Der Weg ins Finale 2002: Saudi Arabien, Irland, Kamerun, Paraguay, USA, Südkorea. Gegen keines dieser Teams hat man souverän oder auch nur halbwegs souverän gewonnen, außer gegen die absolute Schießbude.
Von sechs WM-Spielen bis zum Finale alles Spiele zu null gewonnen. Nur ein einziges Gegentor. Das ist eine Leistung, die nur wenige vorweisen können. Im Fußball zählen diese Ergebnisse, das ist kein Schönheitswettbewerb. Oder um es mit Rudi Völler zu sagen: Wer Samstag-Abend-Unterhaltung will, soll halt "Wetten dass" gucken und nicht Fußball.
Und wie gesagt, was die Qualität der Gegner anging, muß man sich vor 2006 überhaupt nicht verstecken. Die Gruppe war 2002 mit Irland und Kamerun deutlich stärker als 2006 mit Equador und Polen. 2006 hatte man nur Argentinien und Italien als namhafte Gegner. Gegen Italien hat man verdient verloren und gegen Argentinien sich nur mit Ach und Krach ins Elfmeterschießen gerettet. Dagegen hatten wir 2002 den WM-Gastgeber als Gegner, die starken Amerikaner, die Defensivspezialisten aus Paraguay und im Finale Brasilien, wo wir sogar bis zum Rückstand wirklich gut ausgesehen haben und durchaus verdient hätten in Führung gehen können.
Also kurz gesagt: Diese platte Erzählung, 2002 hätten wir ja nur gegen Gurkentruppen gespielt, während wir 2006 der Weltelite das Fürchten gelehrt hätten, ist halt totaler Unsinn.