Ich würde einfach sagen, Abrahams Stärke ist seine Schwäche, sein Stil. Abraham lebt eben viel von seinen schnellen Überraschungsangriffen und als Explosivboxer wird er immer gewisse Pausen brauchen. Denn diese Pausen machen ihn selbst ebenso stark. Er scheint sich förmlich aufzuladen, sich psychisch zu stärken und seine Chancen herbei zu wittern, wenn er sich hinter seiner berüchtigten Doppeldeckung verschanzt. Damit schafft er es eine Art mentalen Druck auf den Gegner aufzubauen, was letztendlich oft dazu geführt hat, dass Abraham irgendwann seine Chance bekam und nutzte. Ergo sind diese Pausen eine Art „Muss“ und passend zu Abrahams Stil, seinen Stärken und seiner Gabe zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Knockoutpunch unterzubringen. Ich würde ihn ja auch aus diversen Gründen (Coca-Coala hat einige angesprochen) zu mehr Aktivität verdonnern oder raten, allerdings könnte es dann passieren, dass er damit seinen Überblick verliert und sich das negativ auf seine teils spektakulären Überraschungsaktionen auswirkt.
Natürlich kann man seine Art zu kämpfen vielleicht irgendwie als Konditionsschwäche auslegen, aber in meinen Augen wäre das verfehlt, weil Abraham wie gesagt vor allem ein sog. Explosivkämpfer ist. Egal, wie viel Kondition er letztendlich bolzt, er wird in dieser Klasse nie 12 Runden lang ständig schnelle und kraftvolle Angriffe wie gefordert zeigen können, zumal er manchmal auch bös danebenhaut (Ausnahme: ein Kampf entwickelt sich zu einem sog. Brawl, dann ist alles möglich). Ansonsten kosten solche Hauruck-Aktionen, pauschal gesagt, einfach mehr Substanz, Nerven und Kondition als ein gleichmäßiges und variables Boxen und Punktesammeln, weil man u.a. viel Kraft und den ganzen Körper in die Schläge legt. Mehrere Kaltstarts hintereinander beim Auto kosten ja ebf. mehr Benzin als gleichmäßiges Anfahren, um es etwas anschaulicher zu erklären. Dennoch stimme ich dahingehend zu, dass es sich Abraham gegen Miranda 2 nicht erlauben sollte, die Runden wegen Passivität etc. abzugeben oder herzuschenken. Allerdings muss er dazu nicht zwangsläufig mehr Schläge abfeuern. Man kann dies mit diversen boxtaktischen Mitteln ebf. steuern, aber gut, es gibt immer mehrere Wege zum Ziel.