Wrestling-History


Blayde

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Interessant zu lesen. Wurde Wrestling nicht gerade dadurch gerettet und cool, dass man das Kinderfernsehen mit Gimmicks und ohne gute Athleten beendet hat. Wie sagt Eric Bischoff immer: Man musste anders sein als die WWF und hat das dadurch versucht, ein realitsnäheres Produkt auf die Beine zu stellen. nWo als Heels statt bösen Clowns oder Russen. Dazu mega gute Athleten und gutes Wrestling in der Undercard. Und geschlagen werden konnte dies nur durch die ebenfalls an Erwachsene gerichtete Attitude-Ära. Geil gemachte Gimmicks wie Kane konnten und können natürlich dennoch funktionieren.
Und das sag ich als jemand, der Glacier, Mortis und Wrath gefeiert hat und total gehofft hat, dass Mordecai durch die Decke gehen würde, zudem bei Wrestlemania 2000 immer mit Brood- und Gangrel-Musik gespielt hat. Ein Hurricane Helms würde auch in jegliches Produkt passen. Aber wie viele Talente hat die WWE schon zerstört, weil die nicht ihr Ding durchziehen durften als quasi sie selbst, sondern irgendein dummes Gimmick verpasst bekommen haben?

Leider ist das große Geld anscheinend bei Kindern durch den ganzen Merchandise usw. zu machen, für die man plötzlich nur noch farblose Superhelden wie Cena oder Reigns präsentieren kann. Nicht mal FU darf man seinen Finisher noch nennen :crazy:

AEW scheint jetzt auch an Erwachsene gerichtet zu sein durch ernstere Stories + gutes Wrestling.

Und klar hat man mittlerweile gefühlt alles gesehen, was vorstellbar ist an verrückten Spots. Aber lieber habe ich diese Jahre mit offener Kinnlade innovative Aktionen gesehen als niemals. Am vorigen Produkt ohne diese Spots hatte man sich doch genauso satt gesehen, nur schon lange vorher.

Als ich damals reiner WWE-Zuschauer war und die ersten Highlight-Videos von TNA und ROH gesehen habe, dachte ich nur "Wow, das muss ich sehen". Und ein Ricochet mit seinen Lucha Underground Highlights hat mir fast dasselbe Gefühl auch vor ein paar Jahren noch geben können.
 

Masmiseim

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Die Bewertung ist und bleibt einfach schwer, weil man ja irgendwie ein "Kind" seiner Zeit ist.
Mal ganz abgesehen davon, dass eine technische Bewertung immer schwer ist, weil das ganze eben nicht "echt" ist.
Aus meiner verklärten Sicht heraus ist ein Banzai Drop von Yokozuna immer noch kurz vorm Tod, während eine 8fache Schraube eines Lightweights vom dritten Seil eher Kunstturnen ist :)
Heute ist es eben so, dass selbst die Midcarder technisch eine besserers Match abliefern wie Hogan vs Warrior - aber trotzdem fehlt mir was.
Andereseits kann man das auch nicht mehr zurückdrehen, denn das wäre auch bescheuert: Reigns, der Trucker gegen Cena, den Verkehrspolizisten wäre total gaga.
 

Blayde

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Monster Heels kann es ja immer noch geben. Ebenso mega over Face vs mega over Face Dreammatch und Unstoppable Force vs Immovable Object. Der Royal Rumble zum Beispiel lebt doch immer noch von den Momenten, wo sich plötzlich zwei gegenüber stehen, die man so vorher nie gegeninander gesehen hat und die aus irgendeinem Grund einfach ein cooler Showdown sind.

Das klassische Gut gegen Böse ging mir auch schon als kleines Kind auf den Sack. Ich fand das so unrealistisch und künstlich und wollte auch mal Face vs Face sehen und Heel vs Heel und nicht, dass die sich zusammentun, nur weil sie beide den Guten oder Bösen spielen. Ganz schlimm, wie anders sich Wrestler plötzlich verhielten nach nem Turn. Nicht umsonst werden viele Heels/Tweener total beliebt und werden einfach nur langweilig nach ihrem Faceturn. Turns können natürlich auch einen positiven, frischen Wind für einen Wrestler bringen, aber dieses starre Festhalten an klassischen Face- und Heel-Rollen hab ich nie verstanden.
 

