Es ist ja prinzipiell keine schlechte Charaktereigenschaft, wenn man ein guter Verlierer ist. Es wĂ€re im Ăbrigen auch noch zu beweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen den Spitzergebnissen von WeiĂflog und Thoma und ihrem Zorn nach schlechten Ergebnissen gibt.
Stoch springt aber noch einmal von seinen FĂ€higkeiten her in einer ganz anderen Liga. Er ist eigentlich auch ein Ausnahmespringer, den wir nicht haben. Auch eine Sache, die man noch einmal anfĂŒhren sollte. Auch in Prevc sehe ich groĂe AnsĂ€tze eines Ausnahmetalents.
Eigentlich habe ich in der Vergangenheit oft gewisse Parallelen zwischen Severin Freund und Kamil Stoch gesehen. Beide waren eigentlich nicht die klassischen Supertalente, die scheinbar mĂŒhelos Topergebnisse einspringen, beide haben sich ihre Ergebnisse lang und hart erarbeitet (ich will damit nicht sagen, dass anderen die Ergebnisse zugeflogen seien). Beide haben ihren ersten Weltcupsieg vergleichsweise spĂ€t gefeiert (Stoch war Ă€lter als Freund). Und beide waren danach eigentlich verlĂ€ssliche Springer, die hin und wieder aufs Podest sprangen und in seltenen FĂ€llen sogar gewinnen konnten. Beide standen im Schatten ihrer groĂen VorgĂ€nger.
Aber dann kam das letzte Jahr - das Jahr, in dem Stoch den Weltmeistertitel erringen konnte. Eigentlich war das erst sein Durchbruch, denn seitdem gewinnt er wesentlich hĂ€ufiger, und jetzt ist ihm mit dem Olympiasieg sogar etwas gelungen, was sein groĂer VorgĂ€nger nie geschafft hat.
Wie gesagt: Vorher habe ich viele Parallelen zwischen Severin Freund und kamil Stoch hat. Aber bei Severin ist eben dieser letzte Knoten noch nicht geplatzt.
Ob das an einer falschen Absprungtechnik liegt, wie Hans-Georg Aschenbach sagt, kann ich nicht beurteilen. Allerdings... ist Aschenbach nicht derjenige, der vor ein paar Wochen sinngemÀà gesagt hat, Frauen gehören an den Herd und nicht auf die Schanze? Insofern wĂŒrde ich seine Aussagen natĂŒrlich mit Vorsicht genieĂen.