omit teilten sie sich nacheinander die ungefährliche Gegnerschaft auf. Kaum vergleichbar und mMn ist die Legacy der Brüder nicht allzu hoch (für die Gegnerschaft konnten sie jedoch nichts). Soll aber jeder sehen wie er will.
Nunja, nehmen wir die Klitschko-Ära von 2004 (Lewis will nicht mehr) bis Ende 2015 (Fury siegt).
Welche Leute tauchten denn in der Zeit in den Top10 auf, gegen wen die Klitschkos nicht geboxt haben?
- Joe Mesi (Top10 nach dem Kampf gegen Jirov, verlor aber seine Lizenz wegen Blutgerinnseln, konnte sich nach Pause nicht wieder hoch boxen)
- James Toney (die Klitschkos begnügten sich bei Don-King-Boxern auf Pflichtverteidigungen, Toney dopte gegen Ruiz zu viel und war später gegen Rahman und Peter nurnoch ein Schatten von früher)
- David Tua (nach dem Draw gegen Rahman kamen jahrelang keine brauchbaren Gegner, bis er über Monte Barrett stolperte)
- Alexander Dimitrenko (scheiterte an Chambers und im zweiten Anlauf gegen Pulev. War mal Top10, aber bei den entscheidenden Kämpfen gings quasi schief)
- Antonio Tarver (konnte nach seinem Aufstieg in HW als Top10 gelten, beendete aber seine Karriere nach der positiven Doping-Probe im Kampf mit Cunningham)
- Deontay Wilder (boxte vor 2015 nicht gerade viele Gegner mit großer Klasse; suchte klar den Weg zur WBC. zu spät für Vitali, zu wenig interessiert an Wladimir)
- Luis Ortiz (als Wladimir Klitschko noch da war er noch gegen Kayode am dopen; später wegen Doping dann ein Jahr bei der WBA gesperrt, ging dann die WBC-Schiene)
- Nikolai Valuev (nachdem die Klitschkos von der ARD zu RTL wechselten lag keine mögliche Einigung für den Fall einer Titelvereinigung in der Luft, weswegen die Klitschkos gegen Sauerland- und Universum-Boxer seltenst "freiwillig" boxten)
Ja, wie gefährlich oder ungefährlich die Gegnerschaft war ... dafür konnten die Klitschkos begrenzt etwas. Usyk lässt seine meisten Gegner ja auch nicht gerade gefährlich aussehen ;-)
Dass die Klitschkos zusammen 4-5 Mal im Jahr in den Ring stiegen ließ sie gewiss einige Gegner mehr boxen, während Usyk in den letzten 5 Jahren 3 verschiedene Gegner hatte. Da war dann bei den freiwilligen Titelverteidigungen der Klitschkos auch mal mehr "Füllmaterial" dabei (Briggs, Chisora, Charr, Pianeta, Mormeck, ...).
Aber es ließ sich begrenzt behaupten, dass es damals einen Gegner gehabt hätte, dem die Klitschkos partout aus dem Weg gegangen wären weil sie jemanden gefürchtet hätten oder weil dieser nicht genug Publikum angelockt hätte (Tua drängte sich z.B. zunehmend weniger auf nachdem er einen WM-Kampf gegen Brewster ablehnte). Dimitrenko und Valuev hätten sie vielleicht geboxt, wenn sich die jeweiligen deutschen TV-Partner hätten einigen können.
Schaue ich in die Top10 des Schwergewichts in den letzten Monaten, dann hat Usyk davon genau einen Mitstreiter geboxt (Dubois), scheint nicht gerade das Interesse zu haben dies zu ändern, sprach von Wilder als möglichen Gegner und tritt gegen einen Kickboxer an.
Usyk wird seine Legacy haben, klar ... aber sportlich gesehen bleiben gewissermaßen Lücken und in ein paar Jahren - wenn Usyk lange weg ist - werden sich andere Boxer an der Spitze mehr oder weniger herauskristallisiert haben und es wird heißen "was wäre wohl gewesen, wenn Usyk den geboxt hätte?"