Masmiseim

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Das klassische Gut gegen Böse ging mir auch schon als kleines Kind auf den Sack. Ich fand das so unrealistisch und künstlich und wollte auch mal Face vs Face sehen und Heel vs Heel und nicht, dass die sich zusammentun, nur weil sie beide den Guten oder Bösen spielen. Ganz schlimm, wie anders sich Wrestler plötzlich verhielten nach nem Turn. Nicht umsonst werden viele Heels/Tweener total beliebt und werden einfach nur langweilig nach ihrem Faceturn. Turns können natürlich auch einen positiven, frischen Wind für einen Wrestler bringen, aber dieses starre Festhalten an klassischen Face- und Heel-Rollen hab ich nie verstanden.
Ja, diese Heel gegen Face Logik fand ich auch doof. Vor allem, weil man meistens wenn ein Face Face Match "drohte" zwanghaft noch irgendein Interview etc produzierte, wo sich die beiden nochmal streiten mussten, nur damit es Stress gibt.
Einzig der Royal Rumble hatte oft Momente, wo die ganze Sache mal für 3 Moves vergessen werden konnte.
Für mich persönlich war aber der Colour Commentary immer das schlimmste - aber ich war ja seinerzeit auch RTL2 geschädigt. Das Referees irgendwie zu doof sind, offensichtliche "Fouls" zu erkennen, konnte ich noch akzeptieren, aber dass selbst Leute mit Fernsehbild blind waren, blieb mir lange ein Rätsel :crazy:
 

Rafvela

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Public Viewing in Tokio im Jahr 1954:



Das Publikum verfolgt einen Kampf von Rikidozan und Masahiko Kimura gegen Ben und Mike Sharpe um die Tag-Team-Weltmeisterschaft des San-Francisco-Territoriums. Später im Jahr besiegte Rikidozan seinen Partner Kimura, um erster Japanischer Schwergewichtsmeister der JWA zu werden. Ein Titel, den er nie mehr verlor und der nach seinem Tod auch nie wieder ausgekämpft wurde.


 

Wandersmann

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Interessant zu lesen. Wurde Wrestling nicht gerade dadurch gerettet und cool, dass man das Kinderfernsehen mit Gimmicks und ohne gute Athleten beendet hat.
Naja, heute hat man dann eben langweilige Athleten in normalen Sporthosen, die in der Halle rumspringen und Erwachsenen verkaufen wollen, es handle sich um reale Wettkämpfe und Rivalitäten, obwohl jeder weiss, dass das Ganze eine Art Seifenoper mit Ring ist. Irgendwie lächerlich.
 

Wandersmann

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Das klassische Gut gegen Böse ging mir auch schon als kleines Kind auf den Sack. Ich fand das so unrealistisch und künstlich und wollte auch mal Face vs Face sehen und Heel vs Heel und nicht, dass die sich zusammentun, nur weil sie beide den Guten oder Bösen spielen. Ganz schlimm, wie anders sich Wrestler plötzlich verhielten nach nem Turn. Nicht umsonst werden viele Heels/Tweener total beliebt und werden einfach nur langweilig nach ihrem Faceturn. Turns können natürlich auch einen positiven, frischen Wind für einen Wrestler bringen, aber dieses starre Festhalten an klassischen Face- und Heel-Rollen hab ich nie verstanden.
Ich finde es eher unrealistisch, wenn Faces ganz plötzlich und völlig sinnfrei auf einmal Heels werden. Leute wie Seth Rollins wechseln gefühlt alle paar Monate ihre Rolle und das völlig ohne logischen Grund und Anlass. Genauso wie Daniel Bryan mal eben ganz plötzlich zum Heel wird und dann nach ein paar Monaten wieder der alte Face. Hä?

Ich habe das Gefühl, früher gab es das viel seltener. Dass ein Bösewicht sich hin und wieder zum Guten entwickelte, das gab es schon. Aber dass einer der grossen Faces auf einmal zum absoluten Heel mutierte, kann ich mich ehrlich gesagt nicht so wirklich dran erinnern.
 

Lucatoni14

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Für mich ist auch das Hauptproblem, das ich keinen Grund mehr habe jemanden anzufeuern. Klar, als kind geht das immer, da war ich auch Cena, Mysterio Fan etc.

Nur heutzutage kommt ein Aleister Black, der ja meinetwegen gut worken kann und keine sau weiß wofür er steht. Ja guckt böse und setzt sich nach Siegen hin. Gesehen und vergessen. Ein Mcyntire hat zb fast das gleiche Problem, der ist aber in seinem Erscheinungsbild einfach ne krasse Nummer. Riesig, athletisch, klasse Finisher. Dem kauf ich das für ne Zeit auch so ab als WHC.

