Beleidigung von Fußballer Özil: NPD-Pressechef droht Klage
(AFP) – Vor 20 Stunden
Berlin — Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwägt rechtliche Schritte gegen den NPD-Pressesprecher Klaus Beier wegen dessen Angriffen auf den türkischstämmigen Nationalspieler Mesut Özil. Der DFB werde den Fall in enger Abstimmung mit Özils Verein Werder Bremen sowie dem Spieler selbst juristisch prüfen lassen, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger dem Berliner "Tagesspiegel". Beier hatte am Dienstag in einer Fernsehsendung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) erklärt, Özil sei "ein Plaste-Deutscher, sprich ein Ausweis-Deutscher".
"Wir sind stolz darauf, dass Mesut Özil deutscher Nationalspieler ist", sagte Zwanziger. Der DFB wünsche sich ein freies, tolerantes und selbstbewusstes Land, in dem kein Platz für nationalistisches Denken und Rassismus ist. Die Staatsanwaltschaft Potsdam teilte mit, sobald ein Strafantrag eingehe, werde ein Ermittlungsverfahren gegen Beier eingeleitet. In Justizkreisen hieß es nach Angaben des Sport Informations Dienstes (SID), die Äußerung Beiers über Özil sei "durchaus als Beleidigung zu werten".
NPD-Mann Beier war bereits im April vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Hetze gegen den dunkelhäutigen Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela (Borussia Dortmund) zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.