fancyklopädist
Nachwuchsspieler
- Beiträge
- 28
- Punkte
- 13
Was den meisten Beobachtern dieses Kampfes aufstößt ist, dass sich Eifert drei Jahre an diesem Interim Titel der IBF festgekrallt hat und im Endeffekt mehr Schadensprävenzion betrieben hat als alles andere.
Den Punkt z.B. verstehe ich gut, dass man darüber tendenziell leicht abgefuckt ist. Er (bzw sein Team) hat sich von der Aussicht auf den Shot gegen Bivol in eine, wie du so schön und sehr treffend sagst, "Schadensprävention" reinmanövrieren lassen. Ich finde das zwar tatsächlich sehr nachvollziehbar, dass man eine Riesenchance von diesem Kaliber nicht gefährden will, aber es hemmt halt auch - nicht nur die eigene Entwicklung, auch den Sport selber. Die Wirkung nach außen war, wie vielleicht auch die nach innen, mindestens sehr unglücklich.
Wenn man eine einmalige Chance im Leben erhalten hast, musst man alles gegen was man hat. Selbst wenn es den KO bedeutet hätte.
Hier würde ich aber sagen, dass das, no front, leicht gesagt, aber schwer getan ist. Dieses Mindset, sich ohne weiteres in einen möglichen bzw wahrscheinlichen Knockout reinzupowern, hat nicht jeder und gerade nach dem Knockdown in der ersten Runde wird ein solches Mindset zusätzlich gehemmt. Ich kann mir vorstellen, dass er den Kampf anders bestritten hätte und vielleicht wirklich mehr so, wie du es beschreibst, wenn es diesen superfrühen Knockdown nicht gegeben hätte. Danach, glaube ich, wollte er sich erst mal konsolidieren, einzwei Runden solide bestehen, aber dann kam er eben nicht mehr zurück in so ein Killer-Mindset. Vielleicht kann man ihm das wirklich vorwerfen. Aber ich kann auch verstehen, weshalb ihm das nicht gelungen ist. Gerade ab Kampfmitte, als Bivol ein bisschen mehr gezeigt hat, muss es mental für ihn superzermürbend gewesen sein, diesen signifikanten Qualitätsunterschied in fast jeder Aktion am eigenen Leib zu erfahren: er trifft mich, wann er will, ich treffe ihn nicht. Da baut sich dann, wenn man solche Situationen nicht gewohnt ist, eine Hemmung auf, die man nur schwer wieder rauskriegt.