Deswegen würde ich Wyatt als meinen Liebling momemtan beschreiben in der WWE, das Fiend Gimmick spricht mich aufgrund des Bookings und des Looks nicht an, aber der Entrance alleine ist schon ME Material. Dazu kommt das man merkt da hat einer Ideen und stellt was dar. Ein echtes Gimmick halt, früher Sektenführer/heute Schizo.

Ein Rollins konnte zb den weinerlichen Heel perfekt spielen, fande ich. Auch als Face wäre der gut, wenn man ihn einfach nur zeigen lassen würde was er ist, nämlich ein Weltklasse Wrestler und das in den Vordergrund stellen würde, Angle mäßig. Das hat man auch kolossal versiebt.

Ein Jericho macht eine Promo und die interessiert mich einfach, Wyatt ebenfalls(meistens). Das kann man einfach von zu wenigen Wrestlern behaupten. Wenn ich schon sehe was für ein Aufbau Luke Harper bei AEW bekommt und dann lässt man den mit so einer Ring Gear rumlaufen, da könnte ich wirklich heulen. Da lach ich mich eher tod bevor ich Angst kriege.
 

Wandersmann

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Ein Rollins konnte zb den weinerlichen Heel perfekt spielen, fande ich. Auch als Face wäre der gut, wenn man ihn einfach nur zeigen lassen würde was er ist, nämlich ein Weltklasse Wrestler und das in den Vordergrund stellen würde, Angle mäßig. Das hat man auch kolossal versiebt.
Aber was ist daran interessant? Rollins hat ja im Prinzip gar kein Gimmick. Er ist einfach der normale, langweilige Typ von nebenan, der in einem normalen, langweiligen Sportoutfit ein paar Moves im Ring macht. Dazu jede Menge Gelaber am Mikro. Kann ich nicht begreifen, was einen Zuschauer daran begeistern sollte.
 

Lucatoni14

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Ja, da hab ich den Widerspruch schon beim Schreiben bemerkt:D. Rollins war halt extrem over eine Zeit, das waren ein Cesaro oder Ziggler aber auch. Vielleicht lieg ich da auch daneben, das ihn so ein Gimmick liegen würde bzw zum guten face machen würde, ne andere hätte ich aber auch nicht. Das ist bei Faces aber auch wirklich schwer.
 

Rafvela

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Der Weltmeister im Schwergewicht Danno O'Mahoney wird bei seiner Rückkehr in seine irische Heimat frenetisch empfangen:


1935 hatte der junge Danno O'Mahoney mit nur 22 Jahren die Weltmeisterschaft der National Wrestling Association mit einem sensationellen Sieg über den legendären Jim Londos gewonnen und wenig später noch mit dem Weltmeistertitel der AWA aus Boston vereinigt.

1936 verlor O'Mahoney den Titel überraschend an den Deutschen Dick Shikat, als dieser sich nicht an die vorher getroffenen Absprachen hielt und gegen den unerfahrenen Iren shootete. Fortan herrschte unter den amerikanischen Promotern keine Einigkeit mehr darüber, wer der rechtmäßige Weltmeister sei. Dies war die Geburtsstunde der amerikanischen Territorialzeit, da sich die Promoter fortan weniger vertrauten und lieber auf regionalere Programme und auf eine Vielzahl eigener Weltmeisterschaften setzten.

 
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Don Dronson

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Und da behaupten ernsthaft welche, Rafvelas Beiträge hätten keinen Wert...in einem Historischen Wrestling Thread...
 

CM DOOM

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Aber was ist daran interessant? Rollins hat ja im Prinzip gar kein Gimmick. Er ist einfach der normale, langweilige Typ von nebenan, der in einem normalen, langweiligen Sportoutfit ein paar Moves im Ring macht. Dazu jede Menge Gelaber am Mikro. Kann ich nicht begreifen, was einen Zuschauer daran begeistern sollte.

Zur Zeit hat Rollins ein Messias-Gimmick.
 

Rafvela

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Die legendäre Mildred Burke durfte sich spätestens mit ihrem Sieg über Clara Mortensen im Januar 1937 als unangefochtene Weltmeisterin des Damen-Wrestlings ansehen. Sie dominierte die Szene bis in die 50er Jahre.



