Auch die etwas aufgesetzt wirkende, nebenbei abgehandelte Liebesgeschichte hätte man sich sparen können.
Das war keine aufgesetzte und nebenbei abgehandelte Liebesgeschichte, sondern seine einzige Motivation überhaupt was gegen seinen Zustand zu tun. Er hat all diese Dinge nur für seine Ehe getan, weil der Rest ihn tot sehen wollte. Und als sich heraustellte, dass es 3 Jahre werden, hat er quasi am Rad gedreht.
Dazu kommt noch die extrem unsymphatische Hauptfigur (wobei ich davon ausgehe, dass das gewollt war) sowie das Gefühl, der Film will einem soziale Probleme gern mit dem Holzhammer nahebringen
Die Entwicklung der Hauptperson war sicherlich beabsichtigt, aber meiner Meinung nach ein Fehler.
Der Holzhammer ist auch etwas groß und schwer.
District 9
District 9 funktioniert für mich wie ein schöner, aber leicht bitterer Kuchen. Zu viele gravierende Dinge haben mich gestört. Trotzdem ist es ein handwerklich ausgezeichneter Film in einem nahezu toten Genre.
Mein Hauptkritikpunkt ist die Charakterzeichnung aller Personen. Alle Personen stammen aus Stereotypentüte und sind nahezu lächerlich überzeichnet. Zum einen der vollkommen wahnsinnige PMC Koobus, der evilische Vater, die Hoffnung Tania, und dann der besessene Bandenführer. Jeder einzelne lässt sich mit einem Satz umschreiben. All diese Charaktere würden sich nicht beißen, wenn da die Hauptperson nicht herausstechen würde. Eine Person die nahezu am Realismus grenzt. Feige, karrieregeil, unentschlossen, überfordert und nicht eindeutig gut oder böse. Eine so realistische Person verträgt sich nicht in einem Universum voller Stereotypen. Dementsprechend hab ich mich schon einige mal über diesen Charakter geärgert, wie unentschlossen er sich verhielt (spoiler:
Er schlägt Christopher Johnson KO, aus Wut über die 3 Jahre, steigt dann vollkommen überfordert ins Flugzeug um es dann in den Sand zusetzen...oder steigt in den Mecha, der sich als perfekte Killermaschine herausstellt um dann reflexartig seine Haut zu retten nur um dann einige Sekunden später zu merken, dass er doch einen Freund hat, für den er sein Leben aufs Spiel setzen will. Vielleicht auch in der Hoffnung, doch noch gerettet zu werden.) wohingegen andere Menschen das personifizierte Böse sind (spoiler:
Koobus stellt sich alleine gegen den Mecha, obwohl links und rechts seine Kameraden sich blitzartig in Blut auflösen oder der vollkommen karrieregeile Schwiegervater ohne Gewissen, der über Leichen geht.)
Dieser Film harmoniert für mich nicht, ist aber an sich trotzdem sehenswert. Darum..
Fazit:
8/10