wäre es aber eher ein ziemlich positives Zeichen.
Wow, du scheinst ein echter Basketball-Kenner zu sein (ohne jede Ironie gemeint!). Deine Beiträge sind absolut fundiert und sprechen mit Sicherheit viele Leute an.
Mir persönlich sind sie für ein Fan-Forum aber zu lange. Aber das ist nur meine Meinung und du bist mit Sicherheit eine Bereicherung hier!
 
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