1953 ging Burke die Vormachtstellung nach einem Skandalkampf gegen June Byers verloren. Den Titelwechsel erkannte sie aus guten Gründen nicht an und bezeichnete sich fortan als Weltmeisterin der von ihr gegründeten WWWA (World Women's Wrestling Association). Zwar trat Mildred Burke 1956 vom aktiven Ringgeschehen zurück, allerdings organisierte sie in den frühen Siebziger Jahren Tourneen ihrer Schützlinge ins ferne Japan. 1970 übergab sie ihren WWWA-Titel an Marie Vagnone, die den Titel in Japan prompt an Aiko Kyo verlor.



Fortan war die WWWA-Weltmeisterschaft der höchste Titel, den man bei All Japan Women's Pro Wrestling gewinnen konnte, der bedeutendsten Damenliga, die es je im Pro-Wrestling gab. Da der Titel einen neuen Gürtel mit schickem roten Leder erhielt, wurde dieser auch einfach liebevoll als "The Red Belt" bezeichnet. Im Laufe der Jahrzehnte gewannen die größten Namen des japanischen Damenwrestlings diesen Titel, wie beispielsweise Jaguar Yokota, Chigusa Nagayo, Lioness Asuka, Akira Hokuto, Bull Nakano, Aja Kong oder Manami Toyota. Die letzte Titelträgerin war schließlich Nanae Takahashi, als All Japan Women's Pro Wrestling im Jahr 2006 für immer seine Pforten schloss.



Dass man sich für Nanae Takahashi als letzte Championess entschied, war für den Titel letztlich ein Glücksfall. Im Jahr 2011 war Takahashi nämlich bei der Gründung von World Wonder Ring Stardom involviert, der bis heute dominierenden Joshi-Liga. Takahashi konnte sich in einem Turnier direkt die neue World of Stardom-Championship sichern, die in Tradition der alten WWWA-Weltmeisterschaft ebenfalls durch einen roten Gürtel repräsentiert wird. Die letzte WWWA-Championess wurde also die erste Stardom-Championess, sodass das Vermächtnis Mildred Burkes bis zum heutigen Tag in würdiger Form weitergetragen wird.



 
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Angliru

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Ich mach gerade immer mal weiter mit der Attitude Era, inzwischen am Beginn des Jahres 1999 angekommen. Es bleibt dabei - alles, was im Main Event ist, ist großartig, der Rest durchschnittlich bis belanglos, teilweise auch vollkommen übel. Die Mid- und Undercard ist größtenteils einfach grauenhaft.

Austin vs McMahon, Mankind vs Rock und die Ministry sind wirklich absolut sehenswert, beim Rest schämt man sich teilweise die Augen aus dem Kopf. Wobei ich bei Gillberg schon heftig lachen musste :clowns:.

Interessant, dass es zu der Zeit bei WCW genau andersherum aussah. Wrestlerisch ist der Main Event mit Goldberg, Nash & Co. wirklich schlimm, dafür hat man Jericho, Rey, Eddie, Benoit etc. in der Midcard, die dort reihenweise klasse Matches hingelegt haben.
 

Spree

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Interessant, dass es zu der Zeit bei WCW genau andersherum aussah. Wrestlerisch ist der Main Event mit Goldberg, Nash & Co. wirklich schlimm, dafür hat man Jericho, Rey, Eddie, Benoit etc. in der Midcard, die dort reihenweise klasse Matches hingelegt haben.
Ja die Midcard war richtig stark in der WCW. Vorallem so Leute wie Psychosis, Juventud Guerrera, La Parka, Rey, Eddie, Jericho, Benoit, usw. haben einen immer wieder begeistert. Auch Raven habe ich gefeiert, war echt viel Talent dort. Main Event meist eine Lachnummer was einfach am super Ego Hulk lag. Nash, Jarrett, etc. waren mMn auch mega langweilig. Die ersten 1-2 nWo/Wolfpack Jahre waren richtig gut, danach reines durcheinander. Goldberg war Austin-Abklatsch in schlimmerer Form, Bret wurde verhunzt, Sting war mMn der einzig wirklich starker Gimmick (änlich wie Taker in der WWE).

Gegen Ende war das nur noch ein Ego-Zirkus. Der World Title wurde wie ein Spielzeug umhergereicht, teils doppelt pro Abend, einfach nur peinlich. Die Höhe war Vince Russo und David Arquette. Der Untergang war vorprogrammiert. Schade um Booker T., sein langsamer Aufstieg war stark und mehr als verdient. In der WWE ging er dann ein wenig unter aber bekam immerhin gute Fehden gegen Rock und Austin.
 
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