Vor vielen Jahren (müsste so 2020 gewesen sein) war ich mir sicher, dass Zverev nie einen GS gewinnen wird. Rückwirkend war das zwar absolut gesehen falsch, an sich habe ich mich bezüglich Zverevs Entwicklung aber keineswegs getäuscht. Zverevs spielerisches Entwicklungspotenzial ist schon seit längerem ausgeschöpft, aber mMn ohnehin nicht sein Hauptproblem. Vielmehr hat der Kopf nie so mitgespielt, wie er sollte. Und das war heute nicht so viel anders als in seinen Finals gegen Sinner oder Alcaraz. Der Unterschied war der Gegner auf der gegenüberliegenden Seite. Cobolli hat das lange Zeit gut gemacht, ist aber im 5. Satz mental völlig weggebrochen. Wen wundert es in seinem 1. großen Finale?! Das wäre den vorgenannten Spielern oder den Big4 so niemals passiert.
Wo wir zum 1. Satz meines Kommentars zurückkommen. Was ich damals falsch eingeschätzt habe: Spieler wie Tsitsipas, Ruud, FAA usw. haben sich nicht so entwickelt, wie ich damals dachte. Warum hat ein Sinner so viele 1000er in Folge gewonnen? Die Breite in der Weltspitze ist im Moment keine Gute. Und wenn dann die beiden Spitzenspieler nicht dabei sind oder doch mal früh ausscheiden, dann ist der Weg für viele frei.
Wenn man es so sieht: Zverev hat in IW, Miami, MC und Madrid erst gegen Sinner verloren. Das ist brutal konstant und in der Beziehung ist dieser Titel hochverdient. Es ist halt etwas schade, dass Zverev auf seinem Weg dahin weder Alcaraz, Sinner und Djokovic besiegen musste. Den Beweis, dass er diese mentale Aufgabe auch in einem GS Finale meistern kann, der wurde nicht erbracht. Gerade auch unter dem Gesichtspunkt, dass ihm das ja immer wieder vorgehalten wurde. Ich war mir 2025 nach dem verlorenen AO Finale bereits sicher: Wenn an dem Tag dort nicht Sinner gestanden hätte, sondern der damals im HF unterlegenen Shelton, dann hätte Zverev es damals bereits geschafft.