Mit dem Argument "was soll der abgebende Verein denn mit dem Geld anfangen?" kann ich wenig nun wieder sehr wenig anfangen, weil es kein Argument ist. Immerhin hat der Verein die Möglichkeit, was mit dem Geld zu tun. Ob jetzt Star oder zwei Potenzialspieler, ob Schuldentilgung oder Stadionausbau ist doch egal. Wenn er mit dem Geld Mist baut, ist es sein Problem. Aber beim ablösefreien Wechsel hat der Verein gar nichts.
Dann hab ich mich evtl. unklar ausgedrückt, denn das war gar nicht mein Argument. Mein Punkt war nämlich folgender: Warum entscheiden sich so viele Spieler - wie jetzt evtl. Goretzka - freiwillig (!) für den FCB? Hier geht es mMn nicht nur um die offensichtlichen Argumente (beste Aussicht auf Titel, immer CL, usw. usf.) sondern auch an den "etablierten Strukturen in der Vereinsführung". Was ich damit sagen will: Ich finde es wahnsinnig schade, dass es so viele Traditionsvereine in Deutschland gibt, die auch oder v.a. auf Grund eine katastrophalen Managements bzw. Vereinsführung da unten rum dümpeln. Wieviele Trainer hatte S04 denn in den letzten Jahren? Wie oft wurde die Richtung grundlegend geändert? In diese Kategorie fallen doch viele deutsche Vereine. So, und ich denke eben, dass das in den Augen vieler Spieler auch für einen Wechsel zum FCB spricht. Denn wenn ein Spieler zum Tabellenzweiten der BL wechselt, dann könnte das in den letzten Jahren Schalke, Wolfsburg, Hoffenheim, Leipzig, Dortmund, Leverkusen usw. gewesen sein. Mit der Ausnahmen von Dortmund - und vielleicht Leipzig - sehe ich da nirgends wirkliche Kontinuität. Heißt der Spieler hat das Risiko, dass er zu einem gefeierten BL-Team mit CL-Platz wechselt und innerhalb von 3 Jahren implodiert der ganze Laden und man findet sich in der unteren Tabellenhälfte wieder. Und genau dieses Risiko ist beim FCB eben extrem gering. D.h. nicht das ich das bewerten will. Ich kann aber die wechselwilligen Spieler einfach verstehen.
Es geht einfach darum, dass Bayern ganz bewusst versucht diese Topspieler anderer Vereine ablösefrei abzuwerben. Damit schwächen sie nicht nur die "nationale Konkurrenz", sondern hinterlassen gleichzeitig maximalen Schaden,
Gut, aber das läuft doch leider bei uns bis hinunter in die Dorfklasse so, oder? Der jeweilige Tabellenprimus versucht sich immer mit den besten Spielern der unter ihm stehenden Vereine zu verstärken. Das kann man ätzend finden. Was Bayern jetzt da aber von allen anderen Vereinen unterscheiden soll, kann ich nicht sehen. Außer natürlich, dass aufgrund der Tatsache dass Bayern ganz oben steht, sich
alle darüber aufregen können, wohingegen bei anderen Wechseln dieser Art - sagen wir im Tabellenmittelfeld - es den darüber stehenden Mannschaften - und damit deren Fans - einfach egal ist.
Ablösefreie Wechsel bei Spielern dieser Klasse kommen in aller Regel gar nicht zu stande, weil die Vereine sie rechtzeitig verkaufen, wenn der Spieler keinen Willen zeigt zu verlängern. Möglich wird sowas allerdings hin und wieder, wenn der Spieler schon in Kontakt zu einem Verein steht und der ihm glaubhaft versichert ihm eine entsprechende "Entschädigung" zu zahlen, wenn der Spieler darauf besteht den Vertrag auslaufen zu lassen.
Hm. Kannst du diese These mit irgendwelchen Statements zB von Spielern belegen? Ich finde es aus Spieler sich nämlich absolut nachvollziehbar, seinen Vertrag auslaufen zu lassen, um dann die für sich beste Entscheidung zu treffen. Welchen Vorteil hätte es denn für Goretzka gehabt, seinen Vertrag bei Schalke vorzeitig zu verlängern? So ist er flexibler, kann selber entscheiden wo er hin will und muss nicht, für den Fall, dass er von Schalke wegwollte erst mal auf einen Verein hoffen, der 80 Millionen zahlt. Also, rein aus Spielersicht kann ich das 100% nachvollziehen.