Dennis neigt glaube ich schnell zum abheben wenn es ein paar Spiele gut läuft. Ich hoffe aber dass er erkennt dass es im Prinzip seine letzte Chance ist in der NBA zu verbleiben.
Beim letzten mal dachte man wohl er könnte ein Team auch mal tragen wenn LBJ verletzt ist, was halt überhaupt nicht der Fall war. Er kann aber schon auch starten oder eben als Mikrowelle von der Bank punkte liefern.
Was mir aber bei der EM aufgefallen ist, dass er bei jedem Screen komplett hängen bleibt. Aber ansonsten nervt er seine Gegenspieler schon recht ordentlich in der Defense
In der Vergangenheit war das tatsächlich ein Problem bei ihm und bei der EuroBasket hat sich das nicht verändert. Allgemein finde ich, dass er defensiv vergleichbar zu Westbrook ist, in der Hinsicht, dass er individuell und in 1 gegen 1 Situationen aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen sehr stark verteidigen kann. Von sowas lässt man sich als Zuschauer dann auch gern beeindrucken, wenn er seinem Gegenspieler hinter der Dreierlinie ordentlich Druck machen kann. Aber wie bei Westbrook ist das Problem vielmehr seine Einstellung, die sich eben zeigt, wenn er viel zu häufig an Screens hängen bleibt oder OffBall aus dem Schema herausbricht um eigenständig Plays zu machen oder zu dirigieren. In der Nationalmannschaft eben auch nicht selten zu sehen, wie er irgendwelche Pre-Switches ausführen wollte, die offensichtlich überhaupt nicht Teil des defensiven Konzepts waren, die Mitspieler das überhaupt nicht verstanden haben und dann als Konsequenz ein freier Shooter zwei Punkte eintütete, während Dennis seinen Mitspielern erklärt, was er gerade machen wollte.
Schröder variiert, wenn das vom Platz her möglich ist, durchaus richtig zwischen Hinterlaufen des Blocks (wobei man zwangsweise den Wurf hinter dem Block aufgibt) und Umlaufen. Wenn Spieler besonders gefährlich sind, das Umlaufen auszunutzen weil man für einen Moment und bei schnellem Tempo bis zum Abschluss mit einem Mann Überzahl spielt, dann muss man eigentlich grundsätzlich Hinterlaufen und den Wurf abgeben. Das machen eher alle anderen Deutschen immer falsch. Schröder bleibt an einem Moving Screen oder einer ausgestreckten Hand hängen, was ein Foul ist aber oft nicht gepfiffen wird. Das treudoofe Umdackeln des Blocks und Aufgabe der Penetration nervt mich eigentlich immer wenn ich das sehe, Schröder hinterläuft wenigstens wenn er es merkt und den Platz hat zu Hinterlaufen (sprich, keine 2-Mann-Wand da steht).
Das sehe ich ganz anders. Heutzutage ist es überhaupt keine Option mehr einfach unter Screens im PnR durchzugehen. Bei der EuroBasket ist das noch nicht ganz so schlimm, und schon gar nicht wenn Diaz dein Gegenspieler ist. Aber in der NBA ist das, außer wenn der Ballhander ein Non Shooter wie etwa Gary Payton II ist, keine defensive Strategie mehr, sondern einfach Faulheit oder schlechte Technik. Bei manchen Verteidigern kann die Strategie noch besser funktionieren, die sind dann groß und können dann sowohl Drive als auch Wurf trotzdem noch contesten. Aber ein Spielertyp wie Schroeder kann gar nichts mehr machen, wenn der Ballhander zum Wurf hochgeht. Selbst den Zug zum Korb kann man ihm nicht wegnehmen, weil er mit Tempo auf den stehenden Verteidiger zuläuft, und da fehlt Schroeder einfach die Lower Body Strength.
Kein NBA Team läuft regelmäßige Schemes, wo der Verteidiger unter den Screens durchgeht. Du hast schon recht, dass eine Überzahl entsteht, wenn der Defender oben drüber geht. Genau dafür ist aber eine Help-Defense da, angefangen beim Defender des Ballscreeners, der entweder absinkt oder eben höher aufnimmt. Die restlichen Verteidiger verlagern auf die Ballseite, teilweise in der Gap, teilweise aus der Weakside, je nach Konzept. Die richtig guten OnBall Verteidiger schaffen es dann trotz des Screens den Vorteil ganz rauszunehmen, was bei guter Umsetzung nicht immer klappt, aber im Notfall dann eben zu minimieren. Dafür auch der immer modernere Begriff der Screen Navigation. Wenn man an die besten Wing Defender denkt, Leute wie Paul George oder Herb Jones, die versuchen stehts sich klein zu machen und die Hüfte so zu bewegen, dass sie zwischen den Screener und den Ballhander kommen.
Einzige wirkliche Ausnahme ist Jrue Holiday, der sich wirklich oft komplett gegen das Schulbuch unter einem Screen abdreht (also tatsächlich mit 360 Grad Drehung), aber dies auch wirklich gewählt macht, wenn die Action noch viel zu weit vom Korb stattfindet. Bei jedem Rescreen der anschließend kommt, geht auch er über den Block.