đŸ‡ŻđŸ‡” An die Japanfans


bisti21

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Mir war sofort klar, dass die Passage mit dem Ausbuhen Widerspruch auslösen wĂŒrde.
Ich fand seine Formulierungen, ehrlich gesagt, auch sehr stark, aber ich meine, man muss ihm zugestehen, dass er Ausbuhen erlebt hat und sich das als eine Erfahrung eingeprÀgt hat, aufgrund der Unerwartetheit vielleicht stÀrker, als es in der RealitÀt war.
Wir sollten das respektieren.


Kasai ist in den letzten Jahren ja eher ein Publikumsliebling in Europa geworden, der sogar extra Beifall bekommt.
Ich respektiere das vollkommen, und ich will ihm auch gar nicht widersprechen. Er sagt das sicher nicht ohne Grund. Ich war lediglich irritiert, weil ich das persönlich tatsÀchlich nicht mitbekommen habe.
 

Marti

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Kasai ist in den letzten Jahren ja eher ein Publikumsliebling in Europa geworden, der sogar extra Beifall bekommt.
WĂŒrde sogar fast soweit gehen und sagen, dass er bei den Kollegen und den Fans vielleicht nationenĂŒbergreifend sogar der Beliebteste ist, aufgrund seiner Persönlichkeit und Liebe zum Sport.

Funakis Empfindungen finde ich aber definitiv nachvollziehbar und auch schlĂŒssig, eben gerade auch in der Anfangszeit seiner Karriere und er wird das auch nicht exklusiv so empfunden haben japanischer seits.
 

sj44

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Mir ist es auch nie aufgefallen, dass japanische Springer ausgebuht worden wĂ€ren. Und wenn es sowas gegeben haben sollte, dann dĂŒrfte das nie so heftig gewesen sein wie bei anderen Gelegenheiten. Da sind EuropĂ€er weit schlimmer miteinander umgegangen. Das hat sich allerdings aber auch gebessert.
 

Benjamin

Zahlenfreund
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„WĂ€hrend die europĂ€ischen Springer in FĂŒnfsternehotels ĂŒbernachteten, waren wir in billigen Quartieren untergebracht. Man wies uns fĂŒnf- bis sechsstöckige HĂ€user ohne Aufzug zu. Wie es heutzutage ist, weiß ich nicht, aber damals war das fĂŒrchterlich. Es gab allerdings auch Springer anderer LĂ€nder, die noch schlimmere Quartiere hatten als wir.“

Außerdem geht um RegelĂ€nderungen, die er damals selbst erlebt hat und die nachteilig fĂŒr Japan waren. Zuerst natĂŒrlich die 146 Prozent-Regel, mit der körperlich große Springer einen Vorteil bekamen, aber auch so etwas, dass der Abstand der beiden Rillen in der Anlaufspur ebenfalls auf große Springer ausgerichtet war und kleinere Schwierigkeiten damit hatten, weil die KraftĂŒbertragung schlechter war.

FĂŒr ihn ebenfalls nachteilig war, dass er dadurch, dass die Flughaltung nicht mehr wie zuvor in die Haltungsnoten einfloss, Punkte einbĂŒĂŸte. Vorher hatte er immer ĂŒber die Haltungsnote viele Punkte holen können (bestes Beispiel 5 mal 20 in Nagano).
Bei den Regelfragen ist fĂŒr mich der Vergleich schwer, weil ich nicht mehr weiß, wie die Regeln vorher genau waren.

FĂŒr mich ist es - sicher auch, weil ich es gewohnt bin - beispielsweise vollkommen klar, dass man einen kleinen leichten Springer nicht genau so lange Ski springen lĂ€sst wie eine großen etwas schwereren, weil der kleinere dadurch im VerhĂ€ltnis eine grĂ¶ĂŸere Auftriebskraft erfahren wĂŒrde. Daher halte ich es fĂŒr fair, die SkilĂ€nge von der KörpergrĂ¶ĂŸe abhĂ€ngig zu machen. Aus meiner Sicht wurde dadurch also eher ein Vorteil, den die kleineren Springer zuvor hatten, abgeschafft. Die Erfolge von Springern wie Adam Malysz oder Stefan Kraft auch lange nach der EinfĂŒhrung dieser Regel zeigen ja auch, dass kleinere Springer auch spĂ€ter noch wettbewerbsfĂ€hig waren.

