50+1-Regel in Deutschland - noch sinnvoll oder nicht?


le freaque

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Nicht 50+1 muss weg, sondern die Ausnahmeregelungen.

Pro Lizenzentzug für RasenBallsport&Co.
Damit hätte ich überhaupt kein Problem, es ist keinesweg so, dass ich Investoren per se geil finde. Aber entweder verbiete ich Übernahmen eben komplett - was dann auch gepimpte und komplett abhängige, weil de facto übernommene unterklassige Vereine mit einschließt: also auch z.B. Sandhausen und Vereine wie Wattenscheid oder Foruna Köln hätten niemals in den Profibereich gelangen dürfen. Oder aber ich erlaube es eben allen, bis hin zur BL. Dazwischen kann es meines Erachtens nichts geben, was auch nur annähernd gerecht wäre.
 

Tolinski

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50+1 ist doch allein durch wolfsburg, leverkusen und hoffenheim seit 10 jahren ad absurdum geführt wurden. Ich weiß gar nicht wie man sich an der Scheinregelung immer noch festklammern kann.

Desweiteren ist Profisport eine reine Unterhaltungsmaschinerie, und mich würden Mbappe und Neymar mehr unterhalten als die Eigengewächse aus Freiburg.
 

reg31

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Eben gab es eine "besondere" Pressekonferenz bei Hannover 96.

Martin Kind ist öffentlich wohl noch nie so angepisst aufgetreten:

Relevante Stellen für die Allgemeinheit ohne 96-Bezug u.a. bei: 15:30 und 27:10. Erste Stelle DFL-Schelte, zweite Stelle Medienschelte :D

Ansonsten Kinds übliche Lügengeschichten, er hätte das Stadion gebaut blablabla...
Übrigens hat er den e.V. in die Nähe der Insolvenz gebracht, aber das wird in Hannover gerne mal gönnerhaft ausgeblendet.
 

sefant77

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Es wird auch immer gönnerhaft ausgeblendet wo der Verein war als Kind eingestiegen ist und es ohne seinen Einstieg wohl auch das WM-Stadion nie gegeben hätte. Wer weiß wo Hannover die letzten 20 Jahre rumgeturnt wäre, ggfs. ein Eiertanz zwischen Liga 3 und 4. Jetzt Kind raus brüllen mit einer großen Bundesligahütte und als halber Bundesligist etabliert ist auch einfach...

Ansonsten bleibt es aber dabei: Jeder Verein verdient das Grundrecht sich auch ganz offiziell einen Kind/Ismaik/Pono-Diktator ins Boot holen zu dürfen, wenn sie Bock drauf haben :belehr::saint:
 

le Tissier

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Wer sagt dir, dass Frankfurt einen Scheich, der überhaupt kein Interesse an Transfererlösen hat, bekommt und nicht so endet wie die ganzen Gegenbeispiele, in denen möglichst viel Profit aus dem gekauften Spielzeug rausgeholt werden soll?
Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der gescheiterten Investorenprojekte an die Wand gefahren wurden, weil die Scheichs einfach nur Geld verdienen wollten und von Anfang an kein Interesse am sportlichen Erfolg hatten. Ich glaube oftmals fehlte dort einfach in der Führungsetage Fachkompetenz, ein klarer Plan und Geduld. Wenn der Sohnemann vom Scheich dem Sportdirektor in die Transfers und dem Trainer in die Aufstellung reinquatschen will ist das wohl eher nicht zielführend.

Gibt natürlich auch Fälle bei denen die Investoren einfach nur Geld verdienen wollen aber häufig sehen die das wohl eher als Prestige Projekt und nehmen auch finanzielle Verluste in Kauf.
 

le freaque

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Es wird auch immer gönnerhaft ausgeblendet wo der Verein war als Kind eingestiegen ist und es ohne seinen Einstieg wohl auch das WM-Stadion nie gegeben hätte. Wer weiß wo Hannover die letzten 20 Jahre rumgeturnt wäre, ggfs. ein Eiertanz zwischen Liga 3 und 4. Jetzt Kind raus brüllen mit einer großen Bundesligahütte und als halber Bundesligist etabliert ist auch einfach...

