Außerhalb Deutschlands - wo "alles wegklammern" gleich als "intelligentes" Boxen gilt - erinnert sich wohl kaum jemand an Maske. Es wurde hier schon geschrieben, er hat einfach keine relevanten Spuren hinterlassen. Weder war sein Boxen interessant, noch seine Matchups, noch seine Kämpfe überhaupt. Vielleicht bis auf den ersten Rocky- und den Hill-Fight, die er ja auch beide verloren hat, wenn auch offiziell nur den zweiten. Und, ja, Williams war ein guter Boxer, für den Maskes Stil, wie Gladio schon schrieb, eben pures Gift war - trotzdem, er hat ihn geschlagen, sein wohl einziger relevanter Sieg. Aber wenn man sich allein die 90er ansieht, wer da alles im LHW in der Weltspitze war, und wenn man nur Toney, Hopkins oder RJJ nennt, da kommt man ja nicht auf die Idee, sich zu fragen: Hätten die wohl gegen Maske bestanden? Wie will er sich nur schon gegen die drei Genannten, oder auch auch 'nur' gegen Griffin, zum Sieg klammern? Der hat ja, außerhalb Deutschlands, nie in solchen Gedankenspielen stattgefunden. Selbst Graziano war oder ist, historically, relevanter. Maske hatte innerhalb Deutschlands eben diesen Hype - 'reiner' Deutscher, im Vergleich zu Graziano und Dariusz, Saubermann-Image, Weltmeister - da konnte man jeden Kampf als bedeutendes Ereignis inszenieren und hatte zugleich die Garantie, dass schon nichts 'Schlimmes' passieren würde, entweder durch die günstige Beziehung zu den Punktrichtern oder weil Maske seine ebenfalls günstig ausgewählten Gegner mürbeklammern würde. So waren seine Kämpfe eben sportive Benzo-Substitute, die einen in tiefen Schlummer versetzt hätten, wäre man nicht wachgehalten worden von den engagierten Kommentatoren, die einem jede belanglose Aktion als Highlevel-Boxing angedreht haben. Jeder, der vom Amateur- ins Profiboxen wechselt, muss sich einen neuen Umgang mit den dort härteren Schlägen erarbeiten - Ottke hat dafür den Hasen in sich entdeckt, Maske den Klammeraffen. Das reicht m.E. nicht für einen prominenten Slot in den Geschichtsbüchern des Boxens.