Dass er den Abstand der Rillen erwĂ€hnt, finde ich interessant. Dass der eine Rolle spielt, habe ich tatsĂ€chlich erst diese (oder war es doch die letzte?) Saison mitbekommen, als man eine ErklĂ€rung dafĂŒr gesucht hat, warum dem kleinen Stefan Kraft die Schanze in Garmisch-Partenkirchen nicht gut liegt.

Auch bei der Flughaltung mĂŒsste man etwas genauer wissen, wie sie vorher und nachher eingeflossen ist. Denn meines Wissens wird sie ja nach wie vor - auch heute noch - bewertet.
 

Lazergirl

EFF #3
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Ich habe das auch nie bewusst erlebt, dass japanische Springer ausgebuht wurden. Groß angefeuert wurden sie aber auch nicht. Das war von den meisten Zuschauern an der Schanze jahrzehntelang eher eine "GleichgĂŒltigkeit" ihnen gegenĂŒber. Sind halt dabei, aber nicht so wichtig. Ich wĂŒrde nicht sagen, dass es Rassismus war. Eher Desinteresse, auch weil sie immer unauffĂ€llig waren. Eigentlich konzentriert sich das Interesse an jeder Schanze doch immer auf die einheimischen Athleten. Bzw auf die Polen, weil deren Fans ĂŒberall hinpilgern. Mittlerweile bekommen aber auch japanische Springer mehr Aufmersamkeit finde ich. LĂ€ngst nicht mehr nur Kasai. Der hat fĂŒr seine Kollegen durch sein Auftreten viel zu einer positiveren Wahrnehmung japanischer Springer generell beigetragen. Auch ein Nakamura kommt mittlerweile gut an bei den Skisprungfans vor Ort.
 

sj44

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Nun ich kann ich auch dunkel dran erinnern, dass die Limitierung der SkilĂ€nge nach der KörpergrĂ¶ĂŸe auch den GrĂ¶ĂŸeren die Chance geben sollte, vorne mitzumischen. In diesem Zusammenhang wurde immer Goldberger genannt, dem diese Regel auch Nachteile brachte. Aber bei Goldberger wars vielleicht dann doch etwas komplexer, dass er nicht mehr ganz so erfolgreich war, wie in den ersten Jahren.
Die einzige Quelle, die ich gefunden habe, sagt, dass dies 1998 gewesen sein soll. Allerdings war die beiden Jahre zuvor Peterka Gesamt-WC-Sieger und der hat mehr als 1,80 Meter. Funaki wurde 2. und Widhölzl mit 1,80 Meter Dritter. Außerdem waren sind Funaki und Kasai mit ca. 1,75 Meter grad auch nicht so klein. Kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass die der Rillenabstand so sehr leistungsmĂ€ĂŸig geschadet hat.
Bei Okabe sehe ich das Argument ein. Den hat es da sicher voll erwischt. LĂ€sst sich auch anhand seiner Leistungen nachvollziehen.
Und was auch stimmt: Die DurchschnittsgrĂ¶ĂŸe bei den Spitzenspringern wurden 1998/99 doch ein wenig höher. Aber unter den Top 5 waren noch drei Japaner und in den Top 10 vier. Sie waren also Ă€hnlich erfolgreich wie die Saison zuvor. Andererseits waren die vier Kleinsten in den Top 10 alles Japaner.
Den Leistungsabfall in den Jahren danach kann man aber dann nicht mehr auf die KörpergrĂ¶ĂŸe zurĂŒckfĂŒhren. Da kamen dann Malysz und Ammann.

Bei den Damen haben wir sowie einen starken Überhang von Springerinnen, die nicht einmal 1,60 cm groß sind.
 
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Hakuba

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Daher halte ich es fĂŒr fair, die SkilĂ€nge von der KörpergrĂ¶ĂŸe abhĂ€ngig zu machen.
Das war es auch vorher schon: Körperhöhe plus 80 cm.
Das Ergebnis der 146 Prozent-Regel war, dass beispielsweise ein 1,68 m großer Springer seine Skier um 3 cm kĂŒrzen musste, ein 1,80 m großer bekam 3 cm dazu. FĂŒr Funaki Ă€nderte sich nichts, aber seine grĂ¶ĂŸeren Konkurrenten waren nun besser dran. Neben Goldberger traf es ĂŒbrigens auch Simon Ammann sehr stark, der auf dem Weg nach oben gewesen war und nun ziemlich zurĂŒckgeworfen wurde. Bei Okabe traten tatsĂ€chlich psychische Belastungen auf.

Auch bei der Flughaltung mĂŒsste man etwas genauer wissen, wie sie vorher und nachher eingeflossen ist.
Funaki nennt die Armhaltung. Bewegungen mit den Armen in der Luft wurden wohl nicht mehr abgezogen. Seine ruhige Armhaltung war damit kein Pluspunkt mehr.

Die einzige Quelle, die ich gefunden habe, sagt, dass dies 1998 gewesen sein soll.
Die Änderung trat nach der Nagano-Saison 1998 in Kraft.
Bei der WM 1999 konnte Japan noch mal bei den Medaillen zuschlagen, u. a. weil sich noch nicht alle, die jetzt lÀngere Skier hatten, perfekt an sie gewöhnt hatten.
Danach rutschte Team Japan ab, aber selbstverstÀndlich nicht nur aufgrund dieser Regel. Es begann die Zeit der extrem mageren Springer, die Materialschlacht nahm Fahrt auf (bei der Japan meist nur hinterherlief) und in Japan versÀumte man es, den Sprungstil zu modernisieren.
 

Hakuba

J-Fan
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Ich habe mich heute gewundert, dass es nicht Sakuyama ist, der abwinkt, und nachgeschaut.
Es ist KinjÎ Yoshiki, der zum Trainerstab gehört.
Er ist Jahrgang 1994, in Okinawa geboren, also einer Gegend, in der es niemals Schnee gibt, kam aber als Kind nach Hokkaido und war auch SchĂŒler in Shimokawa, wo er mit dem Springen anfing. Von 2017 bis 2019 trainierte er dort die Kinder, von 2019 bis 2021 war er Firmentrainer und Assistenztrainer bei den Juniorinnen. Von 2022 bis 2023 absolvierte er, unterstĂŒtzt vom Japanischen Olympischen Komitee, ein Auslandsstudium in Österreich, die Schwerpunkte seiner Ausbildung waren
- Coaching zur Verbesserung der Sprungtechnik
- durchgÀngiges System zur Kaderentwicklung von Junioren bis Erwachsenen
- Programme zur Trainerausbildung
plus BeschÀftigung mit Trainingsinhalten.


Neulich gab es in einem anderen Thread eine Diskussion wegen fehlender Englischkompetenz; ER versteht vermutlich nicht nur Englisch, sondern auch Deutsch!
 
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Hakuba

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Es war keine einfache Saison fĂŒr unser Team, aber den Abschluss in Planica haben sie mit richtig schönen FlĂŒgen gemeistert. Sie können mit einem guten GefĂŒhl in die Olympiavorbereitung gehen, aber natĂŒrlich erst, wenn sie sich erst einmal richtig erholt haben. Im Norden kommt die KirschblĂŒte erst noch, die werden sie genießen können, dazu gibt es endlich wieder leckeres japanisches Essen und - am allerwichtigsten wahrscheinlich - das Zusammensein mit der Familie.

Unser erfolgreiches Team von heute:

Team.GIF

Foto: Reuters/Kyodo
 

Marti

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Im Norden kommt die KirschblĂŒte erst noch, die werden sie genießen können
Ist die bei RyƍyĆ« in Iwate eigentlich schon gestartet? Ja bei den Jungs und MĂ€dels aus Hokkaido steht sie erst noch an.
Edit: gerade mal geschaut, in Iwate soll es am 18.4 losgehen

Und ja endlich wieder gutes Essen :D
 

Hakuba

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Ist die bei RyƍyĆ« in Iwate eigentlich schon gestartet? Ja bei den Jungs und MĂ€dels aus Hokkaido steht sie erst noch an.

Und ja endlich wieder gutes Essen :D

RyĂŽyĂ» springt ja noch dieses Event in Zakopane mit, aber er sollte die KirschblĂŒte in der PrĂ€fekturhauptstadt Morioka miterleben können. Die VollblĂŒte ist fĂŒr den 16. April avisiert. (Ich wĂŒrde gern mit ihm feiern! :))
 

sj44

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Morioka - alpine Ski-WM 1993. Was der FIS massive Kritik einbrachte. In Japan hĂ€tte es wirklich einige geeignetere Orte gegeben. StĂ€ndige Wetterkapriolen, Absagen und Verschiebungen und den Super-G musste man ĂŒberhaupt streichen. Habe noch in Erinnerung, dass angeblich ein reicher Japaner sein Skigebiet promoten wollte.
 

Marti

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Auf jedenfall werden in Iwate mit die feinsten japanischen Sportler produziert...
RyĂŽyĂ» Kobayashi und mit Shohei Ohtani der japanischen Superstar schlechthin
 
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