Sowas hier ?
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=z5t4HoND6fk#t=509
Dieser Kampf zeigt was für ein Techniker Klitschko war, und hätte sein können. Steward hat es ihm abgewöhnt weil er kein Vertrauen in diese Art Boxen hatte, der hat ihn zu einer Null-Fehler-Maschine gemacht die nur Jab und 1-2 kann.
Du erkennst aber hoffentlich auch gleichzeitig warum diese Neuausrichtung für Steward bzw. Wladimir zwingend notwendig war. Wenn man Stewards sonstige Trainerkarriere nachverfolgt erkennt man sehr schnell, dass er eigentlich überhaupt kein Anhänger dieser systematisch risikovermeidenden Angsthasen Boxphilosophie war. Seine sonstigen Schützlinge wie Hearns, McClellan oder Lewis waren allesamt echte Killer, die den Gegner nicht zum Faustfechten eingeladen haben sondern möglichst früh überwältigen und KO schlagen wollten. Es gibt auch etliche Pausenansprachen von Steward bei unterschiedlichen Boxern, wo auffällt, dass er seine Boxer immer wieder ermutigt offensiv zu sein und den Gegner zu überwältigen indem man selbst aktiv wird. (Bsp. Klitschko-Chambers 2010)
Steward hat Wladimir nach dem Brewster Debakel massiv umgepolt weil es rückblickend damals zu risikoreich war derart offensiv zu boxen wie zu UBP Zeiten, wenn man bescheidene Nehmerfähigkeiten wie Klitschko hat. Obwohl es anno 2004 schon recht dünn aussah im Schwergewicht gab es noch einige robuste B-Level Puncher, die für Wladimir mit seinem Hurra-Stil eine echte Gefahr gewesen wären (Brewster, Peter, Ibragimov, Briggs...). Auch in dem von dir verlinkten Kampf konnte man an einigen Stellen gut erkennen wie offen Klitschko damals geboxt hat. ZB als Old Mercer ihn mit nem Jab gerockt hat. Wenn er so weitergemacht hätte, wie zu UBP Zeiten hätte er einige eindrucksvollere Siege auf dem Konto gehabt. Tür und Tor für weitere KO Niederlagen hätten aber gleichzeitig sperrangelweit offen gestanden und das hätte ihn wahrscheinlich früher oder später die Karriere gekostet.
Imo ist es offensichtlich, dass Steward Wladimir vor dem Brewster Kampf auf die Lennox Schiene bringen wollte. Kontrollierte Aggressivität aus der Ringmitte, Infight meiden durch Distanzkontrolle oder notfalls Abklammern, Chancen und Deckungslücken beim Gegner auch frühzeitig und unter eigenem Risiko ausnutzen. Wladimir kämpfte damals nicht sehr viel anders als unter Sdunek, lediglich mit ein paar Adjustments wie zb das Abklammern und der aufrechtere Stand . Das ging dann gegen Brewster halt in die Hose weil Wladimir offensiv unclever und zu maßlos war und der Gegner auch noch stand, als er ihm 4 Runden lang sein gesamtes Arsenal um die Ohren gehauen hatte und auf einmal selber mitschlug, womit Wladimir gar nicht mehr klarkam, nachdem er sich selber verausgabt hatte.
Man muss hier nicht argumentieren ala "was hätte aus Klitschko werden können wenn etc." Er WAR genau dieser Boxer für etliche Jahre und ist damit mehrmals auf die Nase gefallen, weil es an Ringinstinkt und Härte mangelte um damit auch auf höchstem Level konstant erfolgreich zu sein. Steward war ein absoluter Glücksgriff und hat Wladimir die Möglichkeiten und Werkzeuge gegeben um risikooptimiert und erfolgorientiert seine Karriere fortführen zu können.