O-Scoring: Dmitrii Bivol vs. Michael Eifert | WBA, IBF und The Ring-Titelkampf im Halbschwergewicht | DAZN u. YouTube


fancyklopädist

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Was den meisten Beobachtern dieses Kampfes aufstößt ist, dass sich Eifert drei Jahre an diesem Interim Titel der IBF festgekrallt hat und im Endeffekt mehr Schadensprävenzion betrieben hat als alles andere.

Den Punkt z.B. verstehe ich gut, dass man darüber tendenziell leicht abgefuckt ist. Er (bzw sein Team) hat sich von der Aussicht auf den Shot gegen Bivol in eine, wie du so schön und sehr treffend sagst, "Schadensprävention" reinmanövrieren lassen. Ich finde das zwar tatsächlich sehr nachvollziehbar, dass man eine Riesenchance von diesem Kaliber nicht gefährden will, aber es hemmt halt auch - nicht nur die eigene Entwicklung, auch den Sport selber. Die Wirkung nach außen war, wie vielleicht auch die nach innen, mindestens sehr unglücklich.

Wenn man eine einmalige Chance im Leben erhalten hast, musst man alles gegen was man hat. Selbst wenn es den KO bedeutet hätte.

Hier würde ich aber sagen, dass das, no front, leicht gesagt, aber schwer getan ist. Dieses Mindset, sich ohne weiteres in einen möglichen bzw wahrscheinlichen Knockout reinzupowern, hat nicht jeder und gerade nach dem Knockdown in der ersten Runde wird ein solches Mindset zusätzlich gehemmt. Ich kann mir vorstellen, dass er den Kampf anders bestritten hätte und vielleicht wirklich mehr so, wie du es beschreibst, wenn es diesen superfrühen Knockdown nicht gegeben hätte. Danach, glaube ich, wollte er sich erst mal konsolidieren, einzwei Runden solide bestehen, aber dann kam er eben nicht mehr zurück in so ein Killer-Mindset. Vielleicht kann man ihm das wirklich vorwerfen. Aber ich kann auch verstehen, weshalb ihm das nicht gelungen ist. Gerade ab Kampfmitte, als Bivol ein bisschen mehr gezeigt hat, muss es mental für ihn superzermürbend gewesen sein, diesen signifikanten Qualitätsunterschied in fast jeder Aktion am eigenen Leib zu erfahren: er trifft mich, wann er will, ich treffe ihn nicht. Da baut sich dann, wenn man solche Situationen nicht gewohnt ist, eine Hemmung auf, die man nur schwer wieder rauskriegt.
 

Gladio

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hat nicht jeder und gerade nach dem Knockdown in der ersten Runde wird ein solches Mindset zusätzlich gehemmt.
Das sagt aber auch viel aus über Eifert als Kämpfer. Klar jeder Combatsportler verdient den Respekt den Mut zuhaben im Ring zu stehen. Das ist mit 10oz Handschuhen und ohne Kopfschutz, eine Herausforderung für sich. Aber hier trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen.

Champions wie Patterson, Froch, Bam Rodriguez, Inoue und Calzaghe haben sich alle aufgerafft und sind front foot gegangen.

Gerade ab Kampfmitte, als Bivol ein bisschen mehr gezeigt hat, muss es mental für ihn superzermürbend gewesen sein, diesen signifikanten Qualitätsunterschied in fast jeder Aktion am eigenen Leib zu erfahren
Ich verstehe deinen Blickwinkel gut. Aber das war nunmal auch ein WM Fight. Das absolute Gegenbeispiel hatten wir vor zwei Wochen mit Wardley vs. Dubois. Wardley war, bis auf seinen right Overtophook Powershot, genauso unterlegen wie Eifert gegen Bivol.
 

timeout4u

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Bivol ist ein Betrüger und ein Blender: da bekommt er so eine einfache Pflichtverteidigung mit mehr Ringrost als er selbst geschenkt, die er ohne grosse Vorbereitung einfach im Vorbeigehen als Sparring wegklatschen kann. Und was macht er? Lässt die Pfeife einfach stehen. Tut gar nichts für seine Legacy. Braucht doch nur front foot gehen. Stattdessen Angst vor Eiferts Wattebausch-Alibischlägen oder gar heimlich eine Millionengage als Wette auf seinen eigenen Punktsieg platziert. Dabei sollte das Ziel eines jeden p4p-Champions sein, das zahlende Publikum zu begeistern, schwache Gegner kurzrundig auszuknocken, die p4p-Klasse zu zeigen, das eigene Image aufpolieren, Werbung für sich zu machen etc. etc. :rolleyes::clowns:
 

fancyklopädist

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Das sagt aber auch viel aus über Eifert als Kämpfer. Klar jeder Combatsportler verdient den Respekt den Mut zuhaben im Ring zu stehen. Das ist mit 10oz Handschuhen und ohne Kopfschutz, eine Herausforderung für sich. Aber hier trennt sich dann auch die Spreu vom Weizen.

Champions wie Patterson, Froch, Bam Rodriguez, Inoue und Calzaghe haben sich alle aufgerafft und sind front foot gegangen.


Ich verstehe deinen Blickwinkel gut. Aber das war nunmal auch ein WM Fight. Das absolute Gegenbeispiel hatten wir vor zwei Wochen mit Wardley vs. Dubois. Wardley war, bis auf seinen right Overtophook Powershot, genauso unterlegen wie Eifert gegen Bivol.

Würde ich an und für sich komplett so unterschreiben, vielleicht nur mit dem Nachsatz: Du zählst da (oben) natürlich lauter Weltklasseboxer auf - alle P4P-Kaliber, die ihr Selbstbewusstsein krass aus ihrem Talent, ihrem Skillset, ihrer Power schöpfen konnten & können. Das trifft ja auf Eifert, bei allem Respekt vor ihm, nicht zu. Das soll kein Widerspruch zu deinem Punkt sein - gerade weil du Froch nennst: wohl nicht ganz so talentiert wie die, die du namentlich um ihn postiert hast (und trotzdem natürlich eine andere Welt als Eifert), aber halt mit 'nem Avenger-Mindset vor dem Herrn. Und bei Wardley würde ich zmd einwerfen wollen, dass er Dubois eben 2x mal am Boden hatte, das erste Mal auch sehr früh; das heißt, er konnte den ganzen Kampf über, wie unterlegen er auch war, immer von der Perspektive zehren: Ich kann ihn umhauen. Eine Perspektive, die sich für Eifert in keiner Sekunde ergeben hat. Aber, wie gesagt, kein Kontra - weil es natürlich stimmt, dass Eifert diese Rücksichtslosigkeit auch gegen sich selbst gegen Bivol nicht bewiesen hat. Ich glaube nur, man konnte das auch kaum erwarten - der großen, einmaligen Möglichkeit zum Trotz; er hätte ja urplötzlich ein anderer werden müssen, als er ist. Aber, ja - gewünscht hätte man sich natürlich, dass er es rigoroser zumindest versucht. Er ist sehr bei dem geblieben, wo er sich sicher fühlte, und hat es (auch mental) nicht geschafft, über sein Limit zu gehen. Wenn man davon etwas enttäuscht ist, das kann ich verstehen.
 
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