Ansonsten bleibt es aber dabei: Jeder Verein verdient das Grundrecht sich auch ganz offiziell einen Kind/Ismaik/Pono-Diktator ins Boot holen zu dürfen, wenn sie Bock drauf haben :belehr::saint:
Zustimmung natürlich zum zweiten Absatz (y) Kind hat natürlich große Verdienste um 96, aber in den letzten Jahren hat sein Wirken dem Verein doch massiv geschadet und seine Übernahmepläne waren mMn geradezu unverschämt, auch finanziell. Er hatte alle Chancen, den Verein nach erledigtem Lebenswerk in neue Hände zu geben, ohne Mehreheitsinvestor. Er hatte auch alle Chancen, den Verein finanziell noch besser aufzustellen, indem man neue, externe Partner ins Boot holt und sich weiter an die 50+1 Regel zu halten (wenn er denn selbst nicht weiter investieren will) oder aber den eigenen Übernahmewunsch finanziell wertgerecht zu gestalten. Wie z.B. ein Hopp in Hoffenheim. Denn während der ein Vielfaches von Kind selbst investiert hat und sich aus sportlichen Belangen fast komplett heraushält, hält es Kind für sein erworbenes Recht, nach all der Arbeit doch den Verein gefälligst für einen Schnäppchenpreis zu bekommen und dabei auch sportlich komplett das Sagen zu haben.
Und das geht so eben nicht.
Wenn so ein Mäzen jetzt auch ganz offiziell die komplette Macht haben und den Verein nach den aufgeweichten 50+1 Statuten übernehmen will, dann muss sich das für den Verein auch richtig lohnen, inhaltlich wie ökonomisch - und da sind Kinds Vorstellungen und finanzielle Vorleistungen doch geradezu absurd. Die Gegnerschaft im e.V. hat Kind m.E. komplett selbst zu verantworten, durch seine finanziellen Vorstellungen und seinem Verhältnis zu interner Kritik und kritischen Mitarbeitern.
Jeder Verein verdient das Grundrecht sich auch ganz offiziell einen Kind/Ismaik/Pono-Diktator ins Boot holen zu dürfen, wenn sie Bock drauf haben
Dafür bin ich ja auch. Aber a) eben jeder, neue Ausnahmeregelungen a la Kinds Wunsch helfen da nicht weiter und b) muss es eben danach gehen, was der Verein will, Kinds Ansinnen gleicht ja eher dem Wunsch nach einer feindlichen Übernahme gegen alle Widerstände und das ist mMn nun so gar nicht Sinn der Sache
 

TheFreshPrince

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der Pfalz
Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der gescheiterten Investorenprojekte an die Wand gefahren wurden, weil die Scheichs einfach nur Geld verdienen wollten und von Anfang an kein Interesse am sportlichen Erfolg hatten. Ich glaube oftmals fehlte dort einfach in der Führungsetage Fachkompetenz, ein klarer Plan und Geduld. Wenn der Sohnemann vom Scheich dem Sportdirektor in die Transfers und dem Trainer in die Aufstellung reinquatschen will ist das wohl eher nicht zielführend.

Gibt natürlich auch Fälle bei denen die Investoren einfach nur Geld verdienen wollen aber häufig sehen die das wohl eher als Prestige Projekt und nehmen auch finanzielle Verluste in Kauf.
Ich findes bei dem Thema vor allem immer so lustig, wenn getan wird als kann nur ein Investor einen Verein in den Abgrund führen. Und die zahllosen Beispiele in denen irgenwelche windigen Ex-Profis auf Managerstühlen ohne Besitzrechte am Verein die jeweiligen Vereine in die Bedeutungslosigkeit haben abstürzen lassen werden einfach mal komplett ausgeblendet.
Ein Verein kann aufgrund von schlechten Entscheidungen den Bach runter gehen sowohl mit 50+1 als auch ohne...
 

Mahoney_jr

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Kaiserslautern oder auch Braunschweig oder Nürnberg (und viele mehr) sind Traditionsvereine, die es unendlich schwer haben, wenn man mal Mist baut. Werder hat immer noch dran zu knabbern. Nur Gladbach scheint sich gefestigt zu haben. Da kann man drüber lachen (und das Video verursacht bei mir extreme Magenschmerzen), aber es ist nicht realistisch, dass die langfristig vorne mitspielen, da es einfach zu kleine Umfelder sind.

Nochmal: Wir haben hier einen besonderen Schutz von Vereinen, aber ein paar Ausnahmen davon. Diese Ausnahmen sind für Vereine von großen Unternehmen gestattet worden und dominieren jetzt die Traditionsclubs (Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim), ohne irgendeine Fan-Base von Relevanz, oder das sich im Ausland ein Toter für die Clubs interessiert. Das einzige relevante Projekt ist da Leipzig und das war durch die absolute Hintertür mit Gerichtsprozessen erwirkt und dem konsequenten Verfolgen eines 5-Jahresplans.

Ich stehe weiterhin dazu, dass man Investitionen zulassen sollte, denn sonst kann man die Bundesliga wirklich vergessen. Und bitte, lasst euch nicht von unserem Geschäftsführer einseifen, der will nämlich sehr gerne den Bestand wahren, da es Dortmund durch sehr viel Vision und natürlich extremen Risiko geschafft hat, sich aus diesem Sumpf herauszuarbeiten (und ist in diesem Zuge nur ganz knapp der Pleite entgangen).

Also: Liberté pour le système!
 

le freaque

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Nochmal: Wir haben hier einen besonderen Schutz von Vereinen, aber ein paar Ausnahmen davon. Diese Ausnahmen sind für Vereine von großen Unternehmen gestattet worden und dominieren jetzt die Traditionsclubs (Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim), ohne irgendeine Fan-Base von Relevanz, oder das sich im Ausland ein Toter für die Clubs interessiert. Das einzige relevante Projekt ist da Leipzig und das war durch die absolute Hintertür mit Gerichtsprozessen erwirkt und dem konsequenten Verfolgen eines 5-Jahresplans.

Ich stehe weiterhin dazu, dass man Investitionen zulassen sollte, denn sonst kann man die Bundesliga wirklich vergessen. Und bitte, lasst euch nicht von unserem Geschäftsführer einseifen, der will nämlich sehr gerne den Bestand wahren, da es Dortmund durch sehr viel Vision und natürlich extremen Risiko geschafft hat, sich aus diesem Sumpf herauszuarbeiten (und ist in diesem Zuge nur ganz knapp der Pleite entgangen).
Richtig. Die Alternative wäre, die Ausnahmen wieder komplett abzuschaffen, alles dazwischen ist alles, nur nicht gerecht. International würde die Liga wie bisher weiter abrutschen (dagegen hilft nunmal nicht nur, aber vor allem frisches Geld), national bliebe das Niveau wahrscheinlich in etwa gleich: die guten deutschen Spieler der Werks- und Mäzenclubs würden dann halt bei Gladbach, Frankfurt, Schalke etc spielen und durch die regelmäßigen CL-Teilnahmen hätten diese Vereine auch das Geld, um Spieler wie Bailey, Kramaric oder Poulsen zu beschäftigen. Die Stimmung in den Stadien wäre sicherlich eher besser.
Kann man auch machen, hätte durchaus Charme und wäre einigermaßen gerecht. jdf gerechter als jetzt. Nur international wäre weiter so wenig wie bisher zu holen, Erfolgstendenz dabei fallend - was natürlich auch irgendwann Auswirkungen auf die NM hat. Da muss man dann einfach wissen, was man will und das dann auch durchziehen.
Entweder alle dürfen sich Mehrheitsinvestoren ins Boot holen und je nachdem in eine erfolgreiche Zukunft segeln oder endgültig absaufen - oder eben keiner. Nachhaltigkeitsregeln gegen die schlimmsten Auswüchse und kompletten Irrsinn kann man ja problemlos festlegen, ganz bestimmt auch rechtssicher. Aber so wie jetzt ist eben kein Stück im Sinne des Wettbewerbs und das wird auch irgendwann kippen, da bin ich sicher.
 

Tuco

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Die Alternative wäre, die Ausnahmen wieder komplett abzuschaffen

Das behauptest du in dem Zusammenhang immer - aber wie soll das bitte umsetzbar sein? Man würde Bayer, VW, Hopp & Co. zwingen müssen, ihre Teams wieder an die "Vereine" zu verkaufen, und das ist völlig unrealistisch. Selbst wenn (was natürlich niemals passieren würde) man das ernsthaft so machen wollte: Dagegen würden sie klagen und garantiert gewinnen. Insofern wurden mit der Ausnahmeregelung bereits Fakten geschaffen, das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen.
 

le freaque

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Das behauptest du in dem Zusammenhang immer - aber wie soll das bitte umsetzbar sein? Man würde Bayer, VW, Hopp & Co. zwingen müssen, ihre Teams wieder an die "Vereine" zu verkaufen, und das ist völlig unrealistisch. Selbst wenn (was natürlich niemals passieren würde) man das ernsthaft so machen wollte: Dagegen würden sie klagen und garantiert gewinnen. Insofern wurden mit der Ausnahmeregelung bereits Fakten geschaffen, das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen.
Natürlich ist das real so und ein Verfahren würde mit ziemlicher Sicherheit so ausgehen, das 50+1 dann am Ende komplett fällt, weil es m.E. zwangsläufig zu einem Grundsatzurteil kommen würde.
Aber hypothetisch wäre es eben die einzig andere Möglichkeit, wieder Wettbewerbsgerechtigkeit herzustellen - und eben darum geht es ja letztlich. Dass das so nicht passieren wird, weiß ich natürlich auch, das ist ja nur ein "was wäre wenn" Gedankenspiel. Aber wenn man Mehrheitsinvestoren ablehnt, müsste man ja zwangsläufig bereit sein, eben das zu versuchen. Im - rein hypothetischen - Erfolgsfall würde es mMn so ähnlich laufen, wie von mir oben beschrieben (also Stimmung hui, national ok, international weiterhin abwärts). In der Realität würde dieser Versuch sicher genauso enden, wie eine Klage gegen 50 +1 (die onehin irgendwann kommen wird): nämlich mit dem Ende von 50 +1.
Realistisch kann man nur zu mehr Gerechtigkeit kommen, wenn man 50+1 abschafft. Wenn man über die Werksclubs, Hoffenheim etc meckert, muss man entweder bereit sein, die Klausel zu kippen - oder eben bereit sein, den kompletten Konfrontationskurs zu fahren, der wahrscheinlich am Ende aufs Gleiche hinausläuft.
 

le freaque

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Und natürlich würde ein Ende der bisherigen Regelung nicht bedeuten, das irgendwann Südmilch Stuttgart gegen Al Jazeera Augsburg spielt (sowas wird ja gerne mal prophezeit). Es wäre überhaupt kein Problem, enge Grenzen zu ziehen, unter welchen Umständen eine Übernahme durch einen Investor erlaubt wäre und dabei auch Maßnahmen auszuschließen, die den e.V. in seiner Existenz bedrohen könnten oder dem Investor erlauben, einen Verein einfach nur auszuschlachten oder nach 2 Jahren an einen Hedgefonds zu verhökern.
Es geht ja em Ende um zwei Kernthemen:
  1. Gerechtigkeit. Da sehe ich keinen anderen Weg als die Abschaffung von 50+1 oder eben eine eher unrealistische Abschaffung aller Ausnahmen
  2. Wettbewerbsfähigkeit. Da geht es eben nur ums Geld. Investoren sind da der wohl größte Baustein. Andere wären mehr TV-Gelder (kurzfristig wenig Chancen, da wenig Bereitschaft bei der Bevölkerung, deutlich mehr Geld für Pay TV auszugeben) und bessere Auslandsvermarktung (bisher wenig Bemühungen der Vereine, die Arbeit wird da fast ausschließlich von Bayern, Dortmund und der NM geleistet, die anderen Clubs sind eher auf einer "Hand aufhalten"-Mission unterwegs und gründen "MIttelstandsbündnisse" für andere Verteilungsschlüssel u.ä.).
 
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