🇯🇵 An die Japanfans


Hakuba

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Bei starkem Aufwind bis zu 25 Minuspunkten fanden heute die Miyasama Games auf der Großschanze ihren Abschluss.

Damen
1. Miyajima Ringo
2. Nakayama Nagomi
3. Iwasa Haruka

Herren
1. Kobayashi Junshirô
2. Satô Keiichi
3. Takehana Daimatsu
4. Takeuchi Taku
5. Yamamoto Gô
6. Kasai Noriaki (der den Wind zum Fürchten fand!)

Bei den Schülern gewann Mori Taiyô vor Okabe Rintarô und Sasaki Seigo.

 

Hakuba

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Beim größten japanischen Firmenteam Snow Brand wurden Posten neu vergeben.

Itô Daiki, bisher Coach, steigt zum Teamtrainer/Teamdirektor auf. Diesen Posten hatte bisher Sakano Yukio, der nun ausscheidet. Außerdem steigt Harada Yûmu als neuer Coach ein.

Oberster Chef bleibt Okabe Takanobu, auch Harada Masahiko bleibt als Berater dem Team erhalten.

 

Marti

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Ich weiß nicht ob es hier schonmal gepostet wurde.
Sara ist Mitinitiatorin eines Projekts das sich mit denen Themen Förderung von Umweltschutz und der Bewahrung des Wintersports unter dem Einfluss des Klimawandels einsetzt.


 
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Funaki1998

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Beim größten japanischen Firmenteam Snow Brand wurden Posten neu vergeben.

Itô Daiki, bisher Coach, steigt zum Teamtrainer/Teamdirektor auf. Diesen Posten hatte bisher Sakano Yukio, der nun ausscheidet. Außerdem steigt Harada Yûmu als neuer Coach ein.

Oberster Chef bleibt Okabe Takanobu, auch Harada Masahiko bleibt als Berater dem Team erhalten.

What will be Yukio Sakano next year ? We need more trainers in Japan.
What is Masahiko's role in the ski japan association ?
 

Funaki1998

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As for Kenzo Ogiwara, he is from Shimokawa ski club and his father is the mayor of Nagano. I don't understand why he is in Shimokawa ?
 

Hakuba

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What will be Yukio Sakano next year ? We need more trainers in Japan.
What is Masahiko's role in the ski japan association ?

There was nothing written about Sakano. Only that he is about to leave Snow Brand.

Harada is the head of the Ski Association of Japan (SAJ).

As for Kenzo Ogiwara, he is from Shimokawa ski club and his father is the mayor of Nagano. I don't understand why he is in Shimokawa ?
As did Okabe Rintarô he left home to enter the famous Shimokawa school. For Rintarô it is not so far away but for the young Ogiwara it must have been quite a decision. Let's hope this will become a success story.
 

Hakuba

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Nikaidô:
"Auch bei anderen als Norwegern habe ich schon gedacht, dass der Anzug wohl eher zu groß ist."
"Über die letzten Jahre haben wir die Situation, dass man nicht weiß, ob es sich um absichtliche Irregularitäten handelt oder nicht."

Sakuyama zu der neuen Bestimmung, dass nur noch ein Anzug benutzt werden darf:
"Wir machen alles so wie vorher auch. Uns als Team Japan kommt das sogar eher entgegen."

 

Hakuba

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In der führenden japanischen Sportzeitschrift "Sports Graphic Number" (meist nur "Number" genannt) gibt es ein langes Interview mit Funaki Kazuyoshi, das auch online in vier Teilen zu lesen ist.
Es geht um seine damalige aktive Zeit, aber auch darum, was er jetzt macht.
In gut einem Monat wird er 50.

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Fotos: Jiji und Sato Wataru

Er erzählt, wie er ausgebuht wurde.

„In Europa gibt es bei Wettkämpfen mehrere zehntausend Zuschauer, auch wenn es nicht so viele sind, sind es immer noch zehntausend, von denen ich dann einstimmig ausgebuht wurde.“
Für die mächtigen Länder ist es eine Sportart, die sie sehr ausgeprägt als ihr Eigentum wahrnehmen und auf die sie stolz sind. Das Ausbuhen eines Springers, der als Nichteuropäer dabei ist, ist ein Beweis dafür, dass man sein Können anerkannte.
„Als Reaktion darauf wollte ich noch mehr ausgebuht werden, es war so eine provokante Einstellung, die ich annahm. Ich dachte, wenn die alle buhen, dann steigt die Temperatur und es käme Thermik auf, was positiv für mich ist. Es ist eine Tatsache, dass Springer weiter springen, wenn es laut ist. Auch wenn in meinem Fall nur Buhrufe waren, dachte ich: ‚Macht noch mehr davon!‘“


Er spricht über ein „Auswärtsgefühl“, das er hatte.

„Ich habe das gespürt, seit ich das erste Mal im Ausland war. Es war so, als wollte man dort nicht, dass ein Asiat gewinnt. In Japan wird jemand genauso angefeuert, wenn er kein Japaner ist, z. B. ein Yokozuna beim Sumô. Im Ausland nimmt man kein Blatt vor den Mund. Bei Ländern, die in ihrer Geschichte einmal Krieg gegeneinander geführt haben, ist das richtig schlimm.“
„Aus der Überzeugung heraus, dass Europa die Heimat dieses Sports ist, kommt es unweigerlich dazu, dass starke Athleten aus anderen Regionen nicht willkommen sind. Das betrifft nicht nur Skispringer, auch andere Sportler haben berichtet, diese Erfahrung gemacht zu haben.“

Er nennt ein Beispiel.

„Während die europäischen Springer in Fünfsternehotels übernachteten, waren wir in billigen Quartieren untergebracht. Man wies uns fünf- bis sechsstöckige Häuser ohne Aufzug zu. Wie es heutzutage ist, weiß ich nicht, aber damals war das fürchterlich. Es gab allerdings auch Springer anderer Länder, die noch schlimmere Quartiere hatten als wir.“

Außerdem geht um Regeländerungen, die er damals selbst erlebt hat und die nachteilig für Japan waren. Zuerst natürlich die 146 Prozent-Regel, mit der körperlich große Springer einen Vorteil bekamen, aber auch so etwas, dass der Abstand der beiden Rillen in der Anlaufspur ebenfalls auf große Springer ausgerichtet war und kleinere Schwierigkeiten damit hatten, weil die Kraftübertragung schlechter war.

Für ihn ebenfalls nachteilig war, dass er dadurch, dass die Flughaltung nicht mehr wie zuvor in die Haltungsnoten einfloss, Punkte einbüßte. Vorher hatte er immer über die Haltungsnote viele Punkte holen können (bestes Beispiel 5 mal 20 in Nagano).

Es kam auch vor, dass Japan über Regeländerungen erst informiert wurde, wenn die neue Saison begann und sich die Springer dann an Ort und Stelle umstellen mussten, während die Europäer bereits seit Monaten mit dem neuen Material trainierten.

Beispiel:
„Auf den Anzügen für die Olympischen Spiele in Turin 2006 war eine japanische Flagge und das Wort JAPAN aufgedruckt. Das war unter Hitze aufgepresst worden, wodurch an dieser Stelle die Luftdurchlässigkeit geringer war. Man war davon ausgegangen, dass diese Stelle nicht Gegenstand der Kontrolle wäre. Jedoch wurde bei einem Weltcup vor den Spielen, an dem Japan nicht teilnahm, erklärt, dass auch diese Stellen der Kontrolle unterlägen. Somit hatte Japan davon keine Kenntnis.

Man hat nun in aller Eile mit einer Nähmaschine Löcher in diese Stellen gemacht. Fast wäre es dazu gekommen, dass man disqualifiziert wird.“

Er sieht aber auch Versäumnisse in Japan, weil, aufgrund dessen, dass im Skispringen auf Deutsch kommuniziert wird, erst alle Informationen genau übersetzt werden müssen, bevor sie an die Sportler weitergegeben werden. Und das dauerte zu lange.

Er wurde nur einmal disqualifiziert. Das war im Sommer, als Schweiß in den Anzug eingedrungen ist und ihn verhärtet hat, so dass die Luftdurchlässigkeit nicht passte. Danach hat man die Regel geändert und im Sommer die Luftdurchlässigkeit nicht mehr nachgemessen.

„Ich gehörte als Mitarbeiter dem Firmenteam des Herstellers Descente an, da kam eine Disqualifikation überhaupt nicht in Frage. Es wäre unverzeihlich gewesen, den eigenen Ausrüster mit Dreck zu bewerfen. Auch mein Trainer Yagi hätte das keinesfalls durchgehen lassen, und so habe ich, um die Kontrolle zu bestehen, eher etwas kleinere und kürzere Anzüge benutzt. Ich kann Springer verstehen, die es riskieren, bis an die Grenzen zu gehen, aber bei mir wog die Zugehörigkeit zu meiner Herstellerfirma mehr.“

Er bewunderte Ryôyû, als der anfing zu siegen, weil er sich gut vorstellen konnte, was er an Unangenehmem erlebt hatte. „Trotzdem so locker Resultate zu bringen, das ist wirklich fantastisch.“ Ein anderer, den er lobt, ist Adam Małysz, der auch viel durchgemacht hat. „Ich fand toll, wie er anhaltend siegte.“


Über sein heutiges Leben:

Er springt aus mehreren Gründen weiter, obwohl es aufgrund nur weniger Sponsoren finanziell schwierig ist, einmal, weil ihn seine Fans nach wie vor unterstützen und weil er in seiner Firma junge Springer hat. Um diese anzuleiten muss er selbst springen, um die sich immerzu ändernden Regeln anzueignen. Außerdem hat er noch immer den Ehrgeiz, sich nicht allzu weit abhängen zu lassen.

Mit dem Vertrieb von Apple Pie und Cherry Pie hat er begonnen, als er von einer Lebensmittelfirma das Angebot bekam, ein Verkaufsrecht für Gyôza (gefüllte Teigtaschen) zu bekommen und den Gewinn zu behalten. Die Früchte liefern ihm Bauern aus seiner Heimatstadt Yoichi.

Mit seinem Verkaufserlös unterstützt er die Ausbildung junger Springer und wenn er mit seinen Verkaufsaktionen im Land unterwegs ist, spricht mit vielen Leuten, um Werbung für das Skispringen zu machen.

 
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bisti21

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Das mit dem Ausbuhen von japanischen Springern war mir bis jetzt überhaupt nicht bekannt :confuse:. Ich war in den letzten 30 Jahren bei jedem Bergiselspringen, bei dem Zuschauer erlaubt waren, und dort wurde kein einziger Springer von allen ausgebuht (einzelne Buhrufer gibt es immer, aber kollektiv ausgebuht wurde niemand). Und gerade Noriaki Kasai bekam gleich viel, wenn nicht sogar mehr, Applaus, als die Österreicher.
 

Hakuba

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Mir war sofort klar, dass die Passage mit dem Ausbuhen Widerspruch auslösen würde.
Ich fand seine Formulierungen, ehrlich gesagt, auch sehr stark, aber ich meine, man muss ihm zugestehen, dass er Ausbuhen erlebt hat und sich das als eine Erfahrung eingeprägt hat, aufgrund der Unerwartetheit vielleicht stärker, als es in der Realität war.
Wir sollten das respektieren.

Kasai ist in den letzten Jahren ja eher ein Publikumsliebling in Europa geworden, der sogar extra Beifall bekommt